21. Juli 2026

Kronenfest in Herzogenaurach mit zwei Kronen

Am 21. Juni feierten wir in Herzogenaurach das hier schon längst traditionelle Kronenfest. Nicht nur für viele Siebenbürger Sachsen, auch für zahlreiche alteingesessene Herzogenauracher ist es inzwischen ein fester Programmpunkt im Kulturkalender. Trotz sehr hoher Temperaturen fanden viele Gäste von nah und fern den Weg zu unserem Weihersbachgelände und genossen das Fest im Schatten des schönen Festplatzes.
Aufmarsch der Trachtenträger. Fotos: Georg Hutter ...
Aufmarsch der Trachtenträger. Fotos: Georg Hutter
Die Vorarbeiten begannen am Samstag: Neben dem Einrichten der kulinarischen Stationen und der Vorbereitung des Festgeländes stand natürlich das Binden und Aufstellen der Kronen im Mittelpunkt. Ja, Kronen. Denn wir haben zwei Kronen: eine kleinere Kinderkrone und die „normale“, große Krone. Viele langjährige Unterstützer aus der Nachbarschaft Herzogenaurach, fleißige Mitglieder der Kinder- und Jugendtanzgruppe, zahlreiche Eltern und auch weit angereiste Verwandte und Freunde halfen bei diesen aufwendigen Arbeiten. Aus reichlich Eichenlaub und bunten Blumen wurden zuerst Sträußchen gefertigt, mit denen Erfahrene und Jugendliche gemeinsam die beiden Kronen banden. Deren Spitzen wurden abschließend mit einem Strauß aus Lilien und Kornähren verziert.

Wie immer begann das Kronenfest am Sonntag mit einem Gottesdienst. Pfarrer Schürrle vertrat seine erkrankte Frau, die ebenfalls Pfarrerin in Herzogenaurach ist. Da sie aus der Nähe von Dinkelsbühl stammt, kennen sie den Heimattag der Siebenbürger Sachsen und griffen das diesjährige Motto auf: „Generationen verbinden – Perspektiven schaffen“. In Anlehnung daran wurden die Fürbitten von mehreren Generationen vorgetragen. Musikalisch wurde der Gottesdienst von einem Posaunenchor gestaltet. Er bestand aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der Kindertanzgruppe, Mitgliedern der Jugend- und Erwachsenentanzgruppe und wurde unterstützt von Freunden mit siebenbürgischen Wurzeln. Sehr erfreulich war auch hier das generationenübergreifende Zusammenwirken.
Jung- und Altknecht mit ihren Maiden. ...
Jung- und Altknecht mit ihren Maiden.
Das kulturelle Programm wurde um 14.00 Uhr eröffnet. Begleitet von der Siebenbürger Blaskapelle Nürnberg, marschierten die vielen Trachtenträger um die beiden Kronen auf. Die Vielfalt der farbenfrohen Trachten und das Zusammenspiel der verschiedenen Generationen boten den Besuchern ein wunderbar buntes Bild. Vor allem die Kleinsten unter den vielen Kindern begeisterten die Zuschauer.

Gerhard Berner, Vorsitzender der Siebenbürgischen Volkstanzgruppe Herzogenaurach, begrüßte die vielen Besucher und zahlreichen Ehrengäste aus Stadt und Landkreis sowie Vertreter des Bundes der Vertriebenen und unseres Verbandes. Auch er stellte das Fest unter das Motto des Heimattags und betonte die Bedeutung des Dialogs zwischen den Generationen sowie der Chancen und Perspektiven, die sich daraus ergeben. Zudem erläuterte er den Gästen den historischen Hintergrund des Kronenfestes, das bereits 1730 urkundlich erwähnt wurde und traditionell das letzte Fest des Dankes und der Freude vor der schweren Getreideernte war. Die Ehrengäste zeigten sich in ihren Grußworten begeistert von der Veranstaltung, die den Zusammenhalt stärkt und Generationen zusammenbringt.
Posaunenchor bei der Andacht. ...
Posaunenchor bei der Andacht.
Der Höhepunkt des Kronenfestes wurde bereits mit Spannung erwartet: das Erklimmen des Kronenbaumes. Altknecht Sebastian Chitea (23), seit Anfang 2026 Mitglied der Jugendtanzgruppe, wurde kräftig angefeuert und erreichte mit großer sportlicher Geschicklichkeit problemlos die Krone. Den letzten Teil seiner Rede hielt er auf Sächsisch, was das Publikum sichtlich beeindruckte.

Jungknecht war in diesem Jahr Dominik Bartel (11), seit 2020 in der Kindertanzgruppe. Auch er dankte in seiner Rede für das Fest und den Erhalt des Brauchs. Anschließend kamen endlich die Kinder in den Genuss der Bonbons, die aus der Krone regneten. Mit einem Ehrenwalzer eröffneten Altknecht Sebastian mit Altmaid Sarah Ludwig (16) und Jungknecht Dominik mit Jungmaid Lili Matilda Binder (13) den Tanz.

Nach dem Ausmarsch der Trachtenträger wurde das Programm auf der Bühne fortgesetzt. Die geladenen Tanzgruppen zeigten in ihren vielfältigen, bunten Trachten ihr Können. Erwachsene und auch ganz junge Tänzer begeisterten das Publikum mit ihren schwungvollen Darbietungen. Das abwechslungsreiche Bühnenprogramm gestalteten diesmal die Kinder- und Jugendtanzgruppe Herzogenaurach, die Tanzgruppe Würzburg, die Banater Trachtengruppe Nürnberg und der Volkstanzkreis Steigerwald.
Trachtenträger und die beiden Kronen. ...
Trachtenträger und die beiden Kronen.
Danach gehörte die Bühne den Besuchern. Sie verwandelte sich in eine große Tanzfläche, auf der viele Gäste zu den stimmungsvollen Klängen der Nürnberger Blaskapelle das Tanzbein schwangen. Insgesamt herrschte eine gute, ausgelassene Stimmung bis in den Abend hinein. Für das leibliche Wohl war ebenfalls bestens gesorgt. Neben Grillspezialitäten wie Mici, Steaks und Bratwürsten durften sich die Besucher über gekochte Maiskolben, Hanklich und frisch gebackenen Baumstriezel freuen. Fruchtcocktails, kühle Getränke und Pali sorgten für die passende Erfrischung.

Ein herzlicher Dank geht an alle Mitgestalter und Helfer, die uns auch diesmal so tatkräftig unterstützt haben. Gemeinsam haben wir wieder ein wunderbares Fest gefeiert, das im besten Sinne Generationen verbunden und Perspektiven für die Zukunft geschaffen hat.

Brigitte Schneider

Schlagwörter: Nürnberg, Herzogenaurach, Kronenfest

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