8. November 2017

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Für Liebhaber: Neuer Lyrikband von Matthias Buth

Matthias Buths schmaler Gedichtband „Gott ist der Dichter“ ist ein kleines Schmankerl für Bibliophile. Erschienen in der Reihe „Die Besonderen Hefte“ des Wuppertaler NordPark Verlages, präsentiert sich Buths Lyriksammlung auf edlem, cremig-weißem Papier, handgefalzt, handgeheftet und in einen zarten Schutzumschlag eingeschlagen, den eine Grafik des siebenbürgischen Künstlers Gert Fabritius ziert.
Optik und Haptik dieses „besonderen Heftes“ korrespondieren mit den federleichten und zugleich melancholisch aufgeladenen Inhalten: „Milch perlt aus den Manualen/ Wenn der Alte/ Seine Orgel pflügt (…)// Siebenweit die Fuge/ Sie ist ein Land/ Aus rindigen Händen/ Warm dampfen die Töne// Der Schnee stellt seine Leiter/ An die Ringmauer“. Die Ringmauer verrät den Fokus: Siebenbürgen, Rumänien ist eine der Landschaften, die Matthias Buth in seinen Gedichten „verdichtet“, umkreist, mit Worten materialisiert – die „milchperlenden Manuale“ hat er in Großau gefunden und im gleichnamigen Gedicht verewigt. Auch Temeswar und Sibiel, Schäßburg und Holzmengen sowie „Pfarrer Bruno Fröhlich“ haben Eingang in die lyrische Welt Matthias Buths gefunden. Den Beginn aber macht im vorliegenden Band Rothberg. Die Vorstellung des Gedichts „Gemeinde“, Eginald Schlattner gewidmet, die 2007 in der „Frankfurter Anthologie“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschien, eröffnet den Reigen der Werke, die der Autor für diese Veröffentlichung ausgewählt hat.

r ... Der Lyriker Buth ist im wahren Leben promovierter Jurist, geboren 1951 in Wuppertal, und war zuletzt (bis Ende 2016) als Leiter des Justitiariats bei der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt tätig; seitdem arbeitet er als Rechtsanwalt in einer internationalen Kanzlei. Gedichte, Rezensionen, Essays und Feuilletons veröffentlicht er seit 1973, zudem übersetzt er ins Rumänische, Polnische, Französische und Arabische. So kann man im vorliegenden Band auch „Jordanische Passagen“ abschreiten, wo sich am Nachmittag „Die Felsen mit weichem Rot schminken“, die Wüste „sich spannt wie gezuckerter Tee“ und nach Sonnenuntergang „Die Felsen ritzen Schweigen/ In die Spalten“. Vor dem inneren Auge ersteht die „Verheißung“ eines Händlers in Petra: „Lapislazuli/ Naturrubin und/ Blutschwarze Steine// Von Mädchenhänden in Silber gefasst/ Eingelächelte Sterne die atmen“.

Die kleine, feine Auswahl bereits erschienener sowie ganz neuer Gedichte von Matthias Buth nimmt man auch dank der besonderen Ausstattung sicher mehr als einmal zur Hand; sie schmeichelt Augen und Fingern ebenso wie dem Geist.

Doris Roth


Matthias Buth: „Gott ist der Dichter“. Psalmen und andere Liebesgedichte. NordPark Verlag, Wuppertal, 2017, 64 Seiten, ISBN 978-3-943940-30-5, 10,50 Euro.

Schlagwörter: Lyrik, Buch, Vorstellung, Siebenbürgen

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