18. April 2018

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Ausstellungen Peter Jacobi und Otto Scherer

In den Jahren 2004 und 2005 hat der Bildhauer und Künstler Peter Jacobi über 200 Ortschaften in Siebenbürgen aufgesucht und deren Wehr- und Kirchenburgen „inventarisiert“ und fotografiert. Dabei sind tausende eindrucksvolle Fotos entstanden.
Eine kleine Auswahl dieser verstörenden und zugleich poetischen Bilder und dazu Skulpturen zeigt der Kunstraum Stoffen vom 7. April bis 20. Mai. Eine weitere Auswahl seiner Bilder ist beim Zeidner Treffen in Dinkelsbühl vom 10. bis 13. Mai zu besichtigen, wo auch Kunstraum-Inhaber Otto Scherer, selbst ein Zeidner, ausstellen wird. Seine Galerie für Gegenwartskunst in Stoffen in der Nähe von Landsberg betreibt er gemeinsam mit Ehefrau Monica seit knapp drei Jahren. Auf www.kunstraum-stoffen.com kann man sich einen Überblick über die bisherigen Ausstellungen verschaffen.Evangelische Kirche in Wermesch, 2005. Foto: ...Evangelische Kirche in Wermesch, 2005. Foto: Peter Jacobi Jacobis Bildband „Siebenbürgen – Bilder einer Reise II. Wehr- und Kirchenburgen – Stillleben nach dem Exodus“ ist voriges Jahr im Schiller Verlag erschienen (siehe https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/18193-die-bilderkraft-der-beschwoerung-peter.html). Der Literaturkritiker Wolfgang Henkel schrieb in seiner Besprechung des Bandes: „Rückblick, Wehmut, Nostalgie und durchaus auch ein Hauch Sentimentalität, stets gepaart mit existenzieller persönlicher Betroffenheit sind hier gleichermaßen zu spüren und werden vermittelt, wenn Jacobi seine Reisen in die Heimat fotografisch dokumentiert und dabei eine breit angelegte, eindrucksvolle und wirklich imponierende Radiographie dieses Ist-Standes bietet. Es sind betörende und elegische Bilder siebenbürgischer Ewigkeit wie verstörender Vergänglichkeit. Selbst die gezeigten Ruinen und mancher verfallene Kirchenraum gewinnen hier noch eine fast narrative Ästhetik und Symbolik, die sich jedoch immer als Erschließung und Erinnerung versteht, nie bloß als trauernder Abgesang. Wobei auch nichts verklärt wird.“ Jacobi, der von 1955 bis 1961 Bildhauerei an der Kunstakademie Bukarest studiert hat und nach seiner Auswanderung von 1971 bis 1998 eine Professur an der Hochschule für Gestaltung Pforzheim innehatte, zeigt viele Aufnahmen von gepflegten, sanierten und nach wie vor imposant wirkenden Kirchen und Kirchenburgen, aber auch beklemmende und traurige Beispiele des Verfalls.

Hans Königes

Schlagwörter: Ausstellungen, Jacobi, Scherer, Fotografie, Kirchenburgen, Skulpturen

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