9. Januar 2022

„Von Daheim für Daheim“: Zu Weihnachten wurden zwei sehenswerte Videos auf Siebenbuerger.de gezeigt

Der Einladung zum „Weihnachtsgottesdienst von Daheim für Daheim“, der am 24. Dezember 2021 um 14.00 Uhr gesendet wurde, sind über 13 300 Zuschauer (Stand: 6.1.2022) gefolgt. Der Gottesdienst wurde in der evangelischen Kirche in Törnen mit den Pfarrern Alfred Dahinten, Dietrich Galter, Michael Reger und Klaus Martin Untch gefeiert und aufgezeichnet. Dank einer Kooperation zwischen der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien und dem Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland unter Beteiligung des Bundesvorstandes, seiner Webmaster und mehrerer Untergliederungen wurde ein Gesamtfilm unter der Regie von Alfred Dahinten und Filmemacher Eduard Schneider erstellt. Das Video ist auf dem Siebenbuerger.de-Kanal auf YouTube weiterhin zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=4vaLU8UFfqc. Am ersten Weihnachtstag kam das Video „Weihnachtsmusik & Grußbotschaften für die Siebenbürger Sachsen“ hinzu.
Die Aufnahmen für den Weihnachtsgottesdienst ...
Die Aufnahmen für den Weihnachtsgottesdienst wurden am 18. Dezember 2021 in der evangelischen Kirche in Törnen gemacht. Foto: Adrian Pamfilie
Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere. Mitten in der stillen Adventszeit im Dezember 2021 – kurz nach der Mitteilung über die Absage des traditionellen Weihnachtsgottesdienstes des Kreisverbands Nürnberg in der Sebalduskirche in Nürnberg – erreichte uns eine Anfrage von Pfarrer Alfred Dahinten aus Mühlbach in Siebenbürgen. Er und sein Team planten eine „digitale Weihnachtsübertragung 2021“ und suchten nach aktuellen Kulturbeiträgen dafür.

Die Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberg, Annette Folkendt, plante und organisierte trotz der Kurzfristigkeit beherzt, denn schließlich ging es um einen Beitrag für einen digitalen Weihnachtsgottesdienst für und mit den Siebenbürgern weltweit. Für die Filmaufnahmen konnte sie ein Bläsersextett, bestehend aus Mitgliedern der Blaskapelle Nürnberg und der Stadtkapelle Röthenbach/Pegnitz, sowie Doris Hutter mit einem Weihnachtsgedicht in sächsischer Mundart gewinnen.

Dank der langjährigen Zusammenarbeit mit der Blaskapelle der Siebenbürger Sachsen Nürnberg und der Gemeinde der St. Leonhardkirche in Nürnberg wurden schnell ein Ort und Termin für die Filmaufnahmen gefunden. Für die kurzfristige Bereitstellung der Kirche ein großes Dankeschön an Pfarrer Götz-Uwe Geisler. Ebenso sei den Mitwirkenden des Bläsersextetts des Kreisverbandes Nürnberg recht herzlich gedankt: Günther Zakel (Trompete), Markus Fuchs (Trompete), Brunolf Kauffmann (Flügelhorn), Richard Theis (Tuba), Richard Taub (Tenorhorn) und Kurt Folkendt (Bariton).
Ein Bläsersextett, bestehend aus Mitgliedern der ...
Ein Bläsersextett, bestehend aus Mitgliedern der Blaskapelle Nürnberg und der Stadtkapelle Röthenbach/Pegnitz, gestaltete den digitalen Weihnachtsgottesdienst mit. Foto: Annette Folkendt
Die Aufnahmen in St. Leonhard fanden am Freitagabend, dem 10. Dezember, statt. Während einer kurzen Aufwärmprobe der Bläser im Gemeindehaus schmückten die helfenden Hände der Musikantenfrauen den Altarraum der Kirche festlich und halfen Hermann Depner beim Aufbau der Technik. Wir fühlten uns wie die Nachbarschaftsmütter, die früher in Siebenbürgen den Weihnachtsbaum in der Kirche aufstellten und schmückten. Kerzenschein und Tannenbäumchen, Strohsterne und Christbaumschmuck schufen eine festliche und weihnachtliche Stimmung, genauso wie die raumfüllenden Klänge der Weihnachtslieder „Tochter Zion“, „Alle Jahre wieder“, „Oh du fröhliche“ und „Herbei oh ihr Gläubigen“ des Bläsersextetts, die in der Kirche besonders ergreifend widerhallten.

Die letzten Töne waren verklungen und die Aufnahmen waren schließlich fertig. Erfüllt mit Dankbarkeit und der Gewissheit, einen wertvollen Beitrag für unsere siebenbürgische Gemeinschaft weltweit geleistet zu haben, ließen wir den Abend bei Plätzchen, Glühwein, Brotzeit und gemütlichem weihnachtlichen Beisammensein ausklingen. Die Aufnahmen wurden von Hermann Depner bearbeitet, geschnitten und nach Siebenbürgen für die Einbettung in den Film gesendet. Link zum Video So konnten viele Siebenbürger Sachsen weltweit den Heiligen Abend gemeinsam digital „Gottesdienst von Daheim für Daheim“ feiern, der Predigt von Pfarrer Untch aus Hermannstadt lauschen, die Weihnachtslieder des Pfarrerchors genießen, den Segen von Bischof Reinhart Guib empfangen und dabei die siebenbürgische Gemeinschaft spüren, die uns alle trägt und hält. Denn Weihnachten ist das Fest der Liebe Gottes, welches zum Singen, Beten und Loben einlädt, wo wir als Kinder Gottes über Grenzen hinweg verbunden sind.

