Kommentare zum Artikel

6. November 2009

Kulturspiegel

Herta Müller mit Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ausgezeichnet

Frankfurt am Main - Die designierte Nobelpreisträgerin für Literatur 2009, Herta Müller, ist mit dem Franz-Werfel-Menschenrechtspreis der Stiftung Zentrum gegen Vertreibungen ausgezeichnet worden. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, MdB, überreichte der aus dem Banat stammenden, deutschen Schriftstellerin am 1. November in der Frankfurter Paulskirche die Franz-Werfel-Medaille. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Ilija Trojanow. An der feierlichen Preisverleihung nahmen rund tausend geladene Gäste teil. Wie in dieser Zeitung gemeldet, ist Müller der alle zwei Jahre verliehene, mit 10 000 Euro dotierte Preis vor allem für ihr Buch „Atemschaukel“ zuerkannt worden. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 42 mal kommentiert.

  • bankban

    1bankban schrieb am 06.11.2009, 07:34 Uhr:
    Paul Philippi lebt ja noch, Christoph Klein auch. Albert Klein - weiss ich nicht, HG Binder - weiß ich auch nicht. Diejenigen, die noch leben, können befragt werden (falls es ihnen an einer Aufklärung und Darstellung ihrer Sicht der Dinge gelegen ist). Ein paar Telefonate und die Geschichte ist aufgeklärt. Hilfreich wäre zudem die Veröffentlichung des Tonbandes.
  • getkiss

    2 • getkiss schrieb am 06.11.2009, 08:30 Uhr:
    Bischof Albert Klein ist 1990 verstorben.
  • sächsin

    3 • sächsin schrieb am 06.11.2009, 09:43 Uhr:
    Eine Preisverleihung zum Anprangern zu benützen finde ich ebenso fragwürdig wie geschmacklos, - aber: Herta Müller... Kommentar überflüssig.
  • Bäffelkeah

    4 • Bäffelkeah schrieb am 06.11.2009, 09:51 Uhr:
    Hallo sächsin, sind Sie wirklich Jahrgang 1213?
  • Michael_Sibiu

    5Michael_Sibiu schrieb am 06.11.2009, 10:33 Uhr:
    Sorry Freunde, bis auf Kurator Hermannstaedter und Altbischof Albert Klein kenne ich alle Personen dieses Stückes, mehr oder weniger.
    1. Das Verhältniss zwischen den Bischöfen Klein und Heubach wird als ausgesprochen gut geschildert. Das og. Telefongespräch klingt jedoch, als hätten dort jemand einen Brief an einen anderen geschrieben, den er absolut nicht leiden kann. Beispiel:"Gez. Albert Klein".
    Tonbandmitschnitt eines Telefongespräches??? Oder besser gefaktes Kassiber, um Unruhe zu stiften und Hertha Müller williges Opfer einer neuen Verleumdnungskampange gegen die Kirche?
    2. "Müller las in der Paulskirche die ihr zugespielte Abschrift einer Tonband-Aufzeichnung eines Telefongesprächs"! Woanders habe ich gelesen, "...hat ein Tonband in Ihrem Briefkasten gefunden...". Seltsam. Ich finde nur Rechnungen in meinem Briefkasten.
    3. Warum versucht sie das nicht erstmal selbst zu klären und zu checken. Wie schon geschrieben, vier der genannten Personen leben noch.
    4. Wer die Verhältnisse von damals ein bisschen kennt, weiss:
    Heubach war nicht in der Position, um auf dem Evangelischen Kirchentag Einfluss zu üben. Er war Bischoff, aber der Evangelische Kirchentag ist bis heute unhabhängig und nicht der EKD weisungsgeunden.
    Damals sind einige seltsamme Entscheidungen bei der Organisation des Kirchentages getroffen worden, aber irren ist menschlich.

