Kommentare zum Artikel

17. Juni 2015

Interviews und Porträts

Das "Projekt Schloss Horneck" pragmatisch fortführen

Schloss Horneck in Gundelsheim am Neckar wurde 1960 vom Hilfsverein der Siebenbürger Sachsen „Johannes Honterus“ erworben, um hier ein Zentrum für Siebenbürger Sachsen außerhalb der Heimat zu schaffen. Entstanden ist in 55 Jahren nicht nur ein Alten- und Pflegeheim, sondern auch eine „Kulturburg“ von europäischer Bedeutung. Am 3. Juni 2015 hat der Honterusverein nun Insolvenz angemeldet (diese Zeitung berichtete). Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen und wie reagieren die Siebenbürger Sachsen darauf, hat Siegbert Bruss in einem Gespräch Dr. Bernd Fabritius, MdB, Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., und Hon.-Prof. Dr. Konrad Gündisch, Vorsitzender des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates e.V., befragt. Die beiden Verantwortlichen kündigen eine Reihe von Gesprächen und Maßnahmen an, die primär den Erhalt der siebenbürgisch-sächsischen Kultureinrichtungen in ihrer Einheit anvisieren. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 9 mal kommentiert.

  • gogesch

    1gogesch schrieb am 17.06.2015, 12:42 Uhr:
    Wenn ich die Fragen von Herrn Gündisch, wie z.B. "Warum wurden Anfragen des Kulturrats regelmäßig ignoriert? Warum bekam man die Informationen, die den Kulturrat als Mieter drängend interessierten, nie aus erster Hand, vom vermietenden Honterusverein?" lese, wird mir sehr schnell klar, dass der Kulturrat hier auch alles andere als verantwortungsvoll gehandelt hat, sonst hätte man dieses so nicht geschehen lassen. das passt aber sehr gut zusammen mit meinen "Gundelsheim-Erfahrungen": solange die Wissenschaftler in Ruhe in alten Büchern stöbern dürfen ist alles andere nicht so wichtig.
    Die Siebenbürger Zeitung zu beschuldigen, dass sie keine Werbung für das Altenheim macht ist ein weiteres Ablenkungsmanöver. Die Kultureinrichtungen des kulturrats sitzen in Gundelsheim, die Räumlichkeiten des Verbandes als Inhaber der Zeitung sind in München. Mit solchen Verantwortlichen wäre auch jedes normale Unternehmen Pleite, müsste man jetzt ganz ehrlich eingestehen: falsche Strategie und schlecht umgesetzt.
    Nur eine komplett neue Aufstellung der langfristigen Strukturen bezüglich Museum, Bibliothek und Archiv bieten die Chance langfristig unser sächsisches Kulturgut in Deutschland zu erhalten und dafür sehe ich mit den heutigen Verantwortlichkeiten aus Gundelsheim ganz schwarz.
  • getkiss

    2 • getkiss schrieb am 17.06.2015, 13:43 Uhr:
    "Nur eine komplett neue Aufstellung der langfristigen Strukturen..."
    @gogesch, ich meine die diesem Zitat folgende Aufzählung ist zu eingeschränkt. Die Struktur der sb.-sächs. Vereine gehört wegen der viel zu großen Vielfalt auch dazu. Da werkeln in vielen verschiedenen Vereinen (möglicherweise die gleichen Leute) an den selben Problemen viele Leute mit verschiedenen Ansichten. Das Resultat nennt man treffend in der rumänischen Sprache:
    "Ghiveci."
  • getkiss

    3 • getkiss schrieb am 17.06.2015, 13:51 Uhr:
    ...wobei der demokratische Ghiveci der herrlichen Einfachheit der Diktatur selbstverständlich vorauszuziehen ist...
  • gogesch

    4gogesch schrieb am 17.06.2015, 14:54 Uhr:
    Wir wären jetzt an einem Zeitpunkt an dem unser (Noch-) Verbandsvorsitzender es sich problemlos leisten könnte sehr VIELES in Frage zu stellen. Und wenn wir ganz ehrlich wären: er sollte es wirklich tun.
  • konradguen

    5konradguen schrieb am 18.06.2015, 06:49 Uhr:
    Herr @gogesch, lesen Sie bitte genauer, was ich gesagt habe. Ich frage, warum der Betreiber des Alten- und Pflegeheims kaum Werbung gemacht hat! Die "Siebenbürgische Zeitung" ist selbstverständlich nicht dafür zuständig, selber Werbung für ein Unternehmen zu machen.
  • gogesch

    6gogesch schrieb am 18.06.2015, 13:15 Uhr (um 13:21 Uhr geändert):
    Der Satz "Warum, so frage ich mich, wurde das Alten- und Pflegeheim in der Siebenbürgischen Zeitung nie richtig beworben (erst kürzlich erschien eine recht mickrige Notiz dazu), wenn denn die mangelnde Belegung das Hauptproblem gewesen sein soll?" spricht doch direkt die Siebenbürger Zeitung an und NICHT die Betreiber des Alten- und Pflegeheims. Der Satz in Klammer lenkt die Aufmerksamkeit gezielt in richtung Zeitung.
  • Bäffelkeah

    7 • Bäffelkeah schrieb am 18.06.2015, 14:37 Uhr:
    Hallo gogesch, die Aussage ist in dem von Herrn Gündisch vertretenen Sinne doch logisch nachvollziehbar: Das Alten- und Pflegeheim hätte in der Siebenbürgischen Zeitung stärker auf sich aufmerksam machen, für sich werben sollen. Der Einrichtung obliegt die aktive Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache. Dies ist sicher keine Bringschuld der Zeitung. Ich sehe hier kein "Ablenkungsmanöver".
  • gogesch

    8gogesch schrieb am 18.06.2015, 15:18 Uhr:
    Die Zeitung hat keine Bringschuld in dieser Angelegenheit. Herr Gündisch hat sicher Recht, man kann seine Aussage auch so interpretieren... aber auch anders.
    Für mich ist Eines klar: die inzuchtartige, allumfassende Vernetzung sächsischer Organisationen (nach dem Motto: Jeder mit jedem und keiner ist Schuld) ist für unsere Zukunft eine Katastrophe.
  • hms

    9hms schrieb am 20.06.2015, 04:31 Uhr (um 04:34 Uhr geändert):
    Wenn ich daran denke, wieviel Enthusiasmus, Engagement und Kraft am Anfang in dieses Projekt gesteckt wurde (Herr Gündisch hat dankenswerter Weise etwas davon geschrieben – aber vor allem Herr Herter steht mir dabei vor Augen), dann ist die Reaktion jetzt darauf

    „…man solle das ganze rein pragmatisch sehen“

    schon eine sehr erstaunliche Aussage. Und das Orte oder Gebäude – generell Symbole – eher sekundär seien, erstaunt mich dann auch nicht mehr. Wenn man so Identitäten ganz entkernt und rein auf ihre „Ideen“ reduziert, wie es hier gemacht wird, ist es nur noch eine Frage der Zeit bis nichts mehr übrigbleibt.

    Warum soll dann bitte ein Ort wie z. B. Dinkelsbühl nicht auch sekundär für Heimattage sein? Und das Siebenbürgen für einen Siebenbürger Sachsen auch sekundär ist, ist ja auch Programm – man kann ja überall Siebenbürger Sachse sein heißt es ja.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.