3. Februar 2026
Großer Siebenbürgerball mit „Berliner Tempo“, italienischen Liedern und ganz viel siebenbürgischem Flair
Ballsaison in München – und die tanzfreudigen Siebenbürger Sachsen sind natürlich mit dabei. Seit vielen Jahren gehört der Große Siebenbürgerball am letzten Januarwochenende fest zum Veranstaltungskalender und wird von den Landsleuten herbeigesehnt; kaum ist der Kartenvorverkauf gestartet, muss er auch schon wieder beendet werden, weil alle Plätze im Festsaal des traditionsreichen Hofbräukellers vergeben sind. So auch dieses Mal: Aus Bayern, ganz Deutschland, Österreich, Rumänien und der Schweiz waren am 31. Januar Gäste gekommen, unter ihnen auch viele Prominente, die den Abend ebenso zum Tanzen wie zum Netzwerken nutzten und sich sichtlich wohl fühlten. Und eine Überraschung gab es auch …

Rainer Lehni, Bundesvorsitzender des Verbands der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V., sprach eingangs davon, dass man an diesem Abend den Alltag einfach mal beiseite lassen könne, und lobte den hervorragenden Beitrag zur Fortführung der Werte und Traditionen durch alle im Verband ehrenamtlich Tätigen sowie deren grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Die Willkommensworte an die Ehrengäste nahmen einige Zeit in Anspruch, waren doch so viele gekommen: Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und Schirmherr des Balls, Dr. Petra Loibl, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Michael Dzeba, Münchner Stadtrat, der den Oberbürgermeister Dieter Reiter vertrat, Stephan Mayer, Präsident des Bundes der Vertriebenen (BdV), Ovidiu Ganţ, Abgeordneter der deutschen Minderheit im Parlament Rumäniens, Emil Hurezeanu, früherer Außenminister und Botschafter Rumäniens in Deutschland und Österreich, Miheia-Mălina Diculescu-Blebea, Generalkonsulin von Rumänien in München, Dr. Vlad Vasiliu, Generalkonsul von Rumänien in Stuttgart, Thomas Şindilariu, Unterstaatssekretär im Departement für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens, Paul Kuttesch, stellvertretender Vorsitzender des Hermannstädter Kreisrats, Peter-Dietmar Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, Harald Schlapansky, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern der Banater Schwaben, Konsulent Manfred Schuller, Bundesobmann des Bundesverbandes der Siebenbürger Sachsen in Österreich, Radu Nebert, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Siebenbürgen, Franz Both, stellvertretender Vorsitzender des Vereins der Siebenbürger Sachsen in der Schweiz, Thomas Schneider, Vorsitzender des Verbandes der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften, Dr. Johann Schmidt, Rechtsreferent des Verbandes, Heidi Mößner, Vorsitzende des Vereins „Siebenbürgisches Kulturzentrum Schloss Horneck“, Elfriede Kirschner, Vorstandsvorsitzende des Hilfsvereins der Siebenbürger Sachsen „Stephan Ludwig Roth“, Ute von Hochmeister-Lamm, stellvertretende Vorsitzende des Sozialwerks der Siebenbürger Sachsen, Reinhold Sauer, Vorsitzender der Carl Wolff Gesellschaft (CWG), Wolfgang Köber, Vorsitzender des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen, Sebastian Arion, Jugendkoordinator der AGMD, Geschäftsführer der ADJ und Kulturreferent des DFDH, Kerstin Arz, Geschäftsführerin des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen, Herta Daniel, Ehrenvorsitzende des siebenbürgischen Verbandes, und Natalie Bertleff, Bundesjugendleiterin der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD), die mit der nahezu kompletten Bundesjugendleitung gekommen war.
Der Ball zeige die Lebendigkeit der Gemeinschaft, sagte Manfred Binder, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern, und dankte Michael Schmidt und dessen gleichnamiger Stiftung als Partner des Events sowie den Sponsoren (Hans-Georg Göbbel, CWG, Dieter Stefani, Dr. Johann Schmidt, Team des Hofbräukellers mit Eventmanagerin Jasmin Mörth) für deren Unterstützung – diese sei ein klares Bekenntnis zur Förderung des Verbandes. Ebenso dankte er dem Ballteam um dessen Leiterin Elisabeth Gadelmeier, dem Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen für die Förderung aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und den Mitgliedern der Münchner siebenbürgischen Tanzgruppen. Alle Beteiligten zeigten Einsatz, Professionalität und Leidenschaft, so der Landesvorsitzende.
