14. Januar 2026
Weihnachtsgottesdienst nach siebenbürgischer Tradition in Augsburg
Am vierten Advent, dem 21. Dezember 2025, um 16.30 Uhr fand der Siebenbürgische Gottesdienst mit Krippenspiel in der Heilig-Kreuz-Kirche Augsburg statt. Was sich so einfach notieren lässt, beinhaltet viel mehr. Wir haben eine neue Bleibe: Unser größter traditionell siebenbürgischer Gottesdienst wird, wie der letzte Reformationsgottesdienst, in Zukunft in Heilig-Kreuz stattfinden. Und dieses Gotteshaus ist ein ganz besonderes: Es ist der erste protestantische Kirchenneubau in Augsburg, 1652 im Stil einer evangelischen Predigtkirche des Frühbarocks erbaut.

Die Blaskapelle unter musikalischer Leitung von Siegfried Krempels stimmte mit dem Weihnachtsliederpotpourri auf Heiligabend ein. Die Orgel ertönte unter den flinken Händen von Heinz Dannenbauer, und Diakonin Krauß sprach zur Gemeinde die Weihnachtsbotschaft und die Worte: „Gott ist da. Er kommt in unsere Welt, das spüren wir, wenn wir hier alle zusammen sind.“
Die vollen Klänge der 30 Jahre alten Orgel mit 35 Registern, auf drei Manuale und Pedal verteilt, luden zum Singen von „Tochter Zion …“ ein. Alle stimmten ein. Es wurde gebetet, der Siebenbürger Chor unter Leitung von Elfriede Ungar sang im linken Seitenschiff „Immer, wenn es Weihnacht wird“. Hanna Schuster und Christian Schöffendt, beide Mitglieder der Siebenbürgischen Kindertanzgruppe Augsburg, begannen den biblischen Weihnachtstext vorzutragen. Mit Orgelbegleitung sang die Gemeinde „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, wobei ein himmlisch anmutendes Schlagwerk zu hören war, während sich zeitgleich ein goldener Stern in der Mitte des 300 Jahre alten siebenteiligen Orgelprospekts drehte. Hanna und Christian lasen die Geschichte zu Ende. Begleitet von Orgelspiel und dem Gesang der Gemeinde: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind …“, zogen die Darsteller des Krippenspiels in die Kirche ein, einem Stern folgend, der, vom ersten Engel getragen, hoch über den Häuptern der Kinder leuchtete. Die weißen Kleider der Engel waren wie in Siebenbürgen üblich mit goldfarbenen Girlanden an Rock, Arm und Taille geschmückt. Am Kopf trugen sie den gleichen Schmuck, einem Heiligenschein gleich, im offenen Haar und den Rücken schmückten Flügel mit weißen Federn. Maria, die Josef begleitete, trug das traditionell blaue Schultertuch und die Hirten stützten sich in Pelz gekleidet auf ihren Hirtenstock, während die Könige in bunten Gewändern mit goldverzierten Umhängen und jeweils eine goldene Krone tragend majestätisch auftraten. Unter Anleitung von Ute Bako spielten sie das mit Sandra Bruss und Larissa Seiwerth gut einstudierte Krippenspiel, unterstützt vom Gesang des Da Capo Chores auf der Orgelempore. Lisa Schmidt dirigierte die trefflich zu den Szenen passenden Lieder wie „Euch ist ein Kindlein heut geboren“ und „Ein Stern zeigt den Hirten den Weg durch die Nacht“.

Helmut Schwarz, unser Kreisvorsitzender, ging ans Rednerpult, um alle Anwesenden herzlich zu begrüßen und sich bei Diakonin Krauß und der Gemeinde Heilig-Kreuz zu bedanken, dass wir jetzt und in den kommen Jahren hier unsere Gottesdienste feiern können. Er wünschte allen eine besinnliche Weihnachtszeit, Ruhe und Gesundheit. Er dankte allen Ehrenamtlichen und bat um Gottes Segen. Der Chor sang „Weihnachtsfreude“, wonach sich die Gemeinde zum Gebet und Erhalt des Segens erhob.
Die Kinder freuten sich über die vielen liebevoll vorbereiteten Päckchen. Der Handarbeitskreis unter Leitung von Adelheid Kellinger hatte, wie in den Jahren davor, die Orangen, Äpfel, Nüsse, Süßigkeiten, handgemachtes Gebäck sowie das Jahresprogramm 2026 der Kreisgruppe in Tüten verpackt. Und auch dieses Weihnachten erreichten und erfreuten mehr als 60 solche Päckchen dank des Einsatzes der Vorstandsmitglieder in den folgenden Tagen unsere Kreisgruppenmitglieder, die 90 und mehr Jahre alt sind.
Nun strömte die Gemeinschaft langsam aus der Kirche, auf dem Weg nach draußen begrüßten sich viele herzlich und einige blieben vor der Kirche kurz in kleinen Grüppchen stehen, bevor sie den Heimweg antraten. Die Spenden dieses Gottesdienstes gehen an „Make a Wish“, eine bundesweite Organisation, die schwerkranken Kindern hilft, sich einen Wunsch zu erfüllen, wobei die Freude darüber diesen Kindern möglicherweise einen ungeahnten Gesundheitsschub gibt.
Wir danken allen, die zum Gelingen dieses großen Weihnachtsgottesdienstes nach siebenbürgischer Tradition beigetragen haben.
Ulrike Lassner
Schlagwörter: Gottesdienst, Krippenspiel, Weihnachten
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