27. November 2018

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Kulturaustausch der Föderation der Siebenbürger Sachsen

Am 21. Juni 2018 begann unsere Reise. Zwölf sächsische Tänzer aus verschiedenen Tanzgruppen/Orten in Siebenbürgen sollten für zwei Wochen in den Vereinigten Staaten und Kanada an einem kulturellen Austausch der Föderation teilnehmen. Wir waren je ein Tanzpaar aus Hermannstadt, Sächsisch-Regen, Zeiden, Mühlbach, Schäßburg und Fogarasch. Das erste Treffen unserer „frisch gemischten“ Tanzgruppe fand in Schäßburg an einem Wochenende zwei Monate vor unserem Abflug statt. Wir übten gemeinsam intensiv neun Tänze und waren dann bereit, diese beim Heimattag in den USA und bei anderen Veranstaltungen vorzuführen.
Andrea Rost, Vorsitzende des Deutschen Jugendvereins Siebenbürgen, organisierte diese Reise für uns und war die ganze Zeit in Kontakt mit dem Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft in Kanada, John Werner, und der Präsidentin der Alliance of Transylvanian Saxons (ATS) in den USA, Joan Miller-Malue, sodass alles zu einem guten Gelingen kam. Die Tänzer und alle Teilnehmer sind äußerst dankbar für die schöne Zeit, die vor allem ohne diese drei Personen nicht möglich gewesen wäre!

Am ersten Tag, dem 21. Juni, landeten wir nach einem langen Flug in Toronto, Kanada, wo uns John Werner persönlich vom Flughafen abholte und von wo wir nach Kitchener fuhren. Dort trafen wir uns mit den Mitgliedern der Landsmannschaft im Transylvania Klub (Alpine Klub). Nach einer freundlichen Begrüßung, leckerem Essen und einer Kennenlernrunde ging es zu den Gastfamilien.Mit allen Tanzgruppen beim Heimattag 2018 in ...Mit allen Tanzgruppen beim Heimattag 2018 in Cleveland. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Frühmorgens am 22. Juni hieß es ab zum Heimattag nach Cleveland, Ohio! Beinahe drei Tage gab es hier volles Programm. Von Blaskapellen über Chorgesang bis zu sächsischen Tanzvorführungen von Gruppen aus den USA, Kanada und Siebenbürgen war das Programm sehr reichhaltig. Daraus ergab sich eine gelungene Veranstaltung. Hier gab es für uns auch unseren ersten Auftritt voller Emotionen als „neu gegründete Tanzgruppe“. Außerhalb des Heimattags hatten wir am Samstag, den 23. Juni, die Gelegenheit, uns bei einem Barbecue bei Familie Donnellan alle besser kennenzulernen. Herzlichen Dank an die Donnellans für die Gastfreundschaft und die leckeren Burger. Außerdem gab es am letzten Tag in Cleveland eine Stadttour per Schiff und anschließend einen gemütlichen Ausklang des Tages mit Abendessen im Sachsenheim. Für unseren Aufenthalt und das Programm in den USA hat Joan Miller-Malue vorbildlich gesorgt. In Cleveland wurden wir bei sehr netten Gastfamilien untergebracht. Jeder von uns blieb in engem Verhältnis zu „seiner“ Familie.

Am 25. Juni ging die Reise für uns zwölf Siebenbürger und unsere Begleiterin Monica Gilles von der ATS weiter zum Cedar Point in Sandusky. Dort hatten wir Gelegenheit, uns einen ganzen Tag in vielen der gefürchteten Achterbahnen auszutoben. Es war ein energievoller Tag und wir hatten riesigen Spaß! Wir übernachteten in Sandusky in einem Motel und ließen den Abend mit einem Bowlingspiel ausklingen.Mit den Gastgebern in Chicago, USA. Foto: ...Mit den Gastgebern in Chicago, USA. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Dienstag, den 26. Juni, ging es mit neuen Kräften weiter nach Chicago. Dort erwarteten uns bereits alle Gastfamilien mit offenen Armen. Einen großen Dank haben wir hier vor allem Diethield Thut auszusprechen, die unser Programm über die zwei Tage in Chicago organisiert hat. Den ersten Abend verbrachten wir gemeinsam bei Familie Thut mit vielen amerikanischen Leckereien und viel guter Laune. Es war ein wundervoller Abend und eine sehr gute Chance sich besser kennenzulernen.

