31. August 2026

Tag des offenen Denkmals 2026 auf Schloss Horneck

Alljährlich am zweiten Sonntag im September findet der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz organisierte „Tag des offenen Denkmals“ statt, an dem auch nicht öffentlich zugängliche Denkmäler den Besuchern – individuell oder in Gruppen – einmalige Einblicke erlauben und Eindrücke vermitteln.
Treffpunkt Schlossinnenhof für alle Führungen bei ...
Treffpunkt Schlossinnenhof für alle Führungen bei den KulturWochenenden des Siebenbürgischen Kulturzentrums Schloss Horneck. Foto: Hermann Depner
Unser Schloss Horneck in Gundelsheim am Neckar passt hervorragend zum diesjährigen Motto: NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur – Historische Bauten, die uns bewegen und verbinden. Deshalb lädt das Siebenbürgische Kulturzentrum Schloss Horneck herzlich ein, am 13. September mit Familie, Freunden und Nachbarn nach Gundelsheim zu kommen und im und um das Schloss mit uns und unseren Schlossführern Heidi Mößner, Dr. Horst Müller, Alfred Deptner und Anselm Honigberger, auf Entdeckungstour zu gehen. Man kann sich auch individuell im Schloss umsehen oder auf der Schlossterrasse den einmaligen Ausblick auf das Neckartal bewundern. Was wir im Rahmen der Führungen zeigen können, lässt sich kaum in wenigen Worten zusammenfassen und richtet sich nach Größe und Interessen der Besuchergruppen. Für unsere jüngeren Besucher bieten wir eine kindgerechte Entdeckungstour an, bei der sie das Schloss auf spielerische Weise erkunden können. Auch wer schon einmal da war, wird sicher Neues entdecken, etwa die neue Themenwand im zweiten Obergeschoss „Kirchenburgen in Siebenbürgen“ – eine von vielen im Schloss, die sich mit unserer Heimat Siebenbürgen beschäftigen. Die im Rahmen eines groß angelegten Spendenprojekts entstandenen Themenwände haben den Umbau und die Weiterentwicklung des Siebenbürgischen Kulturzentrums unterstützt und machen immer wieder neue Facetten der siebenbürgischen Geschichte und Kultur sichtbar und erlebbar.
Führung durch den Festsaal von Schloss Horneck ...
Führung durch den Festsaal von Schloss Horneck mit Dr. Horst Müller. Foto: Heidi Mößner
Auf den Spuren des Deutschen Ritterordens finden wir unzählige Elemente, etwa die älteste und die jüngste Spur, eine Grabplatte aus dem frühen 14. Jahrhundert bzw. eine 2020 dem Schlossverein geschenkte, vergrößerte Replik der Marienfigur aus der Amtskette des Hochmeisters. Wer zum Beispiel nach Wappen des Ritterordens oder von Deutschmeistern und Komturen sucht, wird sicher auch fündig. Ein Pionier der Ernährungsmedizin, Dr. Ludwig Römheld, war von 1899 bis 1938 ärztlicher Leiter der „Kuranstalt Schloss Hornegg“. Seine und die Spuren seiner zum Teil sehr prominenten Patienten finden sich auch im Schloss. Die Frage, wer seine Patienten waren, ist vielleicht anhand von Fotos im Eingangsbereich zu beantworten. Das 1906 errichtete, zunächst mit Kohle betriebene, Heizwerk wurde bereits zwei Jahre nach dem Erwerb durch Siebenbürger Sachsen 1962 auf den damals gängigen Betrieb mit Heizöl umgestellt und war noch bis 1984 in Betrieb. Um- oder Rückbauten sind nach Stilllegung nicht erfolgt, so dass es dort noch sehr interessantes Anschauungsmaterial für Technikbegeisterte gibt. Auf Anfrage können wir auch dort Einblicke ermöglichen. Wer sich zutraut, 80 Stufen in den Felsenkeller hinunterzusteigen und den gleichen Weg auch zurückzukommen, findet dort die Spuren des Bierlagers aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, aber auch jene des Luftschutzkellers aus der Endphase des Zweiten Weltkriegs. Gänsehaut ist angesagt, wenn man sich vorstellt, dass bis zu 600 Personen hier eng beieinander eine schlimme Zeit verbringen mussten. Selbstverständlich gewähren wir auch Einblicke in den letzten Umbau des Schlosses 2020 zum heutigen „Siebenbürgischen Kulturzentrum Schloss Horneck“. Ein Umbau in historischer Bausubstanz, der Denkmalschutzauflagen und aktuelle Bauvorschriften berücksichtigen und zugleich modernen Anforderungen entsprechen muss, ist auch für Fachleute eine anspruchsvolle Aufgabe. Entstanden sind unter anderem 32 individuell gestaltete und eingerichtete Übernachtungszimmer, von denen keines dem anderen gleicht und die im Rahmen eines Spendenprojekts nach siebenbürgischen Ortschaften benannt wurden. Einige davon können die Besucher am Tag des offenen Denkmals besichtigen.
Auf der Veranda des Siebenbürgischen ...
Auf der Veranda des Siebenbürgischen Kulturzentrums Schloss Horneck erhalten Besucherinnen und Besucher spannende Einblicke über die Themenwand Weinland Siebenbürgen – Gundelsheim. Foto: Hermann Depner
So ist rund um den Tag des offenen Denkmals auf und um Schloss Horneck viel geboten, auch das Siebenbürgische Museum bietet seinen Besuchern freien Eintritt, vermittelt einen umfassenden Einblick in Kultur und Geschichte der Siebenbürger Sachsen und lädt um 15.30 Uhr zur Eröffnung des neuen Dauerausstellungsbereichs „Tracht“ ein. Wer sich also davon überzeugen möchte, wie gut unser Denkmal zum oben erwähnten diesjährigen Motto passt, ist herzlich eingeladen, das Siebenbürgische Kulturzentrum Schloss Horneck am Sonntag, den 13. September, zwischen 11 und 17 Uhr zu besuchen.

Dr. Horst Müller

Schlagwörter: Schloss Horneck, Gundelsheim, Tag des offenen Denkmals, Mößner

Bewerten:

15 Bewertungen: ++

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.