Aus Deutschland wirkte nicht nur der Kreisverband Nürnberg mit seinem Bläserquartett und dem Weihnachtsgedicht mit, sondern auch andere Kulturgruppen sind aktiv geworden und haben Beiträge eingesendet. So konnte am 25. Dezember ein zweites Video „Weihnachtsmusik & Grußbotschaften für die Siebenbürger Sachsen“, zusammengestellt von Hermann Depner, ausgestrahlt werden. Neben musikalischen Beiträgen des Honterus-Chors Drabenderhöhe, der Siebenbürger Blaskapelle Augsburg e.V. und des Nürnberger Bläsersextetts wurden auch Grußworte von Rainer Lehni, Ilse Welther, Dr. Berthold Köber und Helge Krempels übermittelt. Dieses Video auf YouTube https://www.youtube.com/watch?v=MI0Gxyusm7I wurde bisher viertausend Mal angeschaut. Das Projekt „Weihnachtsmusik & Grußbotschaften für die Siebenbürger Sachsen“ wurde gefördert vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V., aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales, sowie dem Haus der Heimat Nürnberg.

Gerlinde Zakel

Link zum Video

Weihnachten in Törnen

Die Luft in der kleinen beschaulichen Kirche von Törnen war am 18. Dezember, dem Tag der Aufnahmen für den Weihnachtsgottesdienst, so kalt, dass man uns atmen sehen konnte. Kleine siebenbürgische Dorfkirchen haben natürlich keine Heizung. Trotzdem war die Stimmung sehr gut und die Filmarbeiten gingen schnell voran. Die Kirche war auch von Frauen aus der Gemeinde feierlich geschmückt, der Weihnachtsbaum vorbereitet, die Krippe an ihrem Platz unter dem Tannenbaum. Schwierigkeiten gab es lediglich mit der Anfahrt. Unser Mikrobus war vollbeladen mit der Aufnahmetechnik, und so mussten wir so nahe an die Kirche ranfahren wie nur möglich, um uns das Ausladen zu erleichtern. Das erwies sich aber als sehr schwierig, denn die Hinterräder, die den Bus antreiben, kamen auf der nassen, matschigen Fahrbahn gefährlich ins Schlingern. Da es auch bergaufging, waren wir gezwungen, Schwung auf dem unteren Teil aufzunehmen, denn bei bedächtiger Fahrweise blieb der Bus mit durchdrehenden Rädern einfach stehen. Nachdem wir zweimal gedacht haben, wir würden in der Gartenhecke landen, griffen die Räder dann doch im letzten Moment und brachten uns wieder auf Kurs, bis wir schließlich nahe der Kirche anhalten konnten. Während der Dreharbeiten bewirtete uns pastor loci Dietrich Galter immer wieder mit warmen Kaffee, Tee und Stritzel, wobei man sich an der Kaffeetasse auch gut die Hände wärmen konnte. Draußen wärmte die Nachmittagssonne, die sich von Zeit zu Zeit – sehr unpassend für einen Weihnachtsgottesdienst – durch die Wolken zeigte.
Aufnahmen in Törnen, von links: die Pfarrer Klaus ...
Aufnahmen in Törnen, von links: die Pfarrer Klaus Untch und Dietrich Galter, Klavierlehrerin Alexandra Pamfilie, die Pfarrer Alfred Dahinten und Michael Reger. Foto: Adrian Pamfilie
Wärmer und gemütlicher ging es bei der Probe des „Pfarrerchores“ zu. Es gab nur eine einzige Probe im Wohnzimmer des Pfarrhauses in Neppendorf, danach wurden die Lieder gleich aufgenommen (in der Kirche die ganze Tontechnik aufzubauen erschien uns zu umständlich). Wir sind davon ausgegangen, dass Pfarrer singen können müssen, da sie ja sonst durch die Pfarramtsprüfung fliegen. Und siehe da, es klappte (wie gut, wird der geneigte Leser selbst beurteilen)! Für die Tonaufnahmen war der Trio-Saxones Keyborder Adrian Pamfilie zuständig, seine Frau Alexandra sang die Alt-Stimme. Eduard Schneider baute die Tonaufnahmen dann fachlich gekonnt in seinen Film ein. Zum Abschluss servierte Dr. Sunnhild Galter nach Pfarrfrauenart ein reichliches Abendessen, wobei noch miteinander angestoßen und erzählt wurde und man feststellen konnte, dass bei den Pfarrern Untch und Reger die schlechte Laune sehr schlechte Karten hat.

Wir bedanken uns bei allen, die uns bei diesem Gottesdienst geholfen haben. Im Namen aller Beteiligten wünsche ich Ihnen allen ein gesegnetes Neues Jahr 2022.

Alfred Dahinten

Schlagwörter: Weihnachten, Weihnachtsgottesdienst, Online-Veranstaltung, Törnen, EKR, Siebenbuerger.de, Kreisverband Nürnberg, Blaskapelle Augsburg, Honterus-Chor, Gottesdienst, AK Internet

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