12. Oktober 2016

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Siebenbürgisches Keramikmalseminar in Schwabach

Schon seit sechs Jahren organisiert Roswitha Kepp das Keramikmalseminar mit siebenbürgischen Motiven in Schwabach. Keramik bemalen, selber etwas Kunstvolles herstellen? Kann das jeder? Die Fragen stellten sich am Anfang beim ersten Mal, als Frau Kepp dazu einlud. Die Skepsis war groß, aber die Teilnehmer, ob jung oder alt, wurden eines Besseren belehrt.
Unter der fachkundigen Anleitung von Elisabeth Wolf-Treichel gelingt jedem sein individuelles Kunstwerk. Frau Wolf-Treichel ist die Inhaberin des „Color me Keramikstudio“ in Fürth und hält das Seminar schon zum 6. Mal in Schwabach.

Am Samstag, den 24.September, fand das Keramikmalseminar im Gemeindehaus der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Matthäus in Eichwasen statt. Am Anfang eines jeden Seminars referiert Frau Kepp zunächst über die siebenbürgische Keramikmalerei. Dieses Mal hat Frau Kepp wundervolle Fotos und Videos vom Hermannstädter Töpfermarkt mitgebracht. Nach der Begrüßung und der Erläuterung, was man so alles für siebenbürgische Motive malen kann, geht es ans Grübeln. Angesichts der Vielfalt angebotener Motive konnte man sich nur schwer entscheiden, was man denn nun tatsächlich malt. Jeder Teilnehmer hatte sich mehrere verschiedene Rohlinge bestellt. Eine Vase, eine Dose, Müslischalen, Weihnachtskugeln, Krüge, Sterne, ovale Schüsseln, Weihnachtsgebäckschalen, Figuren u.v.m. waren heuer zur Auswahl. Und so will man ja auch alle möglichst unterschiedlich bemalen, sowohl von der Farbe als auch vom Motiv her. Gruppenbild der Teilnehmenden des ...Gruppenbild der Teilnehmenden des Keramikworkshops 2016 in Schwabach. Foto: Malvine Markel Das mobile Keramikmalstudio hatte einen guten und sicheren Platz gefunden, der zudem für jeden gut erreichbar war. Und gleich davor, etwas zur Mitte des Raumes hin, saßen die Künstlerinnen am Tisch und arbeiteten total entspannt an ihren Werken, unterstützt von der fachlichen Kompetenz von Frau Wolf-Treichel, was die verschiedenen Maltechniken betrifft. Neben den Maltechniken, die man schon kennt, erlernten die Damen noch die „Kratztechnik“ und, wie man mit den Klebemotiven auf Keramik umgeht. Dazu kam noch der Umgang mit verschiedenartigen Pinseln, ganz wie die Profis. Das Besondere an diesem Seminar ist: Die Frauen sind kreativ, entspannt und dürfen nach Herzenslust malen. Die Männer sind für diesen Tag die Köche.

Bereits ab 8.00 Uhr in der Früh waren drei Männer damit beschäftigt, das Kesselgulasch zu kochen. Natürlich wird das in einem Schrebergarten über einem Holzfeuer in einem großen Kessel gekocht. Der Chefkoch Hans-Georg Schuster gab den Ton an, probierte, ob noch nachgewürzt werden musste, testete, ob das Fleisch schon gar ist, und wie es mit den Kartoffeln steht. Haben die beiden Köche Hans Thiess und Wilhelm Binder die Kartoffeln schon geschält und gewürfelt? Denn pünktlich um 12.30 Uhr sollte das Mittagessen serviert werden. Davor musste man es aus dem Garten noch quer durch Schwabach bis nach Eichwasen liefern, und heiß sollte es auch bleiben. Nicht, dass die Frauen jetzt so kritisch wären, aber Gulasch schmeckt nun mal am besten heiß. Und eines jeden Koches Lohn ist doch die Aussage: war sehr lecker, hat gut geschmeckt. Der vierte Koch im Bunde, Hans Kepp, war im Gemeindehaus am Herd und bereitete die Nachspeise, Palatschinken, zu. Auch das Tischdecken und -abräumen lag in Männerhänden. Kurz gesagt die ganze Küchenarbeit ist Männersache.

Gut gestärkt und mit einem Fettlöscher im Magen konnte man nach dem Mittagessen weiter werkeln. Langsam füllte sich der Tisch in der Mitte des Raumes mit den fertig bemalten Keramikgegenständen. Während ein Keramikrohling nach dem anderen fertig wurde, stieg den Künstlerinnen ein angenehmer Duft in die Nase, der daran erinnerte, dass man jetzt langsam zum Ende kommen sollte. Während die eine oder andere noch schnell etwas nachbesserte oder sich noch einen Rat holte ertönte schon der Ruf der Köche: „Kaffee ist fertig und die Palatschinken auch!“ Dazu gab es noch sechs verschiedene Arten von Marmelade und Obstkompott. Nachdem dies vortrefflich gemundet hat, stand das Gruppenfoto an, natürlich mit all den selbst bemalten Prachtexemplaren in der Rohfassung. Frau Wolf-Treichel hat sie alle mitgenommen, denn sie müssen noch in den Ofen und bei 1060 Grad gebrannt werden. Erst danach dürfen und können diese Kunstwerke ihre volle Pracht entfalten und Herzen erfreuen.

Malwine Markel

Schlagwörter: Keramik, Nürnberg

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