Am 27. Juni ging es dann in die Großstadt Chicago, wo wir eine Bootstour unternahmen mit den Erklärungen eines Tourleiters und einer prachtvollen Sicht auf alle faszinierenden Gebäude, für die die Stadt bekannt ist. Es war für uns alle ein sehr schönes Erlebnis. Wir hatten sogar Gelegenheit, ein Stück der berühmten Pizza Chicagos zu kosten. Wir hatten jedoch nicht all zu viel Zeit, da wir zu unserem Auftritt ins Hofbräuhaus in Chicago sollten. Hier hatten wir erneut die Möglichkeit, die noch neue Choreographie unserer frisch gemischten sächsischen Tanzgruppe aus Rumänien vorzuführen. Auch hier hatten wir alle eine sehr schöne Zeit mit sehr netten Leuten, guter Musik und leckeren bayerischen Köstlichkeiten. Die beiden Tage in Chicago vergingen wie im Flug und es wurde Zeit sich auf den Abschied vorzubereiten.Gruppenfoto in Chicago, USA. Foto: Privatarchiv ...Gruppenfoto in Chicago, USA. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Unsere Tour durch Nordamerika führte uns als nächstes zu einer kleinen sächsischen Gemeinschaft in Detroit. Am 28. Juni empfing uns die Gruppe im Hotel Holiday Inn Express mit viel Wärme. Nach einer kleinen Stärkung führten wir auch hier unsere Tänze vor und zauberten damit viele Emotionen auf die Gesichter der Gastgeber. Wir haben uns sehr gefreut, vor allem die Reaktionen der Senioren haben uns gerührt. Das Tanzen macht immer mehr Spaß, wenn man sieht, dass man auch bei anderen Freude damit weckt! Wir sind allen in Detroit Beteiligten sehr dankbar und hoffen, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden. Einen speziellen Dank möchte ich hier nochmals aussprechen an alle Teilnehmer und Helfer für die Organisation unseres Austausches in den USA, ganz besonders an Joan Miller-Malue und alle Mitglieder der ATS, alle Gastgeberfamilien, die wir besonders ins Herz geschlossen haben, und nicht zuletzt an Monica Gilles, die uns während der ganzen Woche in den USA begleitete und uns auch sehr ans Herz gewachsen ist. Danke!Mit den Gastgebern in Aylmer, Kanada. Foto: ...Mit den Gastgebern in Aylmer, Kanada. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Am 29. Juni ging es auf zum nächsten Teil unseres Abenteuers und zwar zurück nach Kanada, in die Stadt Aymler, Ontario. Hier wurden wir in der Saxonia Hall von den Organisatoren Rebecca Horeth (Leiterin der Saxonia Dancegroup), ihrem Vater John Horeth (dritter Vizepräsident der Siebenbürger Sachsen in Kanada) und den Mitgliedern des Clubs sehr lieb empfangen. Nun hatten wir etwas Zeit zum Ausruhen und saßen gemütlich unter den Ahornbäumen im Garten der Saxonia Hall beisammen. Es blieb jedoch nicht viel Zeit, da wir uns für den Tanzabend, der in der Saxonia Hall stattfinden sollte, vorbereiten mussten. Es war ein toller Abend, der Saal war voll, es gab gutes Essen und natürlich herrschte gute Stimmung. Die Saxonia Dancers präsentierten uns ihre Tänze und wir führten unsere vor. Mit einem reichen Programm wurde der Abend zu einem schönen Erlebnis, bei dem wir echten Freundschaften wieder einen Schritt näher kamen.

