21. April 2019

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Eine frohe und Mut machende Osterbotschaft

„Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat“ (1. Johannes 5,4)
Die bildlichen Darstellungen von Karfreitag und Ostern sind sehr vielfältig und von den jeweiligen Epochen bestimmt. Ganz anders sind die Berichte im Neuen Testament, die von Anfang an ausschließlich vom „Wort“ geprägt sind. Im Johannesevangelium lesen wir: „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“.
Dennoch war zu allen Zeiten das Bedürfnis vorhanden, das Wunder des Christus-Geschehens bildlich darzustellen. So sind vielfältige Kunstwerke entstanden, die rund um die Welt Menschen faszinieren, nachdenklich machen und für ihre Fragen auch reichlich im Glauben beschenken. Das nebenstehende Ölgemälde „Ostermorgen“ von Eduard Morres, das Bild wurde uns dankenswerterweise von Konrad Klein zugesandt, um 1950 entstanden, ist nicht nur ein beachtliches Kunstwerk, sondern auch, besonders für jene Zeit, eine Situationsbeschreibung und in die Zukunft weisendes aufrichtendes Glaubenszeugnis.

Hoch aufgerichtet, schwebt der auferstandene Christus, mit der Siegesfahne, über der aufgerissenen, zerfurchten Erde. Im Hintergrund die Karpaten und bescheidene Siedlungen. Eduard Morres: Ostermorgen (auch „Das Licht der ...Eduard Morres: Ostermorgen (auch „Das Licht der Welt“). Öl auf Leinwand, 1950er Jahre (?), 57 x 75 cm, Eduard-Morres-Stiftung in der Kirchenburg von Zeiden. Foto: Konrad Klein Damit kommt das Dennoch unseres christlichen Glaubens und Hoffens bildlich zum Ausdruck. Unser siebenbürgisches Völkchen hatte in den Jahren, als Beschuldigte und Enteignete, Schweres zu dulden und zu leisten. Die Überlebenden der Russlandverschleppten waren wieder zu Hause, aber die Wunden von den Opfern des Krieges waren längst noch nicht verheilt. Die Sorgen um die Zukunft waren allgegenwärtig. Es galt Neuorientierung im Glauben und Hoffen zu gewinnen.

Der Kronstädter Maler Eduard Morres (1894-1980) erlebte bewusst diesen Zeitabschnitt und verlegt den nicht darstellbaren Vorgang der Auferstehung Jesu in die Landschaft seiner Burzenländer Heimat. Damit lenkt er durch seine Darstellung den Blick weg vom Kreuz. Freilich ist der Auferstandene der Gekreuzigte, aber als der an unserer Stelle Gekreuzigte ist er der Auferstandene Herr, wie der Evangelist Matthäus in seinem Evangelium für alle Generationen bezeugt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker; Taufet sie... lehret sie ... Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matth. 28, 16-20).

So wird zukunftsorientiert zum Ausdruck gebracht: Hilfe kommt nicht von den Mächtigen der Welt, sondern von Gott selbst. Dem erhöhten Christus. Das bedeutet, dass der sterbliche Mensch nicht dem Zerfall der ablaufenden Zeit preisgegeben ist. Das ist eine frohe und Mut machende Osterbotschaft für junge und älter gewordene Zeitzeugen. Die Endlichkeit unseres Lebens verfällt nicht dem Nichts, sondern bekommt von Gott den Hauch des Ewigen. Das ist die österliche Verheißung, und sie ist „so unglaublich, dass sie nur geglaubt werden kann“!

Das ist auch die Botschaft des obigen Leitwortes aus dem 1. Johannesbrief für diese Osterfeiertage. „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

Damit wünsche ich Ihnen, liebe Landsleute, ein gesundes und frohes Osterfest!

Hermann Schuller, Dekan i.R.



Schlagwörter: Ostern, Kirche und Heimat, Christentum, Russlanddeportation

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