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3. April 2009

Kulturspiegel

„Lebenswelten im Sozialismus“

Ziel der Tagung „Lebenswelten im Sozialismus“, die vom 22. bis 27. Februar von 35 Teilnehmern, vor allem Siebenbürger Sachsen aus Deutschland, der Schweiz und Luxemburg besucht wurde, war es, sich die unterschiedlichen „Lebenswelten“ von Individuen, ethnischen oder beruflichen Gruppen im Sozialismus zu vergegenwärtigen. Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft – frühere politische Häftlinge genauso wie „Normalbürger“ – berichteten von ihren Erfahrungen, die sehr präsent sind und bis heute nachwirken, und reflektierten sie. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 5 mal kommentiert.

  • Don Carlos

    1Don Carlos schrieb am 03.04.2009, 15:28 Uhr:
    Weshalb wird das, was Sie in ihrem Buch "Symphonie der Freiheit" an SLOMR-Geschichte und sozialistischen Wirklichkeiten geschildert haben, nicht in den Tagungenn in Bad Kissigen zur Diskussion gestellt, wurde ich in diesen Tagen gefragt?

    Weshalb ist "30 Jahre SLOMR" dort kein Thema?
    Was sollte ich darauf antworten?
    Als Referent kam ich wohl zu spät? Und als Teilneher hätte ich mich dazwischen drängen müssen mit unwillkommenen Beiträgen womöglich?

    Schließlich war ich von einem der Referenten bereits im Rahmen der Auseinandersetzund in der "Spitzel-Affäre in Berlin" wüst beschimpft worden!

    Aus aktuellem Anlass ein paar Worte, die ich gerade im allgemeinen Forum zum Makrothema "Lebenswelten in Sozialismus" unter spezieller Berücksichtigung der Vergangenheitsbewältigung ganz bestimmter Autoren geschrieben habe:

    "Es ist Sache der Organisatoren von Konferenzen, Tagungen, wissenschaftlichen Veranstaltungen etc. ein öffentliches Gespräch bzw. Podiumsdiskussionen herbei zu führen, wo noch nicht geklärte Fragen beantwortet werden können - im Interesse des gesellschaftlichen Friedens und der Wissenschaft.

    Meine Haltung ist den zuständigen Personen bei Institutionen und Stiftungen seit Jahren bekannt.

    Sie haben nichts getan, damit noch mehr Bürger erfahren,
    wie es mit der Vergangenheit bestimmter Geistesautoritäten beschaffen ist,

    vielleicht weil sie sich nicht selbst belasten wollen,
    vielleicht weil sie nicht selbst einen Teil ihres Lebenswerkes zerstören wollen!
    ( Es ist schwer einzusehen, dass man sich geirrt hat!)

    Es ist auch nicht meine Art, mich irgendwo hinein zu drängen und aufzuschreien.

    Sonst hätte ich das in den letzten Jahrzehnten bei Lesungen von Herta Müller und Richard Wagner schon oft tun können, mit dem Risiko, als unerwünschter Ruhestörer von Fans niedergeschrien und aus dem Saal geworfen zu werden.

    Im Saal einer Dichter-Lesung ist es wie im Forum hier, wenn es um Spezial-Themen geht.

    Wenn der Informationshintergrund bei vielen Teilnehmern nicht gegeben ist, dann kommt es vor, dass man missverstanden wird.

    Der Vorwurf, ein "Ewiggestriger" zu sein, ist schnell formuliert -
    ( auch in der KAS Laudatio auf Herta Müller - und von Min. Präs. Dr. Bernhard Vogel nachgemurmelt!)

    und der differnzierte Nachweis, dass dies nicht zutrifft, ist vor einem Saal mit schlecht Informierten und Fans schwer zu führen!

    Wie erging es vor einiger Zeit Hans Bergel und anderen Opfern der stalinistischen Justiz, als der Mann, der sie 1959 schwer im Securitate-Verhör belastet hatte, nach München kam, um heute aus seinem Werk zu lesen?

    Eine Reihe von Zuschauern wollten nur hören,
    was Eginald Schlattner heute zu sagen hat,

    und nicht,
    weshalb er Hans Bergel,
    Wolf von Aichelberg,
    Georg Scherg und zwei weitere siebenbürger Autoren im Jahr 1959 belastete und ans Messer der Securitate lieferte, ohne überhaupt den eigenen Hals retten zu müssen.

