8. Dezember 2003

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Siebenbürgen auf der Welterbeliste der UNESCO

Einen aufschlussreichen Vortrag über das Weltkulturerbe der UNESCO hielt Dr. Dr. h.c. Christoph Machat, Vorsitzender des Siebenbürgisch-Sächsischen Kulturrates, am 24. November in Geretsried.
Eingeleitet wurde der Diavortrag im voll besetzten Isarau-Saal durch den gemischten Chor unter der Leitung von Hans Stirner. Die kommissarische Vorsitzende der Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen, Herta Daniel, begrüßte die Gäste und stellte den Kunsthistoriker und Denkmalpfleger Dr. Christoph Machat vor, dessen Eltern in Geretsried gelebt haben und regen Anteil am hiesigen Kulturleben hatten.

Einleitend wies der Referent auf die Ziele und die Arbeitsweise der UNESCO hin, die es sich zur Aufgabe gemacht habe, die Kultur- und Naturgüter der Menschheit zu erhalten, die einen „außergewöhnlich universellen Wert“ besitzen. Weltweit stehen zurzeit 754 Kultur- und Naturerbestätten in 129 Staaten auf der Liste der UNESCO. Nach der Wende 1989 wurden in Rumänien 29 Stätten in diese Liste aufgenommen, darunter das Donaudelta und, aufgegliedert nach Gebieten, in der Moldau drei berühmte Klöster, in Muntenien das Kloster Horezu und schließlich in Siebenbürgen acht Denkmalkomplexe, darunter die Szeklerburg in Szekelyderzs (rumänisch Darjiu) im Kreis Harghita sowie sechs sächsische Kirchenburgen mit ihren Gemeindekernen (Birthälm, Deutsch-Weißkirch, Keisd, Kelling, Tartlau, Wurmloch) und das historische Zentrum von Schäßburg.

Mit gelungenen Dias verdeutlichte Dr. Machat das Grundprinzip der weltweiten Denkmalpflege, wonach jeder Staat für die Pflege seiner auf der Erbeliste befindlichen Stätten selbst verantwortlich sei und die UNESCO lediglich Empfehlungen sowie ideelle Hilfen bereitstellen könne. Dank der Forschungsarbeit im Rahmen des Dokumentationsprojektes siebenbürgisch-sächsischer Kulturgüter von 1991-1995 konnten solide Vorschläge für die Aufnahme siebenbürgischer Denkmäler auf die Weltkulturerbeliste der UNESCO erarbeitet werden, betonte Machat. Mit sehenswerten Bildern von Schäßburg und Beispielen gelungener Restaurationsarbeiten, an denen der Referent seit Jahren hauptverantwortlich mitwirkt, schloss der gut dokumentierte und interessante Vortrag. Bundesinnenminister Otto Schily, der seit letztem Jahr Ehrenbürger von Hermannstadt, will sich übrigens gemeinsam mit den Kollegen vom rumänischen Kulturministerium dafür einsetzen, dass die Altstadt am Zibin ebenfalls auf die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wird.

Zum Dank überreichte Herta Daniel dem Referenten eine Schallplatte mit Liedern des Geretsrieder Chores und eine CD der Siebenbürgischen Kantorei unter der Leitung von Ilse Maria Reich.

Walter Klemm

Schlagwörter: Denkmalpflege, UNESCO

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