15. November 2011

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Siebenbürger Blasmusik ­Böblingen auf Reisen

Mit großer Freude folgte die Siebenbürger Blasmusik Böblingen der Einladung zum 21. Sachsentreffen in Siebenbürgen, das am 17. September in Kronstadt stattfand.
Die Böblinger Musikanten mit ihren Partnerinnen und Fans erreichten Hermannstadt mit dem Flugzeug. Bei herrlichem Wetter bestaunten wir die vertraute Landschaft unserer alten Heimat in Neppendorf und Hermannstadt. Auf der anschließenden Busfahrt ins Burzenland kehrten wir abends im „Popas Căprioara“ (zwischen Honigberg und Tartlau) ein. Bald packten die Musikanten ihre Instrumente aus und begeisterten mit ihrer Musik nicht nur die mitgereisten Fans, sondern auch eine Gruppe Tartlauer aus Deutschland. Auch der Wirt, ein Tartlauer Rumäne, war sichtlich gerührt, die längst verstummten Klänge, die ihm aus seiner Jugendzeit bekannt waren, zu hören.

Am Samstagmorgen fuhren die Musikanten zum Sachsentreffen nach Kronstadt. Der Siebenbürger Blasmusik Böblingen schlossen sich auch andere aus Deutschland angereiste Musikanten an und traten als „Vereinigte Burzenländer Blasmusik“ unter der Leitung des Böblinger Dirigenten Klaus Knorr auf. Ein Dank gilt allen Musikkollegen, die keine Mühe gescheut und gemeinsam ein volles Programm bestritten haben. Die Vereinigte Blaskapelle Burzenland im Innenhof ...Die Vereinigte Blaskapelle Burzenland im Innenhof der Honigberger Kirchenburg. Foto: Harald Konnerth Nach dem Festgottesdienst in der Schwarzen Kirche bildete sich im Honterus-Hof ein Festzug, voran die Blaskapellen, gefolgt von zahlreichen Trachtenträgern, der über den Marktplatz in Richtung Sportplatz zum Festzelt ging. Beeindruckend war der Aufmarsch der siebenbürgisch-sächsischen Volkstanzgruppen auf dem Marktplatz. Im Zelt auf dem Sportplatz ging es mit Musik und Tanz weiter. Verschiedene Tanzgruppen präsentierten ihre gut vorbereiteten Tänze, und unsere Blaskapelle ließ es sich nicht nehmen, ihr Können nochmals unter Beweis zu stellen. Bei gutem Essen und Trinken ging auch dieser wundervolle Tag zu Ende. Alles hat gepasst: Das Wetter, die Landschaft, die Kulisse der Kronstädter Altstadt, die begeisterten Menschen!

Dem Tartlauer Chor aus Böblingen gelang es mit Unterstützung einiger Musikanten, unter der Leitung von Hans Bruss und Irmgard Martin, einige Lieder während der Gottesdienste in Tartlau und Honigberg vorzutragen. In Tartlau begleiteten die Klänge der Blasmusik die Kirchgänger in den Gottesdienst. Das Lied „Tuertlen menj, am Burzenlond“, gesungen vom gemischten Chor, leitete den Gottesdienst ein. Es fällt mir sehr schwer, die Gefühle dieses Augenblickes in Worte zu fassen. Nach so vielen Jahren wieder in der Kirche von Tartlau zu singen oder dem Gesang zu lauschen, ließ viele den Atem anhalten. Das Lied „Herr segne uns“ von Manfred Bühler ließ die Herzen aller höher schlagen. Die Worte der Anerkennung von Hermann Junesch, Nachbarvater der 9. Tartlauer Nachbarschaft, wurden mit Applaus bekräftigt.

Beim anschließenden Festgottesdienst blickte Pfarrer Kurt Boltres eindrucksvoll auf 800 Jahren Burzenland zurück. „Wir sind stolz auf das, was wir unserer Herkunft nach die vielen Jahre hindurch aufbewahrt haben und jetzt mit in die Zukunft nehmen können.“ Blasmusik und Chorgesang beeindruckten auch hier die Zuhörer. Recht herzlichen Dank an alle, die den meisterhaften Gesang des Chors ermöglicht haben. Die Vertreter der Burzenländer Heimatortsgemeinschaften nahmen sowohl am Festgottesdienst als auch am anschließenden Mittagessen im Honigberger Gemeindesaal teil. Es ging weiter zu einem Konzert des Kronstädter Jugendensembles „Canzonetta“ nach Weidenbach. Die Musik der begeisterten jungen Menschen hatte eine erfrischende, belebende Wirkung. Gratulation! Diesen erlebnisreichen Tag schlossen wir mit einem Abendessen in großer Runde ab. Unsere Reise klang mit einem Besuch der Tartlauer Kirchenburg und einem Aufenthalt in Petersberg aus. Hier wurden wir von Familie Roth und Janesch mit Mici, Speck, Zwiebel, Hausbrot, Wein und vielem mehr verwöhnt. Danke für die wunderschönen Stunden! Auch hier hatten unsere Musikanten die Instrumente bald zur Hand und spielten die wunderschönen, vertrauten Lieder.

Abends im Hotel überraschte uns der Hotelbesitzer mit einem traditionellen Abendessen mit Krautwickel (Sarmale). Rosi und Willi Rosenauer sorgten für den Nachtisch. Der Baumstriezel fand großen Anklang. Danke!

Ein Dank gebührt dem Donauschwäbischen Zentralmuseum, das diese Reise gefördert hat, den Musikanten, die mit Ausdauer und Hingabe für den passenden musikalischen Rahmen gesorgt haben, sowie Hans Sift und Klaus Knorr, die diese Reise wunderbar organisiert haben. Macht weiter so!

Irmgard Martin

Schlagwörter: Blasmusik, Burzenland, Böblingen, Jubiläumsjahr 2011

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