    Ich will nicht bezweifeln,das HM vom Kirchentag ausgeladen wurde, aber sie war damals nicht die Einzige. Mir fällt auf Anhieb hier die IGFM und andere Gruppierungen des konservativen Lagers ein. Aber man sollte mit solchen Verdächtigungen vorsichtig sein, zumal wenn man sich auf derartige obskure Beweise beruft.

    [Beitrag am 06.11.2009, 10:35 von Michael_Sibiu geändert]
  • seberg

    6seberg schrieb am 06.11.2009, 11:02 Uhr:
    Vorsicht war wohl noch nie die Sache Herta Müllers, sich in die Nesseln setzen schon eher, den Fortgang des "Stückes", wie Sie es nennen, will sie als Beteiligte vermutlich nicht unbedingt dem Mauscheln anderer im Dunkeln überlassen.
  • Lavinia

    7Lavinia schrieb am 06.11.2009, 11:45 Uhr:
    @sächsin. Wenn es mehr Menschen gäbe, die das tun, "was man nicht tut", wäre uns sicherlich einiges Leid in der Geschichte erspart geblieben. Um jene, die nur das tun "was sich gehört" muss man sich eher weniger sorgen, auch heutzutage, nicht nur 1213...;-)
    @Michael-Sibiu/Michael-Hermannstadt
    1. Privates Verhalten ist eins, geschäftlicher Umgang dürfte differieren, insbesondere wenn man dem Anliegen Nachdruck verleihen möchte.
    2.Wo sehen Sie einen Widerspruch?
    3.Hat sie sicher, soweit es in ihrer Macht stand. Woher leiten sie ab, dass Herta Müller es nicht getan haben könnte?
    4.Eine dieser seltsamen Entscheidungen war eben auch die Ausladung des Ehepaares Müller/Wagner. Dass Sie nicht bezweifeln wollen, dass Herta Müller und Richard Wagner vom Kirchentag ausgeladen wurden ehrt Sie. Dass die Begründung dafür fadenscheinig war, dürfte vielleicht auch noch Ihre Zustimmung finden. Dass der rumänische Repräsentant in Bonn davon nun nicht besonders angetan war und versucht hat, dies zu verhindern, auch noch einleuchtend?
    Nur die Kirchenrepräsentanten sollen davon unbeeindruckt geblieben sein...?


    [Beitrag am 06.11.2009, 11:51 von Lavinia geändert]
  • sächsin

    8 • sächsin schrieb am 07.11.2009, 17:40 Uhr:
    • Lavinia schrieb am 06.11.2009, 11:45 Uhr:
    Lavinia an
    @sächsin: Wenn es mehr Menschen gäbe, die das tun, "was man nicht tut", wäre uns sicherlich einiges Leid in der Geschichte erspart geblieben.

    eine wohl etwas zu simple wie auch gefährliche sichtweise.

    ich stehe zu meiner meinung, werde noch deutlicher:
    endlos in der vergangenheit herumzustochern, zum teil in haltlosen, zumindest oft nicht einmal beweisbaren thesen sich ergehen, die eigene, verknöchert schon erscheinende verbitterung vor sich her tragen wie eine fahne, oftmals - wie zu gegebenem anlass - takt und pietät ignorierend oder nicht besitzend, - "das gehört sich nicht", weil es feig und wenig konstruktiv ist.

    ein sichtbares bemühen um sowohl offene -im sinne von aufrichtig und fair - und vor allem auch persönliche aufarbeitung der vergangenheit, verbunden mit der bereitschaft zur inneren und äußeren vergebung, damit endlich einmal abgeschlossen werden kann, ohne es zu vergessen, doch losgelassen und versöhnt, - ein solches bemühen stünde frau müller besser zu gesicht als ihre augenscheinliche verbitterung.

    p.s. ich weiß, wovon ich spreche: ich war selbst, länger, weil etwas älter als hm kind und "opfer" eines totalitären regimes mit geheimdienst, nur fühle ich mich nicht als opfer - das ist eine sache der einstellung und manch einer macht es sich in der opferrolle etwas zu einfach, davon abgesehen, dass opfer sehr oft auch täter waren oder sind.
    ein letztes: ein weises wort aus dem volksmund:

    es ist immer besser, ein licht anzuzünden, als immer nur zurückzuschauen ins dunkel...

