8. Oktober 2023

Artikel über die Hanklich: „Inbegriff siebenbürgisch-sächsischer Backkultur“

„Die kulturelle Vielfalt Siebenbürgens zeigt sich auch in der kulinarischen Kultur der Region, die von unterschiedlichsten Einflüssen, Bevölkerungsgruppen und deren wechselvoller Geschichte geprägt wurde. Ein spannendes Beispiel dafür ist ein Hefefladen namens ,Hanklich‘.“ Über diesen Hefefladen, der den meisten Siebenbürger Sachsen bekannt sein dürfte, schreibt Dr. Irmgard Sedler, Vorsitzende des Trägervereins des Siebenbürgischen Museums Gundelsheim, in einem Artikel für das Onlineportal „Copernico. Geschichte und kulturelles Erbe im östlichen Europa“ (www.copernico.eu).
Irmgard Sedlers Artikel auf dem Online-Portal ...
Irmgard Sedlers Artikel auf dem Online-Portal Copernico. Screenshot: DR
Die – oder der – Hanklich gehöre zu den ältesten Gebäckarten bei den Siebenbürger Sachsen, komme in unzähligen örtlichen Varianten auf den Tisch und sei der Inbegriff siebenbürgisch-sächsischer Backkultur überhaupt, lesen wir bei Irmgard Sedler. Die älteste schriftliche Quelle datiere auf das Jahr 1541, aber der Name lasse sich bis heute nicht überzeugend erklären. Das Rezept für die „Hanklich mit Eierguss (Geschmiersel)“ aus Christine Schusters „Küche und Haushalt“ von 1904, einem unerlässlichen Handbuch für Generationen von Siebenbürgerinnen, nutzt Irmgard Sedler zur Veranschaulichung der kulturellen Bedeutung dieser Süßspeise. „Die ausführliche Beschreibung des ,Hanklich‘-Backens offenbart einen wichtigen sozial-kommunikativen Aspekt der Herstellung dieses Gebäckes.“ Dieser wird ebenso deutlich durch die Fotos im Artikel, die viele Hände bei den verschiedenen Schritten der gemeinsamen Hanklich-Herstellung zeigen.

Beispielhaft geht die Ethnologin Sedler auf die Tradition des Überbringens der Brauthanklich in Alzen/Harbachtal ein. Fester Bestandteil dieses ritualisierten Brauchs sind Papierschleifen mit kurzen gereimten Texten über Mitglieder der Familie, in die eingeheiratet wurde. Viele solcher Schleifen, aufgezeichnete Erinnerungen an das Hanklich-Backen sowie Fotografien dieses wichtigen Ereignisses sind in der Sammlung des Siebenbürgischen Museums in Gundelsheim zu finden. Als Fazit hält die Autorin fest: „Die Hanklich zeigt, wie eng auch in Siebenbürgen kulinarische Kulturen mit dem sozialen und gesellschaftlichen Leben verknüpft waren.“

Irmgard Sedlers Artikel „Die ,Hanklich‘. Ein Festtagsgebäck der Siebenbürger Sachsen“ findet sich unter dem Link https://www.copernico.eu/de/themenbeitraege/die-hanklich-ein-festtagsgebaeck-der-siebenbuerger-sachsen.

dr

Schlagwörter: Kulinarik, Hanklich, Wissenschaft

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