7. August 2019

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24. Carl-Filtsch-Wettbewerb-Festival in Hermannstadt

Mit einem Klavierrezital in memoriam Peter Szaunig, der gemeinsam mit Walter Krafft der Initiator dieses Wettbewerbes ist, starteten Dan Grigore und Bolizsár Csiky das 24. Carl-Filtsch-Wettbewerb-Festival am 9. Juli im Thalia-Saal in Hermannstadt. Dan Grigore spielte Brahms (Intermezzo in A-Dur), Chopin (Walzer in a-moll, Op. 34 Nr. 2) und „Der Vogel als Prophet“ aus Robert Schumanns Waldszenen. Csiky interpretierte das Intermezzo Op. 117 Nr. 1 von Brahms sowie ein Impromptu von Carl Filtsch. Mit Liebesliedern von Brahms, dem Lieblingskomponisten Szaunigs, vierhändig einfühlsam von Grigore und Csiky gespielt, fand der Abend vor einem begeisterten Publikum seinen Ausklang.
Der Jury, bestehend aus dem Präsidenten Boldizsár Csiky (Pianist und Hochschulprofessor am Konservatorium in Klausenburg), dem bekannten Pianisten Dan Grigore aus Bukarest, der Hochschulprofessorin Tatiana Levitina vom Moskauer „P. I. Tschaikowski“-Konservatorium, der bekannten deutschen Pianistin Henriette Gärtner, der Pianistin Sarah Stamboltsyan aus Deutschland, Nadja Preissler vom Münchner Musikseminar und Petruț Contantinescu, Leiter der „Ion Dumitrescu“-Staatsphilharmonie aus Râmnica Vâlcea, stellten sich 25 Teilnehmer aus neun Ländern (Rumänien, Ungarn, China, Bulgarien, Russland, Österreich, Indonesien, Korea und der Republik Moldau).

Die Preise wurden wie folgt vergeben: Kategorie A (bis 11 Jahre), Interpretation: 1. Preis: Maya Antonia Neacsu (Rumänien); 2. Preis: Inya Maria Cutova (Rumänien); 3. Preis: Elias Keller (Österreich) und Maria Oltean (Rumänien); Belobigung: Mario Mircea Prodea (Rumänien). Kategorie B (11-15 Jahre): 1. Preis: Eusebiu Thomas Florea (Rumänien); 2. Preis: Li Jun Tong (China); 3. Preis: Estera Damaris Forogau (Rumänien); Belobigungen: Antonia Rodica Tasu (Rumänien), Alexander Bernar Beutter (Bulgarien), Remus Andrei Sarpe (Rumänien).

Kategorie C (15-30 Jahre), Interpretation: 1. Preis: Shim Soo-Hyun (Südkorea); 2. Preis: Ioan Mihailescu (Rumänien); 3. Andrey Galoshin (Russland); Belobigungen: Bogdan Marian Draganescu (Rumänien), Cezar Drumea (Republik Moldova), Johanthan Christian Wibowo (Indonesien); Komposition: 3. Preis: Cezar Drumea (Republik Moldova).

Den Carl-Filtsch-Preis erhielt Shim Soo-Hyun (Südkorea). Den Rotary-Club-Cibinium-Preis für den besten Hermannstädter Teilnehmer überreichte Anamaria Gandila an Mircea Mario Prodea.

Zum vierten Mal wurde der „Peter Szaunig“-Preis vergeben. Dagmar Dusil überreichte den von einem Freundeskreis gestifteten Preis Eusebio Thomas Florea. Er wird im Sinne Peter Szaunigs für außergewöhnliche Musikalität, empathiehafte Interpretation, Bescheidenheit und Demut vergeben. Peter Szaunig sah den Künstler als Dienenden und in seiner jahrelangen Jurytätigkeit begegnete er den Kandidaten mit großer Achtung. Gewinner und Jurymitglieder nach der ...Gewinner und Jurymitglieder nach der Preisverleihung. Foto: ARTOGrafica Wohin der Weg der jungen Pianisten führen wird, das wird die Zukunft erweisen. Den einen oder anderen Namen wird man sich merken müssen, wie z.B. den elfjährigen Elias Keller, der ein anspruchsvolles Programm hatte und von der Jury leider nur mit einem 3. Preis bedacht wurde, Andrei Galoshin mit seinen eigenwilligen Interpretationen, Ioan Mihailescu mit einer Brahms-Interpretation und nicht zuletzt den 14-jährigen Eusebiu Thomas Florea mit seinem berührenden Spiel.

