3. Oktober 2026

Gedenkveranstaltung in Köln zum 85. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion

Unter dem Leitgedanken „Nicht aus Schuld – auf Befehl!“ erinnerte die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, am 12. September in Köln an die Opfer von Deportation, Leid und Verfolgung. Anlass war der 85. Jahrestag der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion.
Siebenbürger Sachsen nach dem Gedenkgottesdienst ...
Siebenbürger Sachsen nach dem Gedenkgottesdienst im Kölner Dom, von links: Dr. Bernd Fabritius, Harald Eiwen und Rainer Lehni. Foto: Camelia Dederichs
Am 28. August 1941 ließ Stalin den Erlass verabschieden, mit dem die Sowjetregierung das Schicksal der Deutschen in Russland besiegelte und Hunderttausende in die Verbannung und zur Zwangsarbeit nach Sibirien und Zentralasien deportierte. Die Russlanddeutschen traf das Vertreibungsschicksal somit schon zwei Monate nach dem Überfall Nazideutschlands auf die Sowjetunion.

Nach einem ökumenischen Gedenkgottesdienst im sehr gut besuchten Kölner Dom wurde das offizielle Programm auf dem Roncalliplatz fortgesetzt. Wichtige Wortbeiträge kamen unter anderem von Heiko Hendriks, dem Beauftragten der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Heimatvertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler, sowie per Grußvideo von Ministerpräsident Hendrik Wüst. Das Grußwort der Bundesregierung überbrachte Dr. Bernd Fabritius, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Er forderte dazu auf, das Gedenken nicht nur als Erinnerung an vergangenes Leid zu verstehen: „Machen wir es zu einem Auftrag, die Würde jedes Menschen zu schützen, Versöhnung zu fördern und unsere freiheitliche Demokratie entschlossen zu bewahren und zu verteidigen!“

Das Kulturprogramm griff die Themen Deportation, Verlust, Heimat, Hoffnung und Erinnerung auf und verlieh dem Gedenken einen würdevollen Rahmen. Besonders eindringlich waren die persönlichen Erinnerungen mehrerer Zeitzeugen, die entweder vor Ort oder per Videobotschaft zu Wort kamen. Ihre Berichte machten die historischen Ereignisse und deren weitreichende Folgen auf persönliche Weise erfahrbar.

Die Veranstaltung verband kirchliches Gedenken, politische Erinnerungskultur, persönliche Zeugnisse und künstlerische Ausdrucksformen. 85 Jahre nach Beginn der Deportationen stand die gemeinsame Verpflichtung im Mittelpunkt, das Schicksal der Deutschen in der Sowjetunion im öffentlichen Bewusstsein zu bewahren und die Erinnerung an die Opfer an kommende Generationen weiterzugeben.

Neben den befreundeten Landsmannschaften war auch der Verband der Siebenbürger Sachsen mit seinem Bundesvorsitzenden Rainer Lehni und Mitgliedern aus den Kreisgruppen Köln und Bonn vertreten. Der Vorsitzende der Kreisgruppe Köln, Harald Eiwen, beteiligte sich mit der siebenbürgischen Fahne am festlichen Einzug in den Kölner Dom.

Durch das engagierte Zusammenwirken aller Beteiligten wurde diese Gedenkfeier zu einem gelungenen und würdevollen Zeichen lebendiger Erinnerungskultur.

RL

Schlagwörter: Russlanddeutsche, Gedenken, Köln

Bewerten:

11 Bewertungen: +

Noch keine Kommmentare zum Artikel.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.