6. September 2026

Einsatz für die deutsch-rumänischen Beziehungen

Das Rumänisch-Deutsche Forum für bilaterale Kooperation (FCBRG) widmete sich in seiner Jahrestagung am 8. August in Deutsch-Kreuz dem Thema „Kulturerbe, Exzellenz und gemeinsame Entwicklung – neue Perspektiven der Zusammenarbeit in einer Welt des Wandels“. „Das kulturelle Erbe ist eine Ressource für die lokale Entwicklung“, sagte Michael Schmidt, Geschäftsführer des Forums.
Das Rumänisch-Deutsche Forum für bilaterale ...
Das Rumänisch-Deutsche Forum für bilaterale Kooperation tagte am 8. August in Deutsch-Kreuz. Foto: Michael Schmidt Stiftung
Das Rumänisch-Deutsche Forum wurde 2015 gegründet, um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Rumänien zu fördern sowie Akteure aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft miteinander ins Gespräch zu bringen.

Die Teilnehmer wollen mehr direkte Verbindungen zwischen den Gemeinden der beiden Länder herstellen. Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Senatspräsidenten Mircea Abrudean. An der Tagung beteiligten sich die Leiter der diplomatischen Vertretungen Deutschlands, Österreichs und Israels in Bukarest sowie Mitglieder der Regierung und des Parlaments aus Berlin. Der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland war durch den Bundesvorsitzenden Rainer Lehni vertreten.

„Wir sind Europa, wenn wir zusammenarbeiten, nicht die Bürokratie“, erklärte Gunther Krichbaum, Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt. Die bilateralen Beziehungen leben nach Ansicht des Bundesaussiedlerbeauftragten Dr. Bernd Fabritius „ganz wesentlich von den Menschen, die Brücken zwischen unseren Ländern bauen“: der deutschen Minderheit in und aus Rumänien sowie der großen rumänischen Diaspora in Deutschland. Fabritius würdigte die Minderheitenpolitik Rumäniens, die in vielen Bereichen vorbildlich sei: „Minderheiten werden als selbstverständlicher und bereichernder Teil der Gesellschaft verstanden und erhalten Möglichkeiten, ihre Sprache, Kultur und Identität zu bewahren und aktiv in die Gesamtgesellschaft einzubringen. Auch eine Vertretung durch Abgeordnete im Parlament ist im Wahlrecht gesichert.“

Laut Adriana Stănescu, der rumänischen Botschafterin in Berlin, leben derzeit etwa 909000 Rumänen in Deutschland; rechnet man die Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft hinzu, sind es sogar 1,2 Millionen Menschen. Rechtsanwältin Oana Krichbaum, Vorsitzende der Deutsch-Rumänischen Gesellschaft in Pforzheim, sprach sich dafür aus, die rumänische Sprache im deutschen Bildungssystem anzubieten.

Emil Hurezeanu und Gunther Krichbaum, die Vorsitzenden der beiden Organisationen für bilaterale Zusammenarbeit (Rumänisch-Deutsches Forum bzw. Deutsch-Rumänisches Forum), haben sich vorgenommen, engere Kontakte in Bukarest und Berlin zu knüpfen und zu pflegen.

Das Rumänisch-Deutsch Forum wurde 2015 gegründet und bis 2025 vom früheren Außenminister Andrei Pleșu geleitet. Vorsitzender ist seit diesem Jahr der ehemalige Außenminister Emil Hurezeanu. Das Deutsch-Rumänische Forum wurde schon 2000 unter der Leitung der bekannten SPD-Politikerin Susanne Kastner in Berlin gegründet. Gunther Krichbaum leitet das Forum seit 2019, als er den Vorsitz des Ausschusses für Europaangelegenheiten des Bundestages innehatte. Traditionell sind die Vorsitzenden der beiden Foren herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Stellvertretende Vorsitzende sind die amtierenden Botschafter in Bukarest und Berlin, Angela Ganninger bzw. Adriana Stănescu.

Einen besonderen Akzent erhielt die Veranstaltung durch die Teilnahme der rumänischen Turnlegende Nadia Comăneci.

Siegbert Bruss

Schlagwörter: deutsch-rumänische Beziehungen, Tagung, Deutsch-Kreuz

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