9. Mai 2019

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Chor der Siebenbürger Sachsen Stuttgart begeistert beim Chorfestival in Karlsbad

„Musik erfüllt die Welt“ klang es am 26. April in Karlsbad (Karlovy Vary) in der Mühlbrunnenkolonnade, dem beliebtesten Bauwerk der Stadt. Mit diesem Lied eröffnete der Chor der Siebenbürger Sachsen Stuttgart das Internationale Chorfestival "Cantate Carlsbad", an dem sieben weitere Chöre teilnahmen.
Bei wunderbarem Wetter, einer wunderbaren Akustik und viel begeistertem Publikum ging es weiter mit dem Lied „Das Morgenrot“, in welchem man förmlich den Aufgang der Sonne und das Erwachen eines neuen Tages vor Augen sah. Schön und ansprechend gestaltete der Chor dieses Lied. Nach Anbruch des neuen Tages ertönte der liebliche „Lerchengesang“ von Felix Mendessohn Bartholdy und alles strebte der Sonne entgegen. Mit Johannes Brahms begab man sich in den Garten, um dort die Schönheit der Rosen zu bewundern, in dem Lied „Erlaube mir, feins Mädchen“.

Grete Lienert-Zultner erinnert sich in dem Lied „Sälwerfäddem“, welches der Stuttgarter Chor anschließend sang, an frühere Zeiten, als sie mit ihrem Liebsten durch den Wald gegangen, was da geschah und dass sie zusammen Jahr um Jahr gemeinsam so manche Wege gegangen sind, bis in den ehemals braunen Haaren sich Silberfäden gefangen haben. So mancher träumt gerne aus der Kinderzeit, wie im Lied „Träume aus der Kinderzeit“ von K.- H. Weber-Müllenbach. „So unbeschwert und fröhlich, wie nur ein Kind sein kann, möcht ich die Zeit verbringen.“ Ja, die goldene Kinderzeit! Doch es bleibt nicht immer so, das Leben geht weiter und man tanzt gerne „Menuett“ nach Mozarts Noten. Auftritt des Chors der Kreisgruppe Stuttgart ...Auftritt des Chors der Kreisgruppe Stuttgart unter der Leitung von Ilse Abraham in den Kolonnaden von Karlsbad (Karlovy Vary). Foto: Hans Duohl In siebenbürgisch-sächsischer Mundart sang der Chor dann das wunderschöne Heimatlied „Zeisken huet e klinzich Näst“, nach der Weise von Hermann Kirchner und dem Satz von Anneliese Barthmes. Die schönen Lieder von Friedrich Silcher „Am Brunnen vor dem Tore“ und „Die Loreley“ wurden auch schön und dynamisch vom Chor vorgetragen, zur Freude aller Zuhörer. Mit dem Abschiedslied „Amazing Grace“, nach einem schottischen Volkslied, und großem Applaus verabschiedeten sich der Chor und seine Chorleiterin Ilse Abraham von der Bühne in Karlsbad.

Am nächsten Tag, dem 27. April, erklang das gleiche Konzert in der Hauptkolonnade in Marienbad. Es war das gleiche schöne Erlebnis für den Chor, in dem Orchesterraum mit wunderbarer Akustik zu singen. Auch hier hatten wir ein begeistertes und dankbares Publikum. Das ausgesuchte Repertoire und die Art der Darbietung haben sowohl die Veranstalter als auch die tschechischen Chorleiter sehr beeindruckt. Gemeinschaftskonzert beim Chorfestival in ...Gemeinschaftskonzert beim Chorfestival in Marienbad. Foto: Cantate Carlsbad Buchmann Das feierliche Abschusskonzert mit allen teilnehmenden Chören fand nachmittags um 17 Uhr im Konzertsaal des Spolecensky dum Casino, Reitenbergerova 53, statt. Dort stellte sich jeder Chor mit einem kleineren Repertoire vor, erhielt dann von den Veranstaltern als Dank und Anerkennung ein Diplom und ein Geschenk in Form eines Clowns aus dem berühmten tschechischen Glas. Zum Schluss sangen alle Chöre gemeinsam das Lied „Proc bychom se netesili“ in tschechischer Sprache, was uns Deutschen ziemlich schwerfiel, aus der komischen Oper „Die verkaufte Braut“ von B. Smetana.

Diese schönen Tage endeten bei einem Sängerabend mit Abendessen und Musik, wo man auch andere Sängerinnen und Sänger kennenlernte. Es war für uns alle ein schönes und bereicherndes Erlebnis, das uns allen noch lange in Erinnerung bleiben und uns weiter anspornen wird. Immer wieder ist es schön und interessant, soziale Kontakte zwischen Chören aus unterschiedlichen Ländern und Regionen zu pflegen.

Unser herzlicher Dank geht auch an die Förderer dieses Projektes: an die Kulturreferentin für Siebenbürgen und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Ilse Abraham

Siebenbürger Sachsen international

„Wieso heißt ihr nicht Siebenbürger Schwaben, wenn ihr aus Stuttgart kommt?“ Beim „Internationalen Chorfestival Cantate Carlsbad“ trifft der Trachtenchor der Kreisgruppe Stuttgart schon am Busparkplatz auf den Friedrich-Silcher Chor aus Dippoldiswalde bei Dresden. Sofort kommt man ins Gespräch von Sachsen zu Sachsen. Von Siebenbürgen haben die schon gehört und kennen sich aus: „Der berühmteste Siebenbürger weltweit ist Peter Maffay!“ Und schon wird über Amiga-Schallplatten fachsimpelt und über die Gruppe „Karat“, die als erste über sieben Brücken gehen musste. Beiderlei Sachsen sind stolz, bei diesem „Internationalen Chorfestival“ dabei zu sein. Schnell wird klar, dass sich alle freuen und stolz sind, heute als Europäer in so schönem Rahmen zusammen mit den ausgezeichneten tschechischen Chören singen zu dürfen.

Aber noch ist es nicht so weit. Die anspruchsvolle Chorleiterin Ilse Abraham will unbedingt noch eine letzte Probe! Die Sänger stehen unter den maigrünen Bäumen des Kurparks im Kreis und singen „Zeisken huet en klinzich Nest...“ Sofort umringt sie ein zweiter Kreis von Zuhörern. Einer winkt aufgeregt. Es ist ein alter Freund unseres Tenors Sami, den er seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Jetzt ist er mit einer Gruppe Siebenbürger Sachsen auf Rundreise und hat von weitem die vertrauten Töne gehört. Siebenbürger treffen sich überall auf der Welt! Öffentliche Probe des Stuttgarter Chors im ...Öffentliche Probe des Stuttgarter Chors im Kurpark von Karlsbad. Foto: Berndt Schütz Aber hier soll doch über den Erfolg des Kreisgruppen-Chores in Marienbad und Karlsbad berichtet werden. Nun, die Akustik in den prächtigen, über 100 Jahre alten Kolonnaden ist spitze. Noch nie hat der Chor sich selbst so gut hören können. Die Zuhörer applaudieren begeistert. Das Abschlusskonzert, bei dem alle Chöre noch einmal im prächtigen Marmorsaal des Kasinos auftreten, ist sehr abwechslungsreich und voll schöner Melodien, gesungen von erstklassigen Chören. Das abschließende Lied aus der „Verkauften Braut“ von B. Smetana singen alle gemeinsam, auch die Sachsen in akzentfreiem Tschechisch, wie die mitgereisten Ehepartner aus dem Zuschauerraum hinterher versichern.

Berndt Schütz

Schlagwörter: Stuttgart, Chor, Chorfestival

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