Beim Galaabend der Preisträger konnte sich das Publikum vom Können der 1. und 2. Preisträger überzeugen. Eusebiu Thomas Florea brillierte mit den ABEGG-Variationen von Schumann, die hohe Ansprüche an den Pianisten stellen. Er meisterte gekonnt die technischen Schwierigkeiten, ohne die poetische Tonsprache außer Acht zu lassen. Der 20-jährige Mihailescu begeisterte das Publikum mit den Variationen von Brahms auf ein Thema von Paganini und die 27-jährige Südkoreanerin Shim Soo-Hyun beschloss den Abend mit dem sensibel interpretierten Impromptu in b-moll von Carl Filtsch sowie Prokofievs „Peter und der Wolf“.

Zu Beginn des Galaabends stellte Boldizsár Csiky fest, dass der Carl-Filtsch-Wettbewerb, der in diesem Jahr zum 24. Mal ausgetragen wurde, der langlebigste Wettbewerb seiner Art in Rumänien ist. Ein Dank ging auch an die Hermannstädter Philharmonie, die 2019 ihr 70-jähriges Bestehen feiert und von Beginn an den Wettbewerb unterstützt und die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat.

Nicht unerwähnt darf der Abend bleiben, an dem das „Duo Calliope“, bestehend aus Artashes Stamboltsyan (Geige) und Sarah Stampoltsyan (Klavier) aus Deutschland, einen Abend innerhalb des Festivals bestritt, der sich als ein Höhepunkt innerhalb der Festivalwoche entpuppte. Programmmäßig wurde ein Bogen von Beethovens Frühlingssonate über Richard Wagner, Schumann, Tschaikowsky bis zu Gershwin gespannt. Doch die beiden Musiker mit armenischen Wurzeln ließen auch Aram Hatschaturian und Baghdasaryan erklingen, nicht ohne vorher interessante Informationen über die Aschugen (mittelalterliche Sänger) aus Armenien zu geben. Das wunderbare Duo spielte einfühlsam in Harmonie und einer einwandfreien Technik, so dass die unterschiedlichsten Klangfarben und Rhythmen zu Gehör kamen. Der volle Geigenton traf auf einen präzisen Anschlag der Tasten.

Ohne die lokale finanzielle Unterstützung (der Kreisrat Hermannstadt, der Stadtrat Hermannstadt, die Hermannstädter Philharmonie, das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt) sowie ausländischer Sponsoren, allen voran das Haus des Deutschen Ostens München, das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, die Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt, der Verband der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e.V., das Münchener Musikseminar sowie privater Sponsoren wäre eine Austragung des Wettbewerbes nicht möglich.

Damit die 25. Jubiläumsausgabe im kommenden Jahr stattfinden kann, sind weitere Sponsoren gefragt. Die Organisation muss optimiert werden. Ohne Werbung und Bekanntmachung des Wettbewerbes und des siebenbürgischen Wunderkindes Carl Filtsch in Rumänien und im Ausland droht ein Scheitern des Wettbewerbs. Bitte helfen Sie mit, den Wettbewerb und damit das, was vor fast einem Vierteljahrhundert von Peter Szaunig und Walter Krafft mit viel Idealismus und Enthusiasmus aufgebaut wurde, am Leben zu erhalten. Das Datum für die Austragung des Wettbewerbes im Jahr 2020 wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Dagmar Dusil

Schlagwörter: Carl Filtsch, Wettbewerb, Festival, Hermannstadt, Szaunig

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