9. Juni 2017

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Frauentagung in Baden-Württemberg: Wie geht Hanklich, Striezel und Co?

Das Thema für die diesjährige Frauenreferententagung der Landesgruppe Baden-Württemberg stand bereits seit dem Vorjahr fest. Damals hatte Hildegard Kijek die Teilnehmerinnen für das nächste Jahr ins Vereinsheim nach Böblingen eingeladen und dabei den Wunsch geäußert, mehr über siebenbürgisches Hefegebäck zu erfahren. Das ist ein Thema, über das viel geredet wird, bei dem man viel praktische Erfahrung sammeln, Tipps und Tricks austauschen und einfach mal einen gemütlichen Tag miteinander erleben kann.
Der Einladung der Frauenreferentin Gerlinde Zekel folgten insgesamt 31 Damen, die aus den verschiedenen Regionen Baden-Württembergs nach Böblingen reisten. Hier erwartete sie ein liebevoll gedeckter Frühstückstisch, der sich bereits unter vielen Leckereien bog. Hildegard Kijek und ihre fleißige Böblinger Mannschaft, bestehend aus Gerda Ludwig, Renate Müller, Inge und Willi Kaufmes, empfingen die Gäste mit Sekt und Butterbrezeln. Das Frühstück zog sich länger hin als geplant, da es viel zu erzählen gab.

Einige Teilnehmerinnen brachten fertige Teige mit und erklärten anhand von Bildern und auch praktisch sehr anschaulich, was wie gemacht wird. Es wurden mehrere Gruppen gebildet, da die Platzverhältnisse im Vereinsheim dies zuließen. So konnten die Interessierten von Station zu Station gehen, überall zuschauen und auch aktiv mitmachen. Die Frauenreferentinnen tagten in der Heimatstube ...Die Frauenreferentinnen tagten in der Heimatstube des Vereinsheims der Kreisgruppe Böblingen. Foto: Maria Bertleff Die Gruppe um Gerlinde Zekel bereitete Hanklich und Striezel vor. Hier wurden die gemahlenen Nüsse mit Zucker und Butter vermischt und die Füllung hergestellt, ebenso der Eier-Rahm-Belag für die Hanklich. Gries wurde gekocht und die verschiedenen Füllungen wie Rahat und Kirschen bereitgestellt. Man kam auf dem Rundgang immer wieder in Versuchung zu naschen.

An einer anderen Station bereitete Gerda Molner nordsiebenbürgische Spezialitäten vor, unter anderem eine Gemüsepizza und einen Klotsch mit Rosenmuster. Dieses Muster entsteht durch eine besondere Technik, die mit großem Interesse verfolgt wurde.

Zwei Backöfen wurden vorgeheizt und mehrere Bleche teils zusammen, teils nacheinander hineingeschoben. Bald durchzog der betörende Duft von frischem Hefegebäck den großen Saal und die Küche. Rege Gespräche wurden geführt und so merkte man gar nicht, wie die Zeit verflog. Pflaumenhanklich, Buchteln, Krapfen, Kipfel und, und, und … Ja genau! Baumstriezel! Das Hefegebäck schlechthin, der Renner auf allen Festen. Jedes Mal gibt es am Baumstriezelstand die längsten Schlangen. Gerda Tusan hatte alles mitgebracht, was zur Herstellung benötigt wird. Ein kleiner umgebauter Elektroofen, in dem früher in der DDR „Broiler“ gebraten wurden, dient nun als Baumstriezelbackofen. Ein speziell auf die Größe des Baumes zugeschnittenes Brett und weitere Utensilien vervollständigten die Ausstattung. Gerlinde Zekel hatte den Teig vorbereitet und so konnte man Gerda Tusan bei der Arbeit zuschauen. Sie stellte den Burzenländer Baumstriezel her, der aus einer einzigen großen Teigplatte besteht und vollständig um den Baum gewickelt wird. Die Naht wird verklebt und dann kommt Butter und Zucker darauf. Das Wasser läuft einem beim Zuschauen im Mund zusammen. Eine andere Technik besteht darin, dass Teigstreifen um den Baum gewickelt werden, die leicht überlappen und dann durch das Backen nur leicht miteinander verkleben. Der Baumstriezel kann so beim Essen „abgerollt“ werden.

Als Uthe Hartmann mit kleiner Verspätung das Mittagessen brachte, konnten sich die Frauen nur schwer losreißen von dem Tisch, auf dem die fertig gebackenen Köstlichkeiten aufgereiht standen. Nach dem Mittagessen folgte ein kurzer Rundgang durch das Vereinsheim, das die Vorsitzende Hildegard Kijek mit großem Stolz vorstellte. Viel Zuspruch und Lob konnte die Kreisgruppe Böblingen hierfür einheimsen. Der Vortrag in Form einer Power-Point-Präsentation, dargebracht von Hildegard Kijek zum Thema „Die siebenbürgischen Feste im Laufe des Jahres, wie sie heute in Deutschland noch durchgeführt werden“, rundete den Nachmittag ab. Bei Kaffee und Kuchen folgte die obligatorische Vorstellungsrunde, die dieses Mal ans Ende des Tages gerutscht war. Gestärkt und bereichert um neue Eindrücke, machten sich die Teilnehmerinnen schließlich auf den Heimweg.

Ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen beigetragen, die Teig und Zutaten, Backformen und alle möglichen anderen Dinge mitgebracht, die sich mit viel Liebe zu diesem Brauchtum eingebracht und es ermöglicht haben, viel Wissen und Erfahrung weiterzugeben. Danke an Gerlinde Zekel, die es immer wieder schafft, neue interessante Themen zu finden und die Menschen dafür zu begeistern. Danke an Maria Bertleff, die die technische Betreuung innehatte und auch jede Menge Fotos geschossen hat.

Hildegard Kijek

Schlagwörter: Frauen, Hanklich, Backen

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