2. Juni 2019

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Siebenbürgenreise mit vielen Emotionen

Zum Abschluss einer Gemeindereise nach Sizilien in der Osterwoche 2018 verkündete Pfarrerin Eliana Briante: Nächstes Jahr wird es eine Fahrt nach Siebenbürgen geben. Gesagt – getan. Vom 22.-28. April reisten dann 36, z.T. sogar 42 Personen aus den Kirchengemeinden Ingolstadt-St. Johannes und Gaimersheim nach Siebenbürgen – fast ein Drittel von ihnen mit siebenbürgischen Wurzeln. Es war eine eindrückliche Fahrt, von der wir hier nur einige Eindrücke vermitteln können.
Wir besuchten nicht nur große Städte, die zu den sieben Richterstädten zählten, wie Kronstadt, Schäßburg und Hermannstadt mit ihren großen Plätzen, ansehnlichen Schulhäusern und stattlichen lutherischen und weiteren Kirchen, sondern auch kleine Orte, deren Kirchenburgen zum Teil verfallen, zum Teil aber auch liebevoll gepflegt, von Ehrenamtlichen, Konfirmanden und Pfarrern betreut werden und für Gottesdienste und Tourismus geöffnet sind. So kamen wir zum Beispiel nach Wolkendorf nahe Kronstadt, wo uns Pfarrer Uwe Seidner begrüßte und wir in der Ringmauer auch das köstliche Mittagessen mit selbstgemachtem Schnaps, Wein und Baumstriezel genießen konnten. Auch historische Sehenswürdigkeiten wie die Törzburg (Castelul Bran), die Brukenthal’sche Sommerresidenz in Freck oder die großartig befestigte Stadt Karlsburg standen auf unserem Programm.

Unter fachkundiger Leitung eines multikulturellen Reiseführers und eines perfekten Busfahrers durchkreuzten wir große Teile des siebenbürgischen Gebiets, hielten in Radeln beim Kinderheim „Tabaluga“, das Peter Maffay als Erholungseinrichtung für Kinder gegründet hat, bestaunten die historischen Kirchenburgen von Malmkrog und Birthälm, die jahrhundertelang Bischofskirche war.Reisegruppe aus Ingolstadt mit den Gastgerbern ...Reisegruppe aus Ingolstadt mit den Gastgerbern vor der Kirche in Großscheuern. Und wir machten Station in Orten, aus denen einige der Teilnehmenden stammten, was mit besonderen Emotionen verbunden war. So zum Beispiel in Deutsch-Kreuz. Anna Schwarz aus Ingolstadt schrieb hierzu im Rückblick: „Schon auf dem ersten Berg, von dem aus man das Dorf sehen konnte, wie es in der Form eines Kreuzes daliegt, wurde es mir warm ums Herz, und Freudentränen flossen die Wangen herab. Als wir ins Dorf hineinfuhren, sah ich die altbekannten Häuser, ab und zu noch eine Bank oder einen Baum davor, wo die Leute einst im Schatten saßen. Das Bus hielt mitten im Dorf ,auf der Au‘ – von dort gingen wir geschlossen auf den ehemaligen Pfarrhof, heute Haus von Kraus, wo ich es mir nicht schöner vorstellen konnte als ich es vorgefunden habe.“

In Deutsch-Kreuz wie Tage später in Großscheuern – einem Ort, aus dem viele Menschen in den Großraum Ingolstadt ausgewandert und Mitglieder unserer Gemeinden sind – besichtigten wir nicht nur die Kirchen, sondern feierten auch Andachten, durften auf den Orgeln spielen und z.T. sogar die Glocken läuten, die seit Jahrhunderten zum Gebet, zum Gottesdienst einluden und auch die Kinder am Abend wieder nach Hause riefen. An vielen Orten erwarteten uns Menschen, die die Kirchenburgen noch pflegen, sahen die Spuren der Bemühungen, auch mit Unterstützung aus Deutschland einige dieser wertvollen Kultur- und Glaubensschätze zu erhalten und neu mit Leben zu erfüllen, wie uns am letzten Tag Hauptanwalt Friedrich Gunesch von der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien berichtete, nachdem wir gemeinsam den Gottesdienst in der Hermannstädter Johanniskirche mit Pfr. Hans-Georg Junesch gefeiert hatten. Und wir stießen immer wieder auf großartige Gastfreundschaft bei sächsischen wie bei rumänischen Menschen.

Nicht vergessen werden sollen die Kontakte zur rumänisch-orthodoxen Kirche: In Hermannstadt erhielten wir eine Einführung in die orthodoxe Liturgie und Kirche von Theologieprofessor Irimie Marga in der Kirche Sf. Luca. Einige nahmen an der orthodoxen Osternacht teil, die wegen des unterschiedlichen Kalenders 2019 eine Woche nach „unserem“ Ostertermin gefeiert wurde.

Ulrich Eckert

Schlagwörter: Reise, Siebenbürgen, Bericht, Kirchengmeinde, Ingolstadt

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