    [Beitrag am 07.11.2009, 17:41 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 17:43 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 17:45 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 17:46 von sächsin geändert]
  • Lavinia

    9Lavinia schrieb am 07.11.2009, 18:10 Uhr:
    @sächsin
    Meine "etwas zu simple Sichtweise" entsprach, mit Verlaub, Ihrer "etwas zu simplen Sichtweise..."
    Sie können gerne Ihre Meinung behalten. Sie deckt sich weder mit meiner Einschätzung der Situation, noch mit meiner Meinung generell.
    Mit Ihrem letzten Absatz vor dem P.S. bin ich vollkommen mit Ihnen einverstanden, mit dem kleinen Unterschied, dass ich in dem "Anprangern" das Bemühen Herta Müllers um Aufarbeitung erkenne.
    Und das ist tatsächlich in etwa das Gegenteil dessen, was Ihr "weiser" Spruch am Ende aussagt...

    [Beitrag am 07.11.2009, 18:15 von Lavinia geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 18:18 von Lavinia geändert]
  • sächsin

    10 • sächsin schrieb am 07.11.2009, 19:53 Uhr:
    ich habe nichts anderes von ihnen erwartet als das, was ich schmunzelnd, weil bestätigt, ich zu lesen bekomme.
    und, verehrteste: sie müssen meine "simple" auffassung von ethischen werten weder inhaltlich nachvollziehen können noch bemüht sein etwa, ein solches zu wollen.
    ich gehe mit ihnen völlig konform: behalten sie ihre simple sichtweise wie ich die meinige "simple" auffassung. widersprüche sind bekanntlich motoren des lebens...
    nur sollte man insofern den simplen unterschied erkennen oder auch - wie in ihrem und anderen fällen - eben nicht, zwischen nur unmut schüren und wirklichem bemühen - ich wiederhole es gern noch einmal für sie - um transparenz, fairness feingefühl im umgang mit der vergangenheit und zwar nicht nur als abstraktum, sondern als leben von und zwischen verschiedensten menschen.
    ich frage mich und vor allem sie und zuvorderst hm selbst: was haben ein ewiges schimpfen u. thesenaufstellen, -im konkreten fall zur ausladung z.b.-, nach jahrzehnten! und im wissen, dass bis auf zwei die beteiligt gewesenen nicht mehr leben, also sich auch nicht mehr äußern, verteidigen, selbst stellung beziehen können, - was hat ein solches feiges wie anstandsloses vorgehen mit einem konstruktiven bemühen um aufarbeitung zu tun?!!
    NICHTS!
    dafür aber, und dies "gehört sich nicht", weil es - und nochmals wiederhole ich es, auch wenn sie weiter in ihrem - ebenfalls mit verlaub gesagt - scheuklappendenken verharren, - weil es nur feig, bequem und so simpel ist: ihr täter - ich opfer... und damit völlig destruktiv.
    und dieserhalb auch für mich nicht mehr nötig, weiter mit ewig gestrigen zu diskutieren - es bringt nicht weiter, geht nicht vorwärts, dreht sich dafür aber "schön" im kreis. das ist nicht meines.
    wünsche ihnen früher oder auch später diverse einsichten, die gott sei dank sehr viele andere menschen, auch ich gehöre zu ihnen, schon gewónnen haben.
    voraussetzung: mut, nicht nur zum ewigen herumkritteln und nörgeln und beschuldigen, sondern auch und vor allem mut zur selbstkritik sowie aufrichtiges bemühen im vormals schon beschriebenen sinne. ich wiederhole nicht noch einmal. nicht für ignoranten.
    guten abend!
  • Lavinia