    Für viele Leute von heute ist es nicht schlimm,

    dass Richard Wagner so lange in der Kommunistischen Partei war -

    aber für mich ( den existentiell Bertroffenen!) ist es schlimm,

    weil diese Partei - in wenigen Stunden jährt sich das historische Ereignis zum 30. Mal -

    seinerzeit in Temeschburg unsere Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung anordnete sowie das Niederschlagen von SLOMR in der Stadt an der Bega.

    Am 4. April 1979 wurden in den Morgenstunden nach der RFE-Meldung der SLOMR-Gründung in Temeschburg die Mitglieder der Bürgerbewegung
    Erwin und Edgar Ludwig, Stefan Wolf, Helmut Reiter, Horst Gängler, SLOMR-Präsident Prof. Dr. Fenelon Sacerdoteanu, weitere Personen und Unterzeichner der SLOMR-Gründungsurkunde sowie Carl Gibson, der Kopf der Aktion, in Temschburg verhaftet,
    zwei Tage brutal verhört.

    Am 6. April wurden Erwin Ludwig und Carl Gibson in einem Schauprozess abgeurteilt und anschließend in das Popa Sapca Gefängnis eingeliefert für das Wagnis, eine Bürgerbewegung SLOMR ins Leben gerufen zu haben.

    (Wer noch kein kommunistisches Pseudo-Urteil gesehen hat, der kann es auf meiner Homepage unter "Bilddokumentation" im Internet unter www.gibsonpr.de bewundern!)

    In der gleichen Zeit 1979 vertrauten Richard Wagner und noch ein paar andere Autoren aus Temeschburg aus dem Aktionsgruppen Umfeld und dem Adam Müller Guttenbrunn Kreis des Nikolaus Berwanger (sie waren fast allesamt RK Partei-Mitglieder) weiter der Kommunistischen Partei.

    Noch ganze 8 Jahre vertrauten sie den Kommunisten - bis zu ihrer Ausreise!

    Dann kamen Richard Wagner und Herta Müller hier an und berichteten in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "DER SPIEGEL" aus Hamburg,

    in Rumänien hätte es nie eine Opposition gegen die Kommunisten gegeben.

    Das ist eine Falschinformation -

    und wenn sie trotzdem etwas von SLOMR gehört hatten, aber zu feige waren, mitzumachen, dann ist es sogar

    eine freche Lüge!

    Richard Wagner hat in "Trittbrettfahrer" wider besseres Wissen ( das habe ich weiter oben durch die Email-Zitation nachgewiesen )SLOMR Temschburg lächerlich gemacht!

    Das veranlasst mich zur Annahme, dass er 1987 auch schon "wider besseres Wissen" aussagte

    und dass er zusammen mit Herta Müller, die deutsche Öffentlichkeit frech belog,
    mit der Absicht, sich selbst in der Vordergrund zu schieben.
    Aus opportunistischen Mitläufern des Systems wurden dann in kurzer Zeit unter tatkräftiger Mithilfe des "SPIEGEL" Dissidenten gemacht,
    ja sogar doppelt Verfolgte - von Ceausescu und von den engstirmigen Banater Landsleuten!
    Und der Deutsche Michel glaubte dem "Spiegel" - selbst die Leute aus der CDU und der KAS!
    Ein Phänomen!

    Und keiner widersprach! Keine Widerrede!
    Selbst die sonst so mutigen Schriftsteller kuschten!

    Das sind die Fakten Adine!

    Und ich bin dankbar, dass ich hier offen darüber schreiben kann.

