23. November 2019

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Kommunikations- und Konfliktseminar der SJD

Was ist ein Konflikt? Wie entsteht ein Konflikt? Und vor allem: Wie kann er für alle Parteien durch richtiges Kommunizieren zufriedenstellend gelöst werden? Mit diesen und anderen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kommunikations- und Konfliktmanagementseminars der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) vom 8.-9. November im Haus der Heimat Nürnberg. Das Seminar wurde in Zusammenarbeit mit der Carl Wolff Gesellschaft (CWG) organisiert und hatte das Ziel, Mitgliedern der Bundesjugendleitung und Landesjugendleitungen, ehemaligen Mitgliedern der Vorstände und interessierten SJD-Mitgliedern effektives Konfliktmanagement näher zu bringen.
Bereits kurz nach der Anreise und während des Abendessens am Freitag beschäftigten sich die Teilnehmenden mit den eingangs genannten Fragen. Nach dem Abendessen fragte der ehemalige Bundesjugendleiter Dr. Andreas Roth die Erwartungen an das Seminar ab. Es zeigte sich schnell, dass jeder persönliche Erfahrungen mit Konflikten unterschiedlicher Ursachen hat. Doch die Motivation aller war klar: Wie können wir vor allem in unserer Vorstandsarbeit konstruktiv mit Konfliktsituationen umgehen? Bis weit in den Abend hinein, den die Teilnehmenden gemeinsam ausklingen ließen, wurde fleißig diskutiert, hatte doch jeder in seiner ehrenamtlichen Arbeit schon verschiedene große oder kleine Konflikte gehabt.

Nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück in der Jugendherberge Nürnberg stieg die Spannung auf das Seminar. Die Seminarleiterin Alexandra Kemnitzer stellte nach einer kurzen Vorstellungsrunde zunächst die Frage, was jeder Einzelne mit dem Wort „Konflikt“ in Verbindung bringt. Es zeigte sich, dass für die meisten das Wort sehr negativ konnotiert ist und oft die eigenen Erfahrungen mit Konfliktsituationen widerspiegelt. Ziel war es also, Mechanismen und Methoden zu erarbeiten, um das Positive an Konflikten zu erkennen und sie für alle Beteiligten zufriedenstellend lösen zu können.Willst du Streit? Mal überlegen ... Die ...Willst du Streit? Mal überlegen ... Die Teilnehmer des Kommunikations- und Konfliktseminars der SJD in Nürnberg. Foto: Alexandra Kemnitzer Doch wann liegt überhaupt ein Konflikt vor? Bei einer Übung, der so genannten Soziometrie, stellte Alexandra Kemnitzer einen Sachverhalt dar, bei dem es zu Unstimmigkeiten zwischen zwei Gruppen kommt. Die Teilnehmenden mussten sich entscheiden, ob ein Konflikt vorliegt, und sich entsprechend positionieren. Hier war spannend zu sehen, dass es absolut keine Einigkeit darüber gab, ob Konfliktpotential vorhanden ist oder nicht. Auch hier spielten persönliche Erfahrungen bzw. die eigene Einstellung zum Thema eine große Rolle.

Nach einer theoretischen Einheit über verschiedene Kommunikationswerkzeuge sollten in Gruppenarbeit anhand des so genannten Eisbergmodells konkrete Konflikte analysiert werden. Wichtig bei diesem Modell ist es, den Kern eines Problems zu erkennen, der meist nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ähnlich wie ein Eisberg, der größtenteils unter Wasser liegt. Die Ergebnisse der Gruppenarbeit wurden anschließend in der großen Runde präsentiert und diskutiert.

Nach einem stärkenden Mittagessen – es gab „Sarmale“ – ging es in die zweite Runde mit weiteren theoretischen Grundlagen. Die Referentin stellte in einem kurzen Rollenspiel die Wichtigkeit des aktiven Zuhörens dar, was im weiteren Verlauf ebenfalls geübt wurde. Auch Werkzeuge wie Paraphrasieren, Spiegeln oder das Nachrichtenquadrat lernten die Teilnehmenden kennen und konnten alles Gelernte direkt in Gruppenarbeit testen. Ein weiteres Thema, die Mediation, wurde ebenfalls behandelt, damit sowohl Konflikte als auch die Vermittlung zwischen zwei Parteien weiter geübt werden konnten.

Die Seminarleiterin fasste die Ergebnisse am Ende des Seminars zusammen und stand noch für Fragen zur Verfügung. So wurden die Teilnehmenden mit einem Koffer voller Kommunikationswerkzeuge entlassen, motiviert, die neu erlernten Techniken auf jeden Fall umzusetzen.

Ein großer Dank gilt unserer Referentin Alexandra Kemnitzer für die großartige Seminarleitung und ihre besondere Aufmerksamkeit und Geduld im Hinblick auf die vielen Fragen der Teilnehmenden. Weiterhin möchten wir uns bei der Carl Wolff Gesellschaft für die finanzielle und organisatorische Unterstützung des Seminars bedanken, ebenso bei der Arbeitsgruppe der SJD, bestehend aus Jacqueline Melzer, Christine Penkert, Mark Penkert und Dr. Andreas Roth. Einen großen Dank auch an unsere Kuchenspenderinnen Annemone Konnerth und Anita Mai. Letztlich gilt unser Dank den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars, die diesen Tag durch ihre aktive Mitarbeit mitgestaltet haben.

Anita Mai

Schlagwörter: SJD, Seminar, Konflikte, Kommunikation, Nürnberg, Jugend, CWG

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