3. März 2015

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Alfred Mrass, der nimmermüde Praktiker und Visionär, wird 70

Um die Jahrhundertwende bereits schrieb die Presse über den heutigen Jubilar, dass er sich „unermüdlich für ein gutes Bild der Siebenbürger Sachsen verdient gemacht“ habe. Heute, am 3. März 2015, feiert der Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg und stellvertretende Bundesvorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen, Alfred Mrass, seinen 70. Geburtstag.
Persönlich kenne ich Alfred Mrass seit dem Schuljahr 1958/59, als er, Siebtklässler der Brukenthalschule, von seinen Lehrern schon damals für seine frühreifen Leistungen geschätzt wurde. Bis auf den heutigen Tag bescheinigen ihm seine Freunde und Wegbegleiter herausragendes Engagement und menschliche Größe. Sein Rat ist in der Landesgruppe und im Bundesvorstand des Verbands immer gefragt, anstehende Aufgaben oder Probleme versucht er stets gewissenhaft und in breitem Einvernehmen zu lösen. Der Jugend ist er ein treuer Wegbegleiter und Förderer; seine Ideen sind zukunftweisend nicht nur für den Verband. Für sein außerordentliches ehrenamtliches Engagement wurde Mrass vom Bundespräsidenten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen und von Landrat Dr. Rainer Hass am 20. März 2003 im Großsachsenheimer Rathaus überreicht.

Geboren wurde Alfred Mrass am 3. März 1945 im Harbachstädtchen Agnetheln als Sohn des Taschnermeisters Alfred Mrass und der Mathilde Mrass, geborene Knall. Noch im gleichen Jahr zog die Familie nach Hermannstadt um, wo Alfred mit weiteren drei Geschwistern aufwuchs. Alfred Mrass ...Alfred Mrass Er besuchte die Volksschule auf der Konradwiese und die Brukenthalschule, wo er 1963 das Abitur machte. Das Studium der Physik in Klausenburg beendete er 1968 als Diplom-Physiker. Nach seinem Studium folgten die Mitarbeit am Institut für Elektronische Forschungen in Bukarest und der rumänische Militärdienst. Von 1970 bis 1973 war er Lehrer und stellvertretender Direktor an der IPAS-Berufsschule in Hermannstadt und anschließend bis 1986 Physiklehrer am Brukenthal-Gymnasium. 1974 heiratete er Annemarie, geborene Knall. Aus dieser Ehe stammen drei Kinder. Seit Anfang 1980 verwitwet, heiratete er Ende 1981 Brigitte, geborene Bahmüller. Die Ausreise in die Bundesrepublik erfolgte 1986. In Baden-Württemberg war der Jubilar von 1987 bis 2004 als Referent für berufliche Bildung und zeitweise stellvertretender Referatsleiter beim Landesgewerbeamt tätig. Seit Juli 2004 war Mrass bis zu seiner Verrentung im Jahr 2010 Referent im Wirtschaftsministerium des Musterländles.

Als Alfred Mrass 2005 in Trossingen zum Siebenbürgischen Ritter wider den tierischen Ernst gekürt wurde, behauptete sein aus Hermannstadt angereister Laudator eingedenk der humorvollen Schlitzohrigkeit des Belobigten, dass er im Wirtschaftsministerium hoch angesiedelt sei (er sitzt oben im 3. Stock) und sein Chef, der aus Trossingen stammende Minister Ernst Pfister, auch vorbeikommen wollte, um an Alfreds Ehrung teilzunehmen.

Sein ehrenamtliches Engagement reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Sangesaktiv war er von 1978 bis 1986 Obmann des Hermannstädter Deutschen Männerchores „Hermania“. Für diesen organisierte er dessen 100-Jahrfeier, aus welcher die damaligen Behörden, unter der Ägide des rumänischen Fernsehens, ein Treffen von fünf deutschen Chören in Hermannstadt machten. Es gelang ihm, mit anderen deutschen Chören in Rumänien zusammenzuarbeiten, wobei er die engen Spielräume zur Pflege deutschen Kulturgutes in den dunkelsten Zeiten des Kommunismus nutzte. Der „Hermania“ und seiner Lehrstelle blieb Alfred Mrass auch nach seiner Ausreise treu. So organisierte er 1987 ein erstes Treffen ehemaliger Sangesbrüder in Dinkelsbühl und 1993 ebenda das erste Treffen ehemaliger Lehrer der Brukenthalschule.