    Die KAS und andere Institutionen, die ungeachtet aller Argumente Herta Müller und Richard Wagner fördern,

    - und heute mit ihnen in Hermannstadt zu Tische sitzen am Mittag und am Abend und fürstlich tafeln

    - auf Kosten des (deutschen?) Steuerzahlers natürlich, oder?

    obwohl beide, Wagner und Müller, Nutznießer des Ceausescu-Regimes waren,

    werden irgendwann einsehen, dass sie auf dem Holzweg sind und dass sie auf die falschen Pferde setzten."
    Herta Müllers Angst vor der Securite scheint angesichts des Festdinners verflogen zu sein.
    Carl Gibson





    [Beitrag am 03.04.2009, 15:31 von Don Carlos geändert]
  • Joachim

    2Joachim schrieb am 03.04.2009, 16:58 Uhr:
    Don Carlos schrieb:
    Es ist auch nicht meine Art, mich irgendwo hinein zu drängen und aufzuschreien.
    Doch das ist ganz genau ihre Art !
    Es ist einfach unerträglich und es nervt!
    Das was Sie zum unzählig wiederholten Mal von sich geben
    interessiert niemanden mehr und es langweilt.
    Nehmen Sie es hin, wie Ihre amerikanischen Freunde auch.
    Schreiben Sie es einfach als Kollateralschaden ab !
    Mit freundlichem Gruß
    Joachim
  • Don Carlos

    3Don Carlos schrieb am 03.04.2009, 17:08 Uhr:
    Sie wollten doch erst dann wiederkommen, wenn die Luft rein ist, Joachim!

    Sie ist noch nicht ganz steril hier im Forum - wie sie sehen, trotz Frühlingsduft und Frühlingsgefühlen ... auch in Sachen Wahrheitsfindung a la Nelson Mandela!

    Manche Dinge kann man nicht oft genug wiederholen -

    gerade wenn es um "kommunistische Verbrechen" und um die Vergangenheitsbewältigung von Wendehälsen geht.

    Man sagt, jeder zweite Bürger der ehemaligen DDR wünsche sich das Arbeiter- und Bauern-Paradies im SED-Staat von Honecker, Erich Mielke, Markus Wolf etc. zurück?

    Die Geborgenheit hinter "Mauer, Stacheldraht und Todesstreifen!"
    Wollen Sie das auch, Joachim?

    Und wohin wollen Sie?

    Zu Lafontaine und Gysi?
    Oder sagen Sie auch mit Barack Obama: "Yes, we can!"?
    Carl Gibson

    [Beitrag am 03.04.2009, 17:12 von Don Carlos geändert]
  • Georg51

    4Georg51 schrieb am 05.04.2009, 21:01 Uhr:
    Zitat von Carl Gibson; Zu Lafontaine und Gysi?
    Oder sagen Sie auch mit Barack Obama: "Yes, we can!"?
    Carl Gibson

    ------------------
    - Was wird uns die Zukunft bringen ???
  • Don Carlos

    5Don Carlos schrieb am 05.04.2009, 21:26 Uhr:
    Wer auf die Stoiker und Schopenhauer hört, tut gut daran, sich auf das Eintreten der schlechtesten aller Möglichkeiten einzustellen.
    Auf den "worst case"!
    Was besagt auch "Murphys Gesetz"?
    Alles, was schief gehen kann, geht auch schief!

    Die Welt steht gerade Kopf - und selbst die Amerika-Gläubigen, wie ich einer war, wurden durch das Überhandnehmen der Lüge in die Krise gestürzt.

    Philosophen und Historiker sind keine Sterndeuter, keine Astrologen - doch es gehört nicht viel zur Vorstellung, dass es noch schlimmmer kommen kann wie zur Zeit der Großen Weltwirtschaftskrise, in den Tagen den Depression und Inflation.

    Auf diese schlimmen Zeiten sollten wir uns alle mental einstellen, selbst in Deutschland - und gerade dann, wenn Demagogen wie Gysi und Erzdemagogen wie Oskar Lafontaine zu Rattenfängern werden oder wenn die bürgerlichen Volksparteien - wie die CDU über ihre Konrad Adenauer Stiftung - nicht mehr wissen, was sie tun.

    Historiker und Philosophen, die meist aus den Erfahrungen der Geschichte lernen, warnen dann vergebens, wenn die Politiker "Charisma und Augenmaß" aufgeben, um dafür der politischen Kurzsichtigkeit und der billigen Effekthascherei beim Stimmenfang zu verfallen.
    Die Hoffung, dass die Krise gemeistert werden kann, sollte nie aufgegeben werden - doch sollten wir auch nie den guten Rat des Arthur Schopenhauer in den Wind schlagen.
    Carl Gibson.


    [Beitrag am 05.04.2009, 21:31 von Don Carlos geändert]

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