22. April 2010

Johannis als Landesforumsvorsitzender wiedergewählt

Klaus Johannis steht weiterhin an der Spitze des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR). Der Hermannstädter Bürgermeister kandidierte am 17. April auf der Vertreterversammlung des DFDR für eine dritte Amtszeit. Johannis wurde mit 27 von 28 Stimmen in geheimer Wahl wiedergewählt, teilte das DFDR in einer Presseerklärung mit. Bestätigt worden ist auch der 21-köpfige Landesvorstand des DFDR.
An der Sitzung nahmen Vertreter der fünf Regionalforen, der Ehrenvorsitzende Dr. Paul Philippi, der Forums-Abgeordnete im rumänischen Parlament Ovidiu Ganţ und Helge Fleischer, Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen, teil. Anwesend waren außerdem die Vertreter der Forumsstiftungen sowie der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt, Thomas Gerlach.

In seinem Bericht ging Johannis auf die trotz finanzieller Schwierigkeiten durchgeführten Aktivitäten des Landesforums im Vorjahr ein. Es seien 84 Veranstaltungen, die Herausgabe von zehn Büchern, zwei Monatsschriften sowie der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien und der Hermannstädter Zeitung gefördert wurden, heißt es in der Mitteilung. Dieses Jahr steht im Zeichen des 20-jährigen Forumsjubiläums und des 65. Jahrestages seit Beginn der Russlanddeportation. Der Ehrenvorsitzende Dr. Paul Philippi mahnte mehr Bodenhaftung von Seiten der Forumsleitung und demokratische Mitsprachemöglichkeiten der Forumsmitglieder an. Der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ ging in seinem Bericht insbesondere auf die aktuelle Debatte um das Schulgesetz ein. Vorgestellt wurde auf der Vertreterversammlung der Entwurf eines Programmes, das in einer nächsten Tagung angenommen werden soll.

Ebenfalls am 17. April tagten die Vertreter des Siebenbürgenforums. Die Sitzung wurde vom Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr geleitet. Dieser legte den Entwurf eines neuen Statuts vor. Porr sagte, damit solle das Forum auch für EU-Bürger mit deutscher Muttersprache geöffnet werden. Im Blick hat er vor allem Rückkehrer und deutschsprachige Immigranten, denen eine Mitgliedschaft im Forum ermöglicht werden solle, ohne den Status als Minderheitenverband zu verlieren. Auf einer Sondersitzung in der zweiten Junihälfte sollen die Vorschläge diskutiert werden.
Am 17. April tagten die Vertreter des ...
Am 17. April tagten die Vertreter des Siebenbürgenforums: Dr. Paul-Jürgen Porr (stehend) berichtete über die Aktivitäten des Siebenbürgenforums, neben ihm Benjamin Jósza (links) und Ovidiu Ganţ (rechts.). Foto: Holger Wermke
Lobend erwähnte Porr die zahlreichen Kulturveranstaltungen der Forumsgliederungen, darunter besonders den Bistritzer Ostermarkt. Er rief die Vertreter auf, einen Vorschlag von Helge Fleischer aufzugreifen. Dieser hatte angeregt, interethnische Projekte zu initiieren, um sich zusätzliche Finanzierungsquellen zu erschließen. Verbessert werden müssen nach Meinung des Vorsitzenden die – derzeit kaum vorhandenen – Beziehungen zum Mediascher Forum. Seit dem Weggang von vier Mitgliedern der Forumsführung in Mediasch, darunter der frühere, 2009 verstorbene Mediascher Bürgermeister Daniel Thellmann, in Richtung der Demokratisch-Liberalen Partei (PDL) gebe es kaum noch Kontakte zum Regional- und insbesondere zum Kreisforum in Hermannstadt. Die rund 600 Mediascher Forumsmitglieder seien praktisch isoliert, so Porr, sie dürften jedoch nicht im Stich gelassen werden.

Holger Wermke

Schlagwörter: Forum, Johannis

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