10. Juli 2020

Sudetendeutsches Museum in München soll Ende 2020 eröffnet werden

„Durch moderne Architektur und ansprechende Museumsgestaltung entsteht mit dem Sudetendeutschen Museum ein zentraler Punkt sudetendeutschen Lebens in Deutschland, das in der deutschen und europäischen Museumslandschaft als Referenz dienen wird.“ So die anerkennenden Worte des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, anlässlich seines Besuchs des noch im Bau befindlichen Sudetendeutschen Museums in der Hochstraße in München, das als weltweit erstes Museum über die Sudetendeutschen voraussichtlich vor Jahresende eröffnet werden soll.
Dr. Bernd Fabritius besichtigte das imposante Gebäude des Sudetendeutschen Museums am 23. Juni gemeinsam mit Dr. Ortfried Kotzian, Vorstandsvorsitzender der Sudetendeutschen Stiftung e.V., Steffen Hörtler, bayerischer Landesvorsitzender und stellvertretender Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Dr. Michael Henker, Leiter des Planungsstabs des Sudetendeutschen Museums, und Raoul Wirbals, Verwaltungsleiter der Sudetendeutschen Stiftung. Die Besucher waren beeindruckt vom Museumskonzept der zukünftigen Ausstellungen, das ihnen vorgestellt wurde. Bernd Fabritius gratulierte zu der gelungenen musealen Präsentation und bekundete seine Freude über die baldige Eröffnung.
Der Neubau des Sudetendeutschen Museums in der ...
Der Neubau des Sudetendeutschen Museums in der Hochstraße München. Fotoquelle: BMI
Träger des Sudetendeutschen Museums, das sich auf einer großzügigen Fläche von 1200 qm, direkt im Anschluss an das Sudetendeutsche Haus erstreckt, ist die Sudetendeutsche Stiftung e.V. Das Ziel der Dauerausstellung sind die Dokumentation, die Erinnerung, die Verbreitung sowie der Fortbestand der Geschichte und Kultur der geschätzt drei Millionen Deutschen, die aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien vertrieben wurden. Thematisiert wird eine spannungsgeladene Zeit, die die geschichtliche Entwicklung dieser deutschen Ursprungsgebiete bis hin zu den Nationalitätenkonflikten der Neuzeit umfasst. Erinnerungsstücke der Vertriebenen, Dokumente und Aussagen der Zeitzeugen veranschaulichen tragische Lebensläufe und werden den Museumsbesuchern bestimmt bleibende Eindrücke vermitteln. Das konfliktreiche Leben der Deutschen in der Tschechoslowakischen Republik, Nationalsozialismus, Krieg, Flucht und Vertreibung werden in den Fokus genommen, ebenso die Aufnahme dieser großen Menschenmassen im zerstörten Nachkriegsdeutschland, in Österreich u.a. Ländern sowie ihre beispielhafte Integration, als gemeinsame Leistung der Vertriebenen und Aufnahmeländer.

Das kulturelle Erbe, das aus zahlreichen Herkunftsgebieten und eigenwilliger Heimatlandschaft zusammengetragen wurde, birgt einen Reichtum ohnegleichen. Geschichtliches, Interessantes, Erlebtes, Nachdenkliches, Schönes, Bleibendes spannen im Sudetendeutschen Museum einen beeindruckenden Bogen zwischen Vergangenheit und Zukunft, zudem verspricht die besondere Architektur des Gebäudes ein unvergessliches Museumserlebnis.

Steffen Hörtler ist Direktor der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk, des Trägers des „Heiligenhofs“ in Bad Kissingen. Dort wurde Dr. Bernd Fabritius im November 2007 zum Bundesvorsitzenden des Verbandes der Siebenbürger Sachsen gewählt, und ebendort war er oft als Referent oder zu Gremientreffen zugegen. So kennen sich Hörtler und Fabritius sehr gut. Steffen Hörtler bedankte sich beim Aussiedlerbeauftragten als Vertreter der Bundesregierung für die Anteilnahme und Förderung bei der Errichtung und Konzeption des Neubaus des Sudetendeutschen Museum. Die Einrichtung entsteht im Sinne der Pflege und Erhaltung des kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen, einem beständigen Auftrag, der im § 96 des Bundesvertriebenengesetzes festgehalten wurde.

Steffen Hörtler erklärte gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung: „Die Sudetendeutschen haben als eine der größten Vertriebenengruppen in Deutschland – von regionalen Museen abgesehen – bisher kein Museum vorzuweisen gehabt. Nunmehr werden wir ein äußerst zentral gelegenes, auffälliges Gebäude übernehmen und dieses auf dem Stand moderner musealer Präsentationen und Konzeptionen ausbauen. Wir freuen uns auf die Eröffnung gegen Ende des Jahres und auf zahlreiche Besucher aus dem Vertriebenenspektrum und darüber hinaus.“

Brigitte Kräch

Schlagwörter: Sudetendeutsche, Museum, München, Aussiedlerbeauftragter, Bernd Fabritius, Kotzian, Hörtler, Henker, Wirbals, Krieg, Flucht und Vertreibung

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