In der Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der Siebenbürger Sachsen bekleidete Alfred Mrass verschiedene Ehrenämter: von 1989 bis 1995 war er Pressereferent, 1995 bis 1998 stellvertretender Landesvorsitzender und seit 1998 ist er Landesvorsitzender. Der 70-Jährige hat sich in diesen Ämtern mit ganzer Kraft als Organisator verschiedener Großprojekte hervorgetan, z. B. der Ausstellung „50 Jahre Deportation der Deutschen aus Südosteuropa in die Sowjetunion“ (1995 im Stuttgarter Rathaus) und der 60-Jahrfeier der Landesgruppe Baden-Württemberg 2009 in der Harmonie Heilbronn. Zudem wirkte Mrass an der 50-jährigen Festschrift der Landesgruppe gleichermaßen mit wie an der 60-jährigen sowie wiederholt beim Heimattag der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl.

Der Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg, in deren Einzugsbereich sich auch die siebenbürgischen Institutionen auf Schloss Horneck in Gundelsheim befinden, setzte sich vehement für den Erhalt dieses Standortes ein. In Gesprächen im Innenministerium des Landes Baden-Württemberg und beim Aussiedlerbeauftragen der baden-württembergischen Landesregierung trat Mrass überzeugend für den Erhalt des Siebenbürgischen Museums in Gundelsheim ein. Im Bereich der Förderung der kulturellen Breitenarbeit arbeitet er ebenfalls gut mit den zuständigen Stellen im Innenministerium zusammen.

Mehrere Bereiche sind Alfred Mrass in seinem ehrenamtlichen Wirken für den Verband besonders ans Herz gewachsen. Großen Wert legt er auf die Mitgliederwerbung für die Landsmannschaft, da sich nach seiner Überzeugung „nur ein starker Verband für die Interessen der Siebenbürger Sachsen einsetzen kann“. Jede Untergliederung des Verbands sollte die Mitgliederwerbung zur obersten Priorität erheben, betont der Jubilar. Ein positives Ergebnis zeigte hier 2004 der Wettbewerb der baden-württembergischen Kreisgruppen beim Anwerben neuer Mitglieder.

Auch in der Zusammenarbeit zwischen Verband und Heimatortsgemeinschaften ist sein Rat gefragt. Mrass vertritt dabei die Auffassung, dass der landsmannschaftliche Verband die und Heimatortsgemeinschaften Glieder derselben Körperschaft sind: „Beide müssen derzeit unter Wahrung ihrer Eigenständigkeit eng zusammenarbeiten und Lasten gemeinsam tragen.“ Daher vermittelte Mrass bei auftretenden Problemen wiederholt zwischen den Vorständen von Verband und HOGs.

Die Jugend hat in Alfred Mrass ebenfalls einen treuen und tatkräftigen Wegbegleiter. Die Jugendgruppen und die baden-württembergische Landesjugendleitung genießen seine vorbehaltlose Unterstützung. Diese Haltung gegenüber der jungen Generation kann als vorbildlich für viele andere ehrenamtlich Aktive in unserem Verband betrachtet werden. Der landsmannschaftliche Verband muss sich intensiver und professioneller um die Sicherung und um den Nachwuchs von Führungskräften bemühen. Daher tritt Mrass auch für die Schulung unserer Ehrenamtlichen ein.

Wichtige Gesprächspartner in Baden-Württemberg waren: Ministerpräsident Erwin Teufel und Innenminister a. D. Heribert Rech. Während der letzten Jahre begleitete Mrass herausragende Persönlichkeiten nach Siebenbürgen und Rumänien, wie z. B. Innenminister Reinhold Gall oder Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Auch beim Besuch des Regierungspräsidenten Johannes Schmalzl im Siebenbürgischen Museum auf Schloss Horneck war Mrass Begleiter.

Neben der sehr zeitintensiven Arbeit für den landsmannschaftlichen Verband ist Alfred Mrass Mitglied in weiteren zehn Vereinen. Anerkennung erfuhr er durch die Ehrung mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In Siebenbürgen wurde Mrass mit dem Titel „Verdienter Gymnasiallehrer“ (profesor emerit) geehrt. Der Verband verlieh ihm 2006 das Goldene Ehrenwappen.

Tatkräftig unterstützt wird der Jubilar von seiner Ehefrau Brigitte, die das ehrenamtliche Engagement mit ihm teilt. Viele und zeitaufwändige Aufgaben warten auch in Zukunft auf den Jubilar, sei es in den Institutionen Schloss Horneck oder im Bundesvorstand. Seitens der Landesgruppe Baden-Württemberg des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland wünschen wir Alfred Mrass zu seinem 70. Geburtstag viele gesunde und glückliche Jahre im Kreise seiner Lieben und noch viel Schaffenskraft zum Wohle unserer Gemeinschaft!

Siegfried Habicher

Schlagwörter: Mrass, Baden-Württemberg, Jubilar

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