23. Dezember 2017

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Günther Schuster: "Hellich Nuëcht"

Mit dem Weihnachtsgedicht „Hellich Nuëcht“ grüßt der Mediascher Mundartautor Günther Schuster alle in der ganzen Welt verstreut lebenden Landsleute und erinnert an die ganz besondere Bedeutung und Atmosphäre, die dieses Fest für uns Siebenbürger Sachsen schon immer hatte. Wenn sich zu Weihnachten die Zeit für einen Augenblick auf ihrem Weg selbst verliert und wir innehalten, verzaubern uns die Sterne am Himmel mit ihrem Licht der Erinnerung und entfachen in unseren Herzen jene Glut, die diese Nacht heiligt. Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2018! Norr de Geseangdt!
Hellich Nuëcht

Et äs gaonz reahjch, de Nuëcht äs klõr.
Eos ener Kärz äm Bäsch trepst Lächt
än‘t schär schiun eosgelufän Johr,
daot sich äm deffe Schnie verkrecht.

Hiu iuwen af‘em Dannebūm
heocht de Erännerung und schroat.
Är Zehren flessen durch ‘en Drūm
än diëm et teosend Belder schnoat.

Än deser Nuëcht gefreßt de Zegt;
Sä huët sich sealwst verliuren.
Mät jedem Beld, daot em nea segt,
widd uch e Stärn gebiuren!

Wonn dron dä Stärn um Hemmel glähn
verzuwern sä mät Muëcht
eas Härzen, dä nea alle brähn
und hellijen des Nuëcht.

Günther Schuster



1960 in Mediasch geboren, verließ Günther Schuster seine Heimatstadt schon mit 19 Jahren, blieb ihr aber in vielfältiger Hinsicht stets verbunden. So engagierte er sich kurz nach Gründung der Heimatgemeinschaft Mediasch als eingetragener Verein (1999) in dessen Vorstand als Kultur- und Pressereferent, von 2007 bis 2013 wirke er als deren erster Vorsitzender. 2001 begründete Schuster für die Heimatgemeinschaft Mediasch e.V. das halbjährlich erscheinende Mediascher Infoblatt, das sich unter seiner redaktionellen Leitung zu einer wichtigen und vielseitigen Vereins- und Kulturplattform der Mediascher Sachsen entwickelte. 2005 kam als Beiblatt des Mediascher Infoblatts Günther Schusters Lieblingsprojekt, der Medwescher Tramiter, hinzu. Zusammen mit dem Karikaturisten Wolfgang Untch ist es Schuster mit dem Medwescher Tramiter gelungen, eine Plattform zur Mundartpflege zu schaffen. Es ist heute die weltweit einzige periodisch erscheinende Publikation in siebenbürgisch-sächsischer Mundart. Günther Schuster schreibt: „Der Name ‚Medwescher Tramiter‘ leitet sich von der Trompete = sächsisch ‚Tramit‘ ab. ‚Tramiter‘ = Trompeter nannte man in früheren Zeiten den städtischen Bediensteten, der auf dem Turm der Margarethenkirche Wache schob, um die Bevölkerung mit seiner ‚Tramit‘ vor Feuer oder heranrückenden Feinden zu warnen. So erhielt auch der Turm als weithin sichtbares und unverkennbares Wahrzeichen der Stadt Mediasch den Name Trompeterturm oder auf sächsisch ‚Tramiter‘.“

2009 publizierte Günther Schuster als Co-Autor zusammen mit Hansotto Drotloff den umfangreichen und mittlerweile bereits in 2. Auflage erschienen Bild- und Textband „Mediasch. Ein historischer Streifzug durch die siebenbürgisch-sächsische Stadt an der Kokel“.

Schlagwörter: Weihnachten, Mundart, Gedicht, Mediasch

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