    11Lavinia schrieb am 07.11.2009, 20:20 Uhr:
    @sächsin, Sie genieren sich doch sicherlich nicht, den Text, den sie mir als private Nachricht zugeschickt haben, hier im Kommentarteil zu lesen:

    "auch interessant, weil typisch...

    die am meisten herumgackern, oft ohne etwas zu sagen,-
    das sind wie in ihrem falle oft genug die feigen, die anonymen - ohne namen. na, wenigstens weiß ich, wen ich vor mir habe . das foto ist goldig. selbst geschossen oder aus dem net gefischt?

    cornelia
    07.11.2009, 20:03 Uhr
    sächsin"

    Der sicherlich vernünftige Vorschlag der Admins, bei Unstimmigkeiten via privatem Nachrichtenweg zu kommunizieren, meinte sicherlich nicht, dass man auf dem privaten Postweg nunmehr das Beschimpfen etabliert oder dulden sollte...

    Wir können uns gerne unterhalten, sächsin, wenn Sie bereit sind, es auf einer sachlichen, respektvollen Ebene zu tun.

    [Beitrag am 07.11.2009, 20:33 von Lavinia geändert]
  • sächsin

    12 • sächsin schrieb am 07.11.2009, 20:39 Uhr:
    aber nicht doch, ich sagte ihnen bereits: ich bin ein offener und authentischer mensch.
    und: wenn sie probleme mit ihrem selbstwertgefühl haben, ist mir schon bei ihren anderen zumindest pickierten, um nicht zu sagen mit beleidigtem touch versehenen antworten aufgefallen, - dann ist das einzig und allein IHR problem, nicht meines.
    da ich annehmen muss, dass bei ihnen beschimpfen also schon in dem schönen und bildhaften begriff "herumgackern" liegt,
    legt die germanistin das wörtchen brav zurück ins kastl und zieht stattdessen den strahlemannjoker " diskutieren", oder hätten sie lieber " nachdenken" oder "geistesblitze senden" oder auch "aussagekräftig kommentieren", - ja, ich glaube, das ist das treffendste für sie. meine verneigung.
  • Lavinia

    13Lavinia schrieb am 07.11.2009, 21:14 Uhr:
    Sächsin: Nein, genieren tun Sie sich wahrhaftig nicht... Weil sie aber gerade die Germanistin ansprechen: Das Gegenteil von "sich nicht genieren" ist nicht "offen und authentisch sein"...und "pickiert" bin ich auch nicht, nicht mal pikiert, denn 'pick'en, statt vernünftig zu argumentieren tun nur herumgackernde Hühner. Wie Sie aber richtigerweise bemerkten, bin ich eher der Fisch im Miniaquarium "Forum"...
    Ich denke, bei Ihrer...Offenheit und Authentizität...werde ich auf das Fortführen eines Gesprächs mit Ihnen verzichten.

    Zitat:
    "Den Lebenden werden umfassende Rechte zugestanden, auch wenn sie in kaum einem Staat tatsächlich garantiert sind, den Toten aber wird nichts gewährt, weder ein Anspruch auf Gehör noch ein Recht auf Teilhabe am Fortleben. Sie haben kein Recht darauf, dass ihr Leid oder ihr Wirken nicht in Vergessenheit gerät. (…) Bis jemand wie Herta Müller daherkommt, eine, die sich unbeugsam die Aufgabe gestellt hat, die Verstummten zum Wort zu erwecken.“

    Ich denke, dafür wurde Herta Müller ausgezeichnet.


    [Beitrag am 07.11.2009, 21:25 von Lavinia geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 21:28 von Lavinia geändert]
  • lori

    14lori schrieb am 07.11.2009, 21:30 Uhr:
    @Lavinia

    Verzicht, ist eine sehr gute Entscheidung! Besser wäre es natürlich wenn Du ganz verschwinden würdest!

