5. März 2026
„Sinnlichkeit des Lebens feiern“/Dana Grigorcea kuratiert Literaturfest München
„Wer für die Freiheit kämpft, gewinnt immer.“ Dieser programmatische Satz von Dana Grigorcea mag als Leitspruch für das diesjährige Literaturfest München dienen, das die schweizerisch-rumänische Autorin unter dem Motto „Freiheit!“ kuratiert. Vom 21. bis 30. April können Literatur-, Kunst-, Musik- und Filmliebhaber eine Fülle von Veranstaltungen in der bayerischen Landeshauptstadt besuchen und Größen wie Doris Dörrie, Peter Sloterdijk oder Navid Kermani live erleben. Das vollständige, stetig aktualisierte Programm ist online auf www.literaturfest-muenchen.de zu finden.

Die ebenso leidenschaftliche wie engagierte Autorin postulierte: „Freiheit ist DAS Thema der Kunst“, denn „man braucht als Künstler eine innere Freiheit um zu schaffen“. Die Bewegung zwischen den Kunstsparten, die das Programm des Literaturfests beinhaltet, wolle neue Einsichten, neue Perspektiven bieten. Einen besonderen Akzent setzt die begeisterte Musik- und Opernliebhaberin, die als Statistin am Opernhaus ihrer Heimatstadt Zürich wirkt („Ich darf ein Wasserglas von links nach rechts tragen oder als Leiche auf der Bühne liegen“), mit den Themen „Freiheit in der Musik“ und „Freiheit in der Oper“; zum ersten Mal ist die Bayerische Staatsoper Kooperationspartnerin des Literaturfests.
Sie sei gegenüber des Bukarester Opernhauses aufgewachsen, habe irgendwann den Bühneneingang entdeckt und sich immer wieder heimlich hineingeschlichen, bis man ihr einen Schemel hinstellte, erzählte die 1979 in der rumänischen Hauptstadt geborene Dana Grigorcea und bekannte: „Musik hat mir so viel Wahrheit gezeigt“, denn die Sprache sei in der kommunistischen Zeit in Rumänien durch die Zensur besetzt gewesen.
Zwei Termine können sich Siebenbürgen- und Rumänieninteressierte in den Kalender schreiben: Am Freitag, 24. April, um 18.30 Uhr stellt die rumänische Schriftstellerin Gabriela Adameşteanu mit ihrem Übersetzer Jan Koneffke im Literaturhaus am Salvatorplatz ihren neuen Roman „Stimmen auf Abstand“ (Wallstein Verlag) vor. Die Moderation übernimmt der Journalist und Autor Carsten Hueck.
Am Donnerstag, 30. April, um 18.30 Uhr sprechen ebenfalls im Literaturhaus Ingo Schulze, Michaela Nowotnick und Dana Grigorcea über Leben und Werk des siebenbürgisch-sächsischen Schriftstellers Eginald Schlattner. Moderiert wird der Abend vom Journalisten und Politologen Robert Schwartz, Intendant von Radio România, das ebenso Kooperationspartner dieser Veranstaltung ist wie das Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München.

Ausgerichtet von der Münchner Volkshochschule und kuratiert von Christina Madenach und Christian Schüle, läuft begleitend zum Programm des Literaturfests die „Münchner Schiene“, die sich der Produktion von Texten widmet, in den „Werkraum der Literatur“ führt und unter anderem auslotet, unter welchen kulturpolitischen Bedingungen Literatur entsteht. Highlights sind die literarischen Spaziergänge mit Dagmar Leupold, Hans Pleschinski und Markus Ostermair sowie eine Live-Performance in der Nymphenburger Porzellanmanufaktur.
Die „Sinnlichkeit des Lebens“ möchte Dana Grigorcea beim Literaturfest feiern, was auf emotionale Momente, Erlebnisse und Begegnungen im Münchner Frühling hoffen lässt.
dr
Schlagwörter: Dana Grigorcea, Literaturfest, Programm
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