27. April 2010

Ausreise gegen Kopfgeld: "Sold out" feiert Theaterpremiere in München

Ausreise gegen Kopfgeld – dieses Prozedere ist vielen Rumäniendeutschen bekannt. Neue Studien dokumentieren diese Praxis der rumänischen Regierung, die von Mitte der 50er Jahre bis zum Zusammenbruch 1989 Verwendung fand und dem Staat Devisen in kaum schätzbaren Mengen ins Land spülte. Gianina Cărbunariu, 1977 in Piatra Neamţ geboren, hat darüber das Theaterstück „Sold out“ („Ausverkauft“) geschrieben, das am 5. Mai an den Münchner Kammerspielen Premiere feiert.
Über die Siebenbürgische Zeitung und die Banater Post hat die Autorin im vergangenen Jahr Zeitzeugen gesucht, die sie zu ihren Erlebnissen mit den „Kopfgeldzahlungen“ befragt hat. Aus dem daraus entstandenen umfangreichen Material hat sie ihr Stück „Sold out“ entwickelt – ein Werk über Identität, Heimat und Historie. Für die deutsche Fassung des Textes zeichnet die aus Kronstadt stammende Ina Tartler, Dramaturgin an den Vereinigten Bühnen Bozen, verantwortlich.

Gianina Cărbunariu studierte von 1996 bis 2000 rumänische und französische Literatur an der Universität Bukarest und anschließend (bis 2004) Schauspielregie an der Nationalen Theater- und Filmakademie in Bukarest. Im Jahr 2000 legte sie ihr Debüt „Unwirklichkeiten aus dem nahen wilden Osten“ vor, für das sie den ersten Preis beim Nationalen Drama-Wettbewerb in Rumänien gewann. Mit „Stop the Tempo“ und „Kebab“ (2007 von Barbara Weber an den Münchner Kammerspielen inszeniert) gelang ihr der internationale Durchbruch als Autorin. Mit „Security/Sicherheit/Siguranţa“ realisierte Gianina Cărbunariu ihre erste Regiearbeit an den Kammerspielen. 2007 war sie am LARK Play Development Center New York zu Gast. Sie unterrichtet szenisches Schreiben in Bukarest und Istanbul.

„Sold out“ wird am 5. Mai (Premiere), 9. Mai, 14. Mai und 26. Mai, jeweils um 20.00 Uhr, im Werkraum der Münchner Kammerspiele gezeigt. Eintrittskarten kosten zwischen sechs Euro (für Studenten) und 22 Euro und können an der Theaterkasse, Maximilianstraße 28, Telefon: (0 89) 23 39 66 00, Fax: (0 89) 23 39 66 05, E-Mail: theaterkasse [ät] muenchner-kammerspiele.de, erworben werden.

dr

Schlagwörter: Theater, Zeitzeugenberichte, München, Kommunismus

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