Für die nächsten zwei Tage hatte Rebecca Horeth ein buntes und interessantes Programm vorbereitet, bei dem uns auch die Mitglieder der Tanzgruppe begleiten sollten. Am Samstag besuchten wir das „Elgin County Railway Museum“, wo wir viel Lehrreiches über den Zugverkehr in dieser Region erfuhren. Anschließend hatten unsere Gastgeber ein Picknick im Wald vorbereitet und für den leckeren Nachtisch ging es in eine Eisdiele in der Nähe. Am Nachmittag fuhren wir zu einer weiteren Abkühlung zum Strand, anschließend gab es einen Grillabend bei Familie Gotzmeister, die so nett war uns einzuladen. Es gab gute Musik, leckere Burger und Hotdogs und Gemeinschaftsspiele; alle hatten eine wundervolle gemeinsame Zeit.Kanu- und Kajakfahren in Ontario, Kanada. ...Kanu- und Kajakfahren in Ontario, Kanada. Am nächsten Morgen, dem 1. Juli, zum Nationalfeiertag Kanadas, hatten unsere Gastgeber eine spezielle Überraschung für uns: Kajak- und Kanufahren auf der Route „Calton bis Vienna Branch“. Es war ein großartiges Erlebnis, vor allem, da es das erste Mal für uns alle war, diese Art von Sport zu machen. Es hat viel Schweiß, Teamarbeit und Mut gekostet, aber die Stimmung war entsprechend gut! Es war ein Abenteuer für alle, auch für unsere Gastgeber. Zur Belohnung gab es eine „Pool-Pause“ bei Familie Horeth. Anschließend ging es zu einer Tanzvorführung in einer Halle, wo die „Aylmer Canada Day Celebration“ stattfand. Die Leute dort bekamen eine kurze Vorführung von unserer und natürlich auch der Saxonia Tanzgruppe.

Am Abend stellte Familie Horeth ihren Garten zur Verfügung, wo alle Jugendlichen einen Camping-Abend veranstalteten. Wir stellten Zelte auf, es gab leckere kanadische Köstlichkeiten (z. B. „Poutine“), die mit viel Liebe von unseren Gastfamilien zubereitet worden waren, und als krönenden Abschluss ein prachtvolles Feuerwerk anlässlich des Nationalfeiertags. Die Party klang mit einem wunderschönen Lagerfeuer spät in der Nacht aus.

Nach einer erneuten Abkühlung im Pool und einigen netten Gesprächen zum Abschluss mussten wir uns leider von unseren neuen Freunden verabschieden. Ein großes Dankeschön ist auch hier an alle Gastfamilien und Organisatoren auszusprechen, vor allem an Rebecca Horeth und ihre liebevolle Familie, die sich so intensiv um uns gekümmert haben und uns in diesen paar Tagen sehr ans Herz gewachsen sind. Wir konnten auch hier viel von der Tradition der Sachsen mitbekommen und es war faszinierend zu sehen, bis wohin unsere Wurzeln sich entfalten. Nun hat sich unsere „Familie“ etwas mehr erweitert!Mit den Jugendlichen aus dem Transylvania Club, ...Mit den Jugendlichen aus dem Transylvania Club, Kitchener. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Am Mittag fuhren wir zurück zu unserer ersten und letzten Reisestation, und zwar erneut nach Kitchener, Ontario. Hier war der Treffpunkt wieder im Transylvania Klub (Alpine Klub), wo uns die ganze Gemeinschaft zusammen mit John Werner empfing und die Aufteilung zu den bereits bekannten Gastfamilien veranlasste. Im Anschluss gab es für jeden von uns ein nettes Wiedersehen und gemütliches Beisammensein mit seiner Gastfamilie.

Es folgten ein paar tolle Tage, die auch hier mit einem reichen Pogramm ausgefüllt waren dank den Organisatoren und allen Helfern und Teilnehmenden, denen wir sehr dankbar sind und immer bleiben werden!

