Kreisgruppe Fürstenfeldbruck: 50 Jahre Waldfest – eine Erfolgsgeschichte
Diese Veranstaltung wurde am Sonntag, den 28. Juni, gebührend auf der Waldlichtung am Engelsberg oberhalb des Klosters Fürstenfeld gefeiert. Schon zwei Tage davor begannen die Aufräumarbeiten des Platzes mit Kehrmaschine und Gartengeräten, Versorgungsleitungen, Strom und Wasser wurden verlegt, Getränkekühlwagen stand bereit sowie Bänke, Tische, Zelte und Grills.
Das Fest begann traditionsgemäß mit der Morgenandacht, gehalten vom siebenbürgischen Pfarrer Johannes Waedt und begleitet vom Bläserchor der Kreisgruppe. Pfarrer Waedt hielt einen lebendigen, anschaulichen Waldgottesdienst, in dem es um Vergebung ging und um das Auf und Ab im Leben, anschaulich gestaltet mit Hilfe einer Schaukel, assistiert von zwei jungen Mädchen.
Der Vorstandsvorsitzende Klaus Schöpp begrüßte die Gäste und Ehrengäste, bedankte sich bei Pfarrer Waedt für die Andacht und den langen Weg, den er auf sich genommen hatte.
Anlässlich des Ereignisses präsentierte der Altvorsitzende Horst Schuster die Historie dieses Festes: Dazu ein Interview, das Vorstandsmitglied Hugo Wolff mit dem damaligen Altvorsitzenden Helmut Reißenberger 1997 führte.
Wolff: „Herr Reißenberger, wie gefällt es Ihnen auf unserem Waldfest?“
Reißenberger: „Sehr gut, schönes Wetter, gute Organisation, leider nicht so viele da.“
Wolff: „Früher, zwischen 1975-78, waren Sie der Organisator. Wie waren die Feste damals?“
Reißenberger: „In den ersten Jahren kamen viele, von weither, mit Bussen. Die Tanzgruppen von Geretsried und Emmering erfreuten uns.“
Wolff: „Wann fand das erste Waldfest am Engelsberg statt?“
Reißenberger: „1975 ging ich da oben mit meiner Frau spazieren und entdeckte diesen schönen Platz. Es kam mir die Idee, hier Waldfeste wie zu Hause, in Siebenbürgen, zu veranstalten.“
Wolff: „Dafür sind wir Ihnen dankbar.“
Oh ja – wir sind Herrn Reißenberger für seine Idee dankbar – haben wir doch das Glück einen der schönsten Plätze in und um Fürstenfeldbruck für unser Waldfest nutzen zu dürfen.
Vorsitzender Klaus Schöpp beim Glockenschütteln mit musikalischer Begleitung von Marianne Mayr. Foto: Carmen Schuster
Nach der Idee und einigen Rücksprachen hieß es: gesagt – getan. Natürlich musste vieles improvisiert werden: Getanzt wurde auf dem Waldboden, gegrillt wurde auf einem alten Stahlgestell, das den Grillern Brandblasen und Verbrennungen bescherte. Trotz dieser Anfangsschwierigkeiten, die von den Organisatoren gemeistert wurden, war das Waldfest geboren und ist seit damals fester Bestandteil des Verbandslebens der Siebenbürger Sachsen der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck. Das Helfer- und Organisationsteam lernte dazu, sammelte Erfahrungen und gab diese an Neueinsteiger weiter. Utensilien und Material wurden in Stand gesetzt oder neu angeschafft, Abläufe optimiert, zeit- und kraftsparender. Heute werden Edelstahlgrills mit Dach und Rauchabzug verwendet, fließend Kalt- und Warmwasser, Spüle, Zelt für Essenausgabe, Bodenabdeckung und einiges mehr für Sicherheit und Hygiene. Schuster erwähnte noch die junge Linde, die zum Anlass des 35-jährigen Jubiläums des Waldfestes als junges Bäumchen gepflanzt wurde und nun eine stattliche Größe erreicht hat. Eine Messingtafel an ihrem Fuß kennzeichnet sie. „Möge diese Linde irgendwann die Größe und den Umfang ihrer benachbarten, alten Baumkollegen erreichen und auch dann noch die Besucher des Siebenbürgischen Waldfestes erfreuen“.
Ein besonderer Dank gilt Robert Reichlmayr, Inhaber des Engelsberger Hofes, der uns seit vielen Jahren mit seinem Stapler eine unverzichtbare Hilfe ist.
Das heurige Waldfestjubiläum darf sich nun in die Reihe der besonders gelungenen Feste einreihen hinsichtlich Wetter, Stimmung und Unterhaltung. Als Ehrengäste begrüßte Schöpp: Kerstin Arz vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen, Ute Brenndörfer, Bundesgeschäftsführerin des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, Ursula Meyndt, Vorsitzende der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen, Gerlinde Zurl-Theil, Referentin für Frauen, Familie und Aussiedlerbetreuung im Verband der Siebenbürger Sachsen, Christian Götz, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck, Dr. Johann Kremer, Vorsitzender des Sozialwerks der Siebenbürger Sachsen, Michael Schneider, Altvorsitzender der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck.
Nun ergriff Oberbürgermeister Christian Götz das Wort und teilte mit, dass er das Waldfest als Besucher sehr gut kenne und nun die lange Geschichte und den Werdegang dieses Festes auch kennenlernte.
Zur Tradition gehören auch die Auftritte von Tanzgruppen, immer ein Highlight dieses Fests. Diesmal dabei die Kindertanzgruppe des Bayerischen Trachtenvereins D’Moasawinkler aus Mammendorf, die Erwachsenen- und die Schülertanzgruppen aus Geretsried. Natürlich begeisterte Zuschauer und Zugabewünsche. Die Stadtkapelle Fürstenfeldbruck sorgte mit ihrem breiten Repertoire und gelegentlichen Gesangseinlagen für Tanzvergnügen und eine stets gefüllte Tanzfläche. Auch die Kreisgruppe hat ihre Künstler: Vorstandsvorsitzender Klaus Schöpp gibt mit der Trompete in unserer Bläsergruppe den Ton an. Er beherrscht auch das Glockenspiel, zusammen mit Vorstandskollegin Marianne Mayr mit ihrer Harmonika gaben sie altbekannte Lieder zum Besten, zum Mitsingen geeignet. Jemand fragte, ob ein Glockenspiel schwierig sei? Schöpp: „Nein, überhaupt nicht. Man muss nur die richtige Glocke erwischen und schütteln!“
Das Fest neigte sich dem Ende zu, 18.00 Uhr ist Zapfenstreich. Nach dem Fest ist vor dem Fest, in umgekehrter Folge: alles wieder abbauen, aufräumen, einlagern und den Platz sauber und aufgeräumt hinterlassen. Nach zwölf Stunden Einsatz traten auch die Helfer zwar müde, aber zufrieden den Heimweg an. Dank an das Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen e.V. und das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales für die finanzielle Hilfe für dieses Projekt.
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