31. Mai 2018

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Neuer bilateraler technischer Schüleraustausch von Hermannstadt und Gießen

Die Liebigschule Gießen hat eine neue Schulpartnerschaft mit dem Colegiul Tehnic Energetic in Hermannstadt geschlossen. Im Rahmen dieser Partnerschaft wurde zum ersten Mal ein Austausch der beiden Schulen ermöglicht, an dem jeweils 14 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und E-Phase teilgenommen haben. Ziel der Zusammenarbeit ist es, das gemeinsame Interesse an Technik zu vertiefen und die andere Kultur kennenzulernen. Das Projekt wird vom Deutschen Pädagogischen Austauschdienst und der Telekom-Stiftung gefördert, da die Liebigschule Teil des Junior Ingenieur-Akademie (JIA)-Netzwerkes ist. Ins Leben gerufen wurde die Schulpartnerschaft von Dr. Sigrid Schmitt (geborene Zakel), einer Naturwissenschaftslehrerin der Liebigschule, die in Hermannstadt geboren wurde und dort ihre ersten Lebensjahre verbrachte. Sie organisierte gemeinsam mit der Deutschlehrerin Doina Hotaran der Hermannstädter Schule den Austausch. Technischer Ansprechpartner und Betreuer beim Projekt sind Dr. Martin Kotulla von der Liebigschule und der Hermannstädter Schulleiter Sorin Volosciuc.
Am 10. Mai flogen die Schüler des Gießener Gymnasiums von Frankfurt über München nach Hermannstadt, kamen aufgrund von Flugverspätungen aber erst am nächsten Tag dort an. Alle wurden herzlich willkommen geheißen und der restliche Tag zum Kennenlernen in den Gastfamilien genutzt. Am folgenden Tag standen eine Wanderung auf die Hohe Rinne (Păltiniş) und der Besuch einer Wetterstation auf dem Programm. Zudem besuchte die Gruppe das Freilichtmuseum ASTRA, wo der Abend mit einem landestypischen gemeinsamen Abendessen ausklang. Der Sonntag wurde individuell mit den Gastfamilien gestaltet.Besuch einer Wetterstation in Păltiniş. ...Besuch einer Wetterstation in Păltiniş. Foto: Mircea Hotaran Am Montag hospitierten die deutschen Schüler beim Englisch- und Geografieunterricht, nachdem sie vom Schulleiter begrüßt worden waren. Anschließend wurde mit dem Technikprojekt begonnen. Bis 13.30 Uhr hatten alle Schüler ihre ARDUINO-basierende Wetterstation fertig verkabelt.

Danach gab es ein gemeinsames Mittagessen im Festsaal der Schule. Als die Gruppen für die Stadtralley am Nachmittag eingeteilt waren, fanden sich alle im Stadtkern zusammen. Die Schüler sollten etwa 15 Aufgaben rund um den historischen Stadtkern bearbeiten und vor jeder Location ein Selfie machen.Schüler arbeiten am Technikprojekt. Foto: Doina ...Schüler arbeiten am Technikprojekt. Foto: Doina Hotaran Am Dienstag wurde wieder an der Wetterstation gearbeitet, auf die nun das Programm geladen wurde. Die Schüler, bei denen sie nicht funktionierte, mussten die Verkabelung noch einmal überprüfen oder notfalls neu verkabeln. Am Ende durfte jeder deutsche Schüler seine Wetterstation mit nach Hause nehmen.

Am Mittwoch wurde das Projekt beim jährlich stattfindenden 10. Lehrerkongress der Schule bei der Firma Continental, Partner des Colegiul Tehnic Energetic, von zwei Schülern – einem rumänischen und einer Schülerin der Liebigschule – jeweils in ihrer Muttersprache den anwesenden Lehrern verschiedener Gymnasien und einigen Mitarbeitern von Continental vorgestellt. Nach weiteren Vorträgen wurde die Gruppe durch das Continental-Werk geführt. Die Firma ist mit etwa 3500 Mitarbeitern die größte in Hermannstadt, hier werden Teile der Automobilzulieferung entwickelt, produziert und getestet, u. a. ABS- und Tempomat-Systeme für alle führenden deutschen Automobilkonzerne.Diskussion mit Benjamin Jozsa im Spiegelsaal des ...Diskussion mit Benjamin Jozsa im Spiegelsaal des Deutschen Forums. Foto: Laura Micu Am Donnerstag hatte die Gruppe im Apothekenmuseum, das in Rumäniens ältester Apotheke am Kleinen Ring untergebracht ist, eine englischsprachige Führung. Anschließend stand ein Besuch des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) auf dem Programm. Dessen Geschäftsführer Benjamin Józsa empfing uns im Spiegelsaal, erzählte über die Tradition und den geschichtlichen Hintergrund der Deutschen in Rumänien und Hermannstadt und beantwortete Fragen. Abschließend erhielten alle Schüler von Schulleiter Sorin Volosciuc und seiner Stellvertreterin Daniela Rotărescu Zertifikate über die Teilnahme am Austausch. Am Freitag, den 18. Mai, wurden die Schüler von den Gastfamilien zum Flughafen gebracht und traten mit vielen neu gewonnen Eindrücken den Heimflug an. Die Resonanz der Schüler, die sich auf diesen neuen und etwas anderen Austausch eingelassen haben, war durchweg positiv. Alle freuen sich schon auf ein Wiedersehen und bedanken sich herzlich für die tolle Zeit. Nicht nur die Lehrer – auf rumänischer Seite waren acht Lehrerinnen und Lehrer, ein Gastvater und zwei ältere Schüler des Colegiul Tehnic Energetic am Programm beteiligt –, sondern auch die Gastfamilien haben die deutschen Schülerinnen, Schüler und Lehrer sehr gastfreundlich aufgenommen und ihnen eine eindrucksvolle Zeit bereitet. Der Rückbesuch der rumänischen Schüler wird nun für Mai 2019 geplant.

Schlagwörter: Schulen, Austausch, Partnerschaft, Gießen, Hermannstadt

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