Am 3. Juli gab es für uns einen Ausflug nach Toronto, Hauptstadt der Provinz Ontario und größte Stadt Kanadas (nach der Einwohnerzahl). Kolina Tavares, Jugendreferentin der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen in Kanada, und ein paar weitere Mitglieder der Kitchener Tanzgruppe waren so nett und begleiteten uns bei diesem Ausflug. Zu den Attraktionen gehörte dabei der CN Tower, das Ripley Aquarium und eine Stadtbesichtigung per Bus. Die Hitzewelle machte uns etwas zu schaffen, jedoch war es ein schöner und spaßiger Tag, den wir sicher nie vergessen werden. Am Nachmittag ging es zurück nach Kitchener, wo wir uns auf den nächsten abenteuerlichen Tag vorbereiten konnten.Gruppenselfie bei den Niagara Falls, Kanada. ...Gruppenselfie bei den Niagara Falls, Kanada. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Frühmorgens fuhren wir mit dem Bus zu den weltbekannten Niagara-Wasserfällen. Ein atemberaubendes Erlebnis, vor allem, da wir es mit so tollen Menschen wie den Jugendlichen aus Kitchener teilen durften. Wir hatten sogar Gelegenheit, mit dem Boot ganz nahe an die Wasserfälle heranzufahren, um sie in voller Pracht bewundern zu können. Auch an dieses Erlebnis werden werden wir uns immer gern erinnern!

Am Abend fuhren wir zurück nach Kitchener, wo alle samt Gastgebern bei Familie Fritsch zu einer Barbecue-/Poolparty eingeladen waren. Wieder wurden wir verwöhnt mit amerikanischen Leckereien, guter Stimmung beim Volleyballspiel im Pool, Fußballspiel im Garten und am Ende einer gemeinsamen Tanzprobe, bei der wir Schritte und Tanzfiguren austauschen konnten.

Nach so einem vollen Tag ging es am nächsten Morgen zum „St. Jacobs Farmers Market“ in Waterloo, wo wir uns die traditionellen Produkte der Region ansehen konnten und sich jeder etwas zur Erinnerung mitnehmen konnte. Der Ahornsirup und andere Produkte aus Ahorn, die typisch für Kanada sind, waren die größte Attraktion. Ein traditionelles Gericht, die kanadische „Poutine“, konnten wir zu Mittag im Lokal „Crazy Canuck“ erneut verkosten.Mit Mitgliedern des Transylvania Club Kitchener, ...Mit Mitgliedern des Transylvania Club Kitchener, Kanada. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Den letzten Tag verbrachten wir im Transylvania Klub mit einem bunten Kulturabend und einer anschließenden Abschiedsfeier bei Familie Schatz. Hier hatte jeder die Gelegenheit, einige Worte anlässlich unserer gemeinsam verbrachten Tage zu sprechen, einige Tränen flossen und alte sächsische Lieder erklangen in einem Kreis wahrer Freundschaft. Wir bedanken uns besonders bei John Werner, dass er das alles möglich gemacht hat, bei Familie Schmidt für die Mithilfe bei der Organisation, speziell auch bei Familie Emrich und allen Gastgebern, die für uns wie für die eigene Familie gesorgt haben. Einen großen und herzlichen Dank an die Kitchener Tanzgruppe, deren Mitglieder sich auch während dieser Tage um uns kümmerten, mit uns feierten, tanzten und sangen und diese paar Tage zu einer unvergesslichen Zeit gemacht haben.Singabend mit den Gastgebern in Kitchener, ...Singabend mit den Gastgebern in Kitchener, Kanada. Foto: Privatarchiv Tanzgruppe Alles Gute vergeht schnell und endet auch mal. So mussten wir am 6. Juli wieder nach Hause fliegen. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen und ich persönlich freue mich, eine der Glücklichen gewesen zu sein, die an diesem Austausch teilnehmen konnten. Bei dieser Art von Austausch ist der beste Teil immer das, was bleibt, Erinnerungen und Menschen, die für immer in unseren Seelen bleiben, auch wenn die Distanz groß ist. Wir konnten alle sehr viel voneinander lernen und etwas vom Lebensstil des anderen erfahren. Alle von uns erhalten weiterhin den Kontakt aufrecht in den sozialen Netzwerken mit diesen netten Leuten, die uns so unverhofft ans Herz gewachsen sind. Einer meiner Lieblingssprüche lautet: „Für wahre Freundschaften ist Entfernung ein Fremdwort“.

Christine Vlădărean, Leiterin Sächsische Tanzgruppe Zeiden

Schlagwörter: Kulturaustausch, Föderation, USA, Kanada, Siebenbürgen, Bericht

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