    @sächsin

    Lassen Sie sich nicht einschüchtern, hier haben wir es mit einem notorischen Besserwisser zu tun. Wenig Ahnung und viel Geschreibsel!

    servus
  • sächsin

    15 • sächsin schrieb am 07.11.2009, 22:49 Uhr:
    lavinia schrieb:
    "pickiert" bin ich auch nicht, nicht mal pikiert, denn 'pick'en, statt vernünftig zu argumentieren tun nur herumgackernde Hühner. "
    JA; EBEN DRUM; BLEIBE ICH BEI PICKIERT; WEIL DAS NUR HERUMGACKERNDE HÜHNER TUN! BINGO - GUT ERKANNT; WENN AUCH NUR ALS AUGENWISCHEREI; BESSERWISSEREI; NICHT ABER ETWA ALS SELBSTERKENNTNIS!

    Lavinia weiter:" Das Gegenteil von "sich nicht genieren" ist nicht "offen und authentisch sein"

    sie gackern nicht nur herum und belästigen mit schon penetranter besserwisserei, - sie sind nicht einmal in der lage, die kommentare von sächsin so zu lesen, nämlich ohne dünkel, ohne abneigung, ohne subjektives vorurteil, ohne - mit verlaub gesagt - den verstand soweit zu gebrauchen, um erkennen zu können, worauf sich mein "ich bin ein offener und authentischer mensch" bezieht. jetzt tun sie mir in ihrer verbissenen festgefahrenheit schon fast leid, ob sie mich lesen, ob sie mich kommentieren oder nicht. das ist mir, so, wie ich sie habe hier kennengelernt, auch völlig egal.
    wichtig ist mir jedoch, dass ich meine meinung vertreten kann hier und von anderen, weniger auf sich selbst fixierten eitelkeitchen, wohl aber von fairen und herzensgebildeten menschen gelesen werde, ohne geschulmeister zu werden.
    dafür gibt es aber sicherlich im internet auch präsentationsmöglichkeiten noch und nöcher für sie.

    last but not least: sie irren auch hier. tut mir außerordentlich leid: zwar anonym, doch aber mit foto, - allerdings sah ich in ihnen weder fisch, erst recht nicht so etwas wunderbares und liebes wie eine katze, - ich sah sie überhaupt nicht, verifiziere sie aber nach wie vor für mich persönlich nach meiner konkreten erfahrung mit ihnen hier als zumindest gackerndes huhn, - es gibt auch noch weitere synonyme für ein und das selbe "leiden", doch wäre es müßig, diese zu nennen, man drehte sich doch nur im kreis mit einer "beleidigten leberwurst", die auch für andere ja nicht zu übersehen und zu überlesen war.
    übrigens: nicht nur germanistin, auch philologin und noch anderes.
    doch fällt mir keineswegs ein zacken aus der krone, hier vor versammelter forengemeinde zuzugeben, was eh nur natürlich ist: jeder macht auch einmal fehler, doch lieber ein orthografischer konzentrationsfehler, den man lachend sich eingesteht, als auch nur ein fehler im umgang mit menschen, mit anders denkenden menschen als man selbst.
    mir ist ein analphabet mit dem herzen auf dem richtigen fleck hundert mal lieber als glatte wichtigtuer und besserwisser, die meinung andersdenkender nicht akzeptieren könnende, ohne zu spucken und zu geifern, im harmlosesten falle ohne herumzugackern wie sie.
    und wenn sie der germanistin schon nachhilfeunterricht geben wollen, im falle "pickiert" auch in ordnung, dann beginnen sie doch bitte erst einmal und wieder einmal bei sich selbst: "tun" und "taten" gibt es nicht, wohl aber den aussagewert der mit "tun" primitivst verschandelten deutschen sprache, - im falle: "gackern herum" heißt es - nicht: "tun herumgackern".
    das macht mehr als aua unserer wunderbaren muttersprache. und mir auch.
    deshalb schluss. mit ihnen wünsche ich nicht mehr zu sprechen und auch nicht mit ihren lächerlichen belehrungen weiter bedacht zu werden.
    gute nacht!




