28. November 2004

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Siebenbürgischer Lichtert in Schwäbisch Gmünd ausgestellt

Um eine Attraktion reicher geworden ist die Ausstellung "Siebenbürgen – eine deutsche Kulturlandschaft in Südosteuropa", die in der Ostdeutschen Heimat- und Kulturstube der Bundes der Vertriebenen im Prediger in Schwäbisch Gmünd zu sehen ist. Während der Advents- und Weihnachtszeit ist ein "Lichtert“, Leuchter aus Streitfort/Repser Gegend, ausgestellt, den Dietmar Melzer nach Anweisungen seiner Mutter Margarete-Sofia Melzer (geb. Depner) erstellt hat.
Die siebenbürgische Ausstellung in der Heimat- und Kulturstube des BdV wurde von Jutta Caplat und Dietmar Melzer zusammengetragen. Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Freitag, 14-17 Uhr, Donnerstag, 14-19 Uhr, Samstag und Sonntag, 11-17.00 Uhr, Montag geschlossen. Anschrift: Museum im Prediger Schwäbisch Gmünd, Ostdeutsche Heimatstube im zweiten Obergeschoss, Johannisplatz 3, 73525 Schwäbisch Gmünd. Der Prediger befindet sich im Zentrum der Stadt, etwa zehn Gehminuten vom Bahnhof Schwäbisch Gmünd entfernt.

Dieser siebenbürgisch-sächsische Lichtert aus Streitfort ist in Schwäbisch Gmünd ausgestellt. Foto: Dietmar Melzer.
Dieser siebenbürgisch-sächsische Lichtert aus Streitfort ist in Schwäbisch Gmünd ausgestellt. Foto: Dietmar Melzer.

Über den „Lichtert“-Brauch gibt das Streitforter Heimatbuch, erschienen 1997 in Gundelsheim am Neckar, wie folgt Auskunft:

Leuchterchen, siebenbürgisch-sächsisch „Lichtert“, „Lichterchen“, „Leuchter“, vereinzelt auch „Krinzkn“ = Kränzchen genannt. Ein für den weihnachtlichen evangelischen Gottesdienst, zumeist zur Morgenmette („Krästmattn“) des 25. Dezember, in verschiedenen Formen, Materialien und Größen hergestellter Kerzenleuchter (Holzgestell in Kreizform), der vornehmlich von Kindern unter Mithilfe von Lehrern und/oder Eltern alljährlich neu aufgeputzt und das Jahr über in der „Gartkummer“ (Sakristei), in der Schule, in der Kirche oder bei der Familie des Besitzers aufbewahrt wurde. Meist wurden vier bis sechs Weihnachtsleuchter im Kirchenraum verteilt, um die sich Buben- bzw. Mädchenchöre scharten und mit der Gemeinde während des Gottesdienstes einen auf alter Tradition beruhenden lateinisch-deutschen Wechselgesang (Quempas-Singen) sangen. Ein allgemein Freudentag war jener, an dem die jeweilige Kindergruppe in den Wald zog, um das Material (bes. Wintergrün = Immergrün) für die Leuchter zu sammeln. Der Weihnachtsleuchter ist weder Vorläufer noch ein Ersatz des Christbaumes, der, erst um 1830 durch einen eingewanderten Dänen in Kronstadt/Burzenland/Siebenbürgen erstmals bezeugt ist und sich in der Kirche nur langsam durchsetzte. Dieser Weihnachtsbrauch hat sich erst danach in fast allen Ortschaften bzw. Kirchengemeinden Siebenbürgens verbreitet.“

Dietmar Melzer


Die Ausstellung <i>SIEBENBÜRGEN - eine deutsche Kulturlandschaft in Südosteuropa</i> in der Heimatstube des BdV Schwäbisch Gmünd wurde von Jutta Caplat und Dietmar Melzer zusammengetragen.
Die Ausstellung SIEBENBÜRGEN - eine deutsche Kulturlandschaft in Südosteuropa in der Heimatstube des BdV Schwäbisch Gmünd wurde von Jutta Caplat und Dietmar Melzer zusammengetragen.

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