2. Dezember 2025
Hegt wird gesangen!: „Der Birrebəm“ von Rudi Klusch
Johann Rudolf (genannt Rudi) Klusch wurde 1906 in Birthälm geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Weidenbach. Von klein auf spielte er begeistert auf der Mundharmonika. Ohne das Wissen seiner Eltern bestellte der achtjährige Rudi über einen Prospekt bei den Hohner-Werken in Deutschland eine Ziehharmonika. Mit viel Freude übte Rudi fleißig und stellte sein musikalisches Talent unter Beweis. Nach nur drei Monaten spielte er schon auf Hochzeiten auf. Den Ärger über das teure Instrument hatten seine Eltern bald vergessen. Im Alter von zwölf Jahren trat er in die Weidenbacher Blaskapelle ein; mit fünfzehn komponierte er die – später im ganzen Burzenland gespielte – „Rudipolka“; mit achtzehn wurde er Solist in der königlichen Militärkapelle in Sinaia, wo er schließlich mit zwanzig zum stellvertretenden Kapellmeister aufstieg. Ab 1950 leitete Rudi Klusch die Blaskapelle der Kronstädter Traktorenwerke (bis zu 64 Mann) und gründete im Burzenland viele Blaskapellen, darunter zehn Jugendkapellen.


1965 erlitt Rudi Klusch einen Herzinfarkt, an dessen Folgen er ein Jahr später starb. Augenzeugen berichten, dass dem Sarg über 300 Personen folgten und die Blaskapelle der Traktorenwerke mit der Petersberger (die beiden größten seiner Blaskapellen mit knapp 100 Bläsern) die Trauermärsche spielten.
Klaus Oyntzen (Key) hat 2011 das Buch mit CD „Gesammelte Werke von Rudi Klusch“ im Eigenverlag herausgegeben, aus dem auch die Bilder entnommen wurden.

Das Sonderzeichen „ә“ Schwa, ein auf dem Kopf stehendes e, steht für ein „Murmel-e“ in unbetonten Silben, z.B. in kommen, singen, … ist dem rumänischen „ǎ“ ähnlicher Laut.
Unter siebenbuerger.de/go/2L122 finden Sie zwei zeitgenössische private Ad-hoc-Aufnahmen des Liedes in Weidenbacher Mundart, vermutlich aus den 1960er Jahren, eine mit Hans Depner und eine zweistimmig gesungene von Ida und Hans Preidt.
Angelika Meltzer

Schlagwörter: Hegt wird gesangen, Lieder, Mundart
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