20. Juni 2026

Offenes Singen in der Sankt Paulskirche

Beim Heimattag veranstaltete Angelika Meltzer am Pfingstsonntag mit der höchst professionellen Unterstützung von Heinz Mieskes (Akkordeon), Andrea Kulin (Querflöte), deren Tochter Maria Braun (Violine) ein offenes Singen, das großen Anklang fand.
Die musikalische Begleitung und Moderation des ...
Die musikalische Begleitung und Moderation des Offenen Singens, von links: Heinz Mieskes (Akkordeon), Andrea Kulin (Querflöte), Maria Braun (Violine), Angelika Meltzer (Moderation, Gitarre). Foto: Rainer Leonhardt
Da die Kantorei in diesem Jahr in die Gestaltung des Heimattages eingebunden war, fragte Angelika Meltzer Andrea Kulin und Maria Braun, ob sie das geplante offene Singen unterstützen würden. Beide sagten gern zu. Einen Ansporn lieferte Frau Meltzer wohl das offene Singen beim Großen Sachsentreffen 2024 in Hermannstadt, an dem ich mit meiner Mutter auch schon teilgenommen habe. Damals wurde Angelika Meltzer in der Johanniskirche von den drei Musikern der „De Līdertrun“ unterstützt. Der Kirchenraum platzte aus allen Nähten. Das war mit ein Grund, in Dinkelsbühl auch einen solchen Programmpunkt anzubieten. Bundeskulturreferentin Dagmar Seck stellte im Programm einen Zeitrahmen von 14.00–15.30 Uhr in der St. Paulskirche zur Verfügung.

Die musikalische Vorbereitung erfolgte in Bietigheim-Bissingen. Andrea Kulin singt dort im Braller Chor „Kampestweinkel“, der von Heinz Mieskes geleitet wird. Gemeinsam probten sie die von Angelika Meltzer zusammengestellte Liste mit 17 Liedvorschlägen, begleitet vom Chorleiter auf dem Akkordeon. Alle ausgewählten Lieder erwiesen sich als gut singbar und wurden in das Programm aufgenommen.

So beschlossen sie, einige Lieder mit Akkordeon, Querflöte und Violine zu begleiten, einige mit Querflöte, Violine und Gitarre und da etliche Kantores dabei waren, wurden zwei Lieder mehrstimmig a capella gesungen. Damit hatten die Besucher eine gute Unterstützung in der Melodieführung und konnten ungehemmt in ihrer eigenen Ortsmundart singen.

Zur Bewerbung der Veranstaltung gestaltete Angelika Meltzer ein Plakat mit dem Hinweis, dass die Liedtexte im Büchlein „Hegt wird gesangen“ zu finden seien.

Für die Veranstaltung wurde ein Handzettel erstellt und auf den Stühlen der Kirche ausgelegt. Dieser erleichterte den Teilnehmern das schnelle Auffinden der nächsten Lieder während der kurzen Einführungen. Gleichzeitig enthielt er einen QR-Code, über den die Besucher später zu Hause auf die unter siebenbuerger.de/go/2L bereitgestellten Liedtexte und Tonaufnahmen zugreifen können.

Ein sehr ergreifender Moment war, als zum Abschluss „Af deser Iërd“ angestimmt wurde. Das Lied hat den Status einer inoffiziellen Hymne der Siebenbürger Sachsen, was viele Teilnehmer würdigten, indem sie sich erhoben.

150 Landsleute beteiligten sich am gemeinschaftlichen Singen sächsischer Lieder. Das Echo war durchweg positiv. Für Erfahrene bot die Veranstaltung den Genuss sächsische Lieder aufzufrischen, Unerfahrene konnten Lieder lernen, und es beteiligten sich junge Sachsen, die leider nicht Sächsisch gelernt haben, auf diesem Wege aber den Zugang zur sächsischen Mundart finden. Es wurde mehrfach der Wunsch geäußert, das offene Singen fest ins Programm des Heimattages aufzunehmen.

Rainer Leonhardt

Schlagwörter: Heimattag 2026, Singen, Mundart

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