19. Juli 2026
Hegt wird gesangen!: „Gade Morjen“ von Georg Meyndt/Ein musikalischer Gruß zwischen Brauchtum und Erinnerung
„Gade Morjen“ („Guten Morgen“) gehört zu jenen Stücken des Notärs Georg Meyndt (1852-1903) aus Reichesdorf, die als Volkslied weite Verbreitung und Beliebtheit erfahren haben. Dank Meyndt, der das Treiben und den Alltag in seiner Gemeinde sehr genau beobachtet und in Liedern festgehalten hat, können wir heute einen Blick in das Dorfleben vor 125 Jahren werfen, z.B. in Der Appel, De Bank, Der Fiëldschätz, Brokt- oder Schesserlied, Sangtigklook … und Gade Morjen.

Typisch für Meyndts Mundartlieder – so auch für „Gade Morjen“ – sind die mit Wärme und Humor beschriebenen Bilder des Alltags, mit eingängigen Melodien, die leicht aufgenommen wurden. Meyndt schuf die Lieder meist spontan und sang sie zur Laute (Gitarre?). Die Noten schrieb der junge Lehrer und spätere Pfarrer Carl Reich (Urgroßvater von Prof. Heinz Acker) für den notenunkundigen Meyndt auf. Durch die Veröffentlichung der Sammlung mit 30 Meyndt-Liedern „Kut, mer sängen īnt“ 1914 hat Reich zum Erhalt und zur Verbreitung der Lieder beigetragen.
Meyndts Lieder gehören auch heute zum Repertoire der siebenbürgisch-sächsischen Chöre und Singgruppen und erfreuen unsere Landsleute bei Festen und Begegnungen, siehe auch www.siebenbuerger.de/go/24881A und www.siebenbuerger.de/go/27156A. Unter siebenbuerger.de/go/2L153 finden Sie eine Aufnahme des Liedes „Gade Morjen“ mit der Siebenbürgischen Kantorei und eine mit dem Singkreis Kampestweinkel.
Angelika Meltzer

Schlagwörter: Hegt wird gesangen, Lieder, Mundart
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