26. Januar 2003

Streitbare Blumenmalerin

Welcher Mediascher kannte sie nicht, die rührige "Gerdatante" und ihre lebensvollen Blumenbilder? Die ehemalige Versicherungsangestellte, Mutter und Hausfrau - sie hatte in den 1960er Jahren Mal- und Zeichenkurse an der Volkshochschule besucht - malte besonders gerne Blumenbilder.
Gerda Auner: Tulpen in siebenbürgischem Birnkrug (um 1972, Öl auf Pressholz, 46 x 32 cm, im Besitz der Künstlerin).
Gerda Auner: Tulpen in siebenbürgischem Birnkrug (um 1972, Öl auf Pressholz, 46 x 32 cm, im Besitz der Künstlerin).

Auners Vorliebe galt den Sonnenblumen, mehr noch aber den Rosen, von denen jede ihre eigene Persönlichkeit habe, die es darzustellen gelte. Auch Bildnisse, insbesondere Kinderporträts, zählten zu den von ihr gepflegten Bildgattungen. Auners Bilder sind stets in hellen, optimistischen Farben gemalt. Disharmonisches oder ihr unsympathische Menschen darzustellen, lehnte sie aus Selbstschutz ab, auch wenn sie dies als Künstlerin bedauerte: "Es bringt mich seelisch aus dem Gleichgewicht." Gerda Auner gehörte bis zuletzt zu jener Minderheit, die niemals auswandern wollte: "Die moderne Welt ist zu habgierig, die Menschen haben das Nachdenken verlernt." Am 8. November 2002 ist die harmoniebedürftige, aber auch stets streitbare Blumenmalerin sechsundachtzigjährig in ihrer Heimatstadt gestorben. Um eine eigene Meinung war die Mediascher "Powerfrau" niemals verlegen.

Konrad Klein


(gedruckte Ausgabe: Siebenbürgische Zeitung, Folge 2 vom 31. Januar 2003, Seite 10)

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