Überraschend trat dann noch einmal Rainer Lehni ans Mikrofon und bat die sichtlich überrumpelte Christa Wandschneider nach vorn. Der langjährigen Bundes- und bayerischen Landesfrauenreferentin, Vorsitzenden der HOG Großpold und Schriftführerin im Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen überreichte er die Pro Meritis-Medaille für ihre Verdienste in über 30 Jahren Verbandsarbeit. Sie habe sich erfolgreich für die Gemeinschaft und die Sicherung der Kultur der Siebenbürger Sachsen eingesetzt, ihren Zusammenhalt auch über Grenzen hinweg gefördert und sich für deren positive Wahrnehmung in der Öffentlichkeit engagiert, heißt es in der Urkunde, die Lehni vorlas. „Christa Wandschneider liebt und lebt unsere Kultur, rückt die Frauen und Landler stärker in das Bewusstsein unserer Gemeinschaft und trägt entscheidend dazu bei, dass diese durch Leben und neue Ideen gestärkt werden.“ Diesen besonderen Einsatz belohnte das Publikum mit anhaltendem Applaus.
Als ganz besondere Ehre und Freude bezeichnete Dr. Bernd Fabritius seine Aufgabe als Schirmherr des Balls und überbrachte Grüße der Bundesregierung, des Bundeskanzlers Friedrich Merz und des Bundesinnenministers Alexander Dobrindt. Der Ball sei ein Fest der Begegnung, Erinnerung und Freude, aber auch ein Arbeitstreffen, so Fabritius, das immer wieder von politischen Akteuren besucht wurde und wird; in diesem Zusammenhang erinnerte er an Barbara Stamm, eine ausgewiesene Freundin der Siebenbürger Sachsen, die einstmals als stellvertretende Ministerpräsidentin Bayerns zu Gast gewesen sei. In sächsischer Mundart wünschte Fabritius den Ballbesuchern einen schönen Abend.
Dr. Petra Loibl, die zum dritten Mal beim Großen Siebenbürgerball zu Gast war, betonte, wie wichtig ihr dieser Termin und welch besonderes Highlight er für sie sei – „ich bin von Herzen gern bei Ihnen, ich fühle mich hier sehr wohl“. Dass die siebenbürgische Jugend so stark vertreten war, fiel ihr besonders positiv auf.
Nach den Grußworten, die mal mehr, mal weniger aufmerksam verfolgt wurden, konnte Martina Schorsten die Tanzfläche freigeben: zunächst für die beim Ball aktiven Organisatoren und Helfer, dann für alle Gäste, die den Tanz mit einem Walzer eröffneten. Beste Stimmung herrschte auf dem Parkett dank der professionellen musikalischen Begleitung durch die Band „TraunSound“ und auch an den Tischen wegen der vielen Begegnungen und Gespräche mit alten und neuen Bekannten.
Abwechslungsreich war das Showprogramm. Die Jugendtanzgruppe (JTG) Heidenheim, Gewinner des letztjährigen Volkstanzwettbewerbs der SJD, zeigte in Tracht die Tänze „Flotte Runde“ und „Berliner Tempo“ und lud abschließend alle Ballgäste zum „Hetlinger Bandriter“ ein. Anita Tasholli, eine der Tanzleiterinnen der JTG Heidenheim, hatte an diesem Abend Geburtstag und konnte sich über ein vom ganzen Saal gesungenes Ständchen freuen. Der Tenor Paul Stefan Onaga gab drei bekannte italienische Stücke („Funiculì, Funiculà“, „Parla più piano“ und „O sole mio“) zum Besten und sang als Zugabe Franz Lehárs „Dein ist mein ganzes Herz“. Beide Showeinlagen wurden vom Publikum mit begeistertem Applaus honoriert.
Der Ballabend zog sich bis in die Nacht. Die Veranstalter, der Verband der Siebenbürger Sachsen, der Landesverband Bayern und die Kreisgruppe München, können zufrieden sein und sich schon jetzt auf den Großen Siebenbürgerball 2027 freuen.
Doris Roth
Schlagwörter: Siebenbürgerball, München, Verband
17 Bewertungen:
Noch keine Kommmentare zum Artikel.
Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.