12. November 2006

Einblick in siebenbürgisch-sächsisches Kulturerbe

Alle vier Jahre richtet die Kreisgruppe Freiburg der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen im Bund der Vertriebenen (BdV) in Freiburg den Tag der Heimat aus. Dieser steht 2006 bundesweit unter dem Motto „Menschenrechte achten, Vertreibungen ächten“. Den zahlreichen Veranstaltungsteilnehmern bot das Festprogramm, dessen Höhepunkt der Festvortrag des Tübinger Historikers Harald Zimmermann war, Einblick in das siebenbürgisch-sächsische Kulturerbe.
Auf der Einladung zum diesjährigen Festakt wiesen schon die parallel gestalteten Ansichten der evangelischen Kirche Hermannstadt und des Freiburger Münsters darauf hin, dass der Verlauf der europäischen Geschichte und der Fundus ihrer Kultur die Siebenbürger Sachsen als Deutsche im Kulturraum Europa ausweisen.

Dieser Gedanke trug wie ein Leitfaden die Ansprachen der Feierlichkeit mit: Nach der Begrüßung durch Ernst Prediger, Vorsitzender der Kreisgruppe, sprach Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Freiburg, langjähriger Begleiter und Kenner des Schicksals der Vertriebenen und Neuzuwanderer, als Schirmherr der Veranstaltung herzliche Grußworte. Diesen schloss sich Dr. Klaus Schüle, MdL, an, wobei er die Siebenbürger Sachsen, Mitglieder der großen christlichen Gemeinde, als voll integriert betrachtete.

Karin Servatius-Speck überbrachte als stellvertretende Bundesvorsitzende die Grußworte des Vorstandes der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, die sie mit Gedanken um Freiheit und Heimat im Hegelschen Sinn (Heimat ist da, wo man frei sein kann), verband. Als Kulturreferentin der Kreisgruppe hatte sie das Festprogramm auf die doppelte Thematik „Heimat meine Trauer - Ort der Zuversicht“ hin angelegt, verdeutlicht durch einen umfassenden Einblick in siebenbürgisch-sächsisches Kulturerbe, das in der neuen Heimat wie selbstverständlich neu wurzeln kann: Die Qualität der siebenbürgisch-sächsischen Musik bewies es (mit Angela Seiwerth am Klavier), die hochdeutsche und mundartliche Dichtung Siebenbürgens (Vortragende die Schauspieler Sigrid Zacharias, Karl-Heinz Maurer und Sigrun Kelp), die Ansichten der Lichtbildprojektion zu den Texten mit Aufnahmen aus der alten Heimat und der neuen, Deutschland, von Gustav Servatius und Günter Volkmer ebenso. Eine Ausstellung mit Malerei und Graphik von Horst Zay verbildlichte künstlerisch die geistige Verwandtschaft der Kulturschöpfungen aus den beiden Kulturräumen Europas.

In seinem Schlusswort dankte Franz Quitter, Vorsitzender des Kreisverbandes Freiburg des BDV, den Veranstaltern für eine Festveranstaltung „auf hohem Niveau“, deren gefeierten Höhepunkt die Festrede von Prof. Dr. Dr. h.c. Harald Zimmermann dargestellt hat: ein gedanklicher Rundumschlag in die Geschichte und in die Problematik der Gegenwart, aus der Tiefe des umfassenden Wissensfundus des Historikers geschöpft und mit einem sehr persönlichen, tiefen emotionalen Engagement dabei die Erben an ihre Pflicht gemahnend, sich ihrer Herkunft mit Würde bewusst zu sein. Der Festvortrag des Tübinger Historikers wird in der Siebenbürgischen Zeitung, Folge 19 vom 30. November 2006, im Wortlaut abgedruckt.

K. S.


Schlagwörter: BdV

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