    [Beitrag am 07.11.2009, 22:54 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 22:57 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 07.11.2009, 23:01 von sächsin geändert]
  • Lavinia

    16Lavinia schrieb am 08.11.2009, 10:55 Uhr:
    „Wä bä den Zigunen…“ wurden Verhalten oder Zustände abgetan, welche „unanständig“ waren, der Norm nicht entsprachen. Diese Abwertung trug die Zigeuner später in die KZ’s.
    Die Kirche selbst hat schon sehr früh zur Verfolgung der Zigeuner beigetragen, denn innerhalb der Formulierung einer antijudaistischen Position, setzte Luther für die Zigeuner das Sinnbild „lose buben“ ein und übertrug die Vorurteile, die er gegen Bettler hegte auf die Zigeuner. Die gleichen Vorurteile übertrug er auch auf die Juden. „Martin Luther, in the preface to a 1528 edition of the Liber Vagatorum, warned against the knavery of such vagrants and gave the nod to institutionalized repression.” I. Fonseca
    Auch später, in der Romantik, werden beide Minderheiten, Juden und Zigeuner in einen unmittelbaren Zusammenhang mit den historischen Veränderungen im Übergang zur Moderne gebracht. Den Zigeunern kommt hierbei die Rolle zu, das Ideal/reaktionäre Utopie eines monokulturellen Gesellschaftsmodells, einer homogenen Nation zu repräsentieren, in dem es keinen Platz für Fremdheit oder Differenz gibt, während den Juden die Rolle des bösen Kapitalisten zugesprochen wird.
    Diese und viele andere Verstrickungen gären unter dem Deckmantel des Vergessens und Verdrängens.
    Heute gelten die Zigeuner in Rumänien als Profiteure des Ceausescuregimes, was schon fast sowas wie ein Freibrief für ihre fortwährende Diskriminierung darstellt und zum Sündenbock abstempelt. Wie einst die Juden.
    Ich denke, dass Herta Müllers“persönliches Anliegen“ nach Aufklärung über die Umstände ihrer Ausladung vom Kirchentag in einen größeren Kontext gehört, der allgemein die Rolle der Kirche in Rumänien im Kontext der beiden Diktaturen hinterfragt.



  • Schreiber

    17Schreiber schrieb am 08.11.2009, 11:56 Uhr:
    Hat Müller es wirklich immer wieder nötig, unnötige und auf unseriöse (angebliche) Quellen gestützte Kritik (ein Gesprächsmitschnitt, angeblich auf Tonband, der unterschrieben (??) sein soll...) vergangenheitsbezogen zu äussern, deren Aktualitätsbezug alleine die eigene Egozentrik zu sein scheint? Ihre Kritik hat nichts mit den jetzt von einigen Usern hineininterpretierten Ansätzen erforderlicher Vergangenheitsbewältigung zu tun. Dann müsste sie nämlich anders und in anderem Kontext geäussert werden. Müller hat ja auch schon oft betont, dass sie nichts "will", wenn sie etwas artikuliert, sie redet also einfach aus innerem (eigenem) Antrieb.

    Ich hatte gehofft, dass sie durch die Adelung via Nobelpreis etwas sachlicher und zukuftsbezogener wird und eigene Traumata anders überwindet als durch solche Aktionen.

    Man könnte fast bedauern, dass das wunderbare Werk Atemschaukel gerade von ihr geschrieben werden musste... Ein weniger zerissener und nicht so vergangenheitsverhafteter Autor wäre mir vielleicht lieber gewesen und hätte in der Bewältigung des Themas gerade mit dem Antrieb des Nobelpreises das eigene Schicksal nicht so ausgeprägt als Handicap gehabt sondern besser als Katalysator zu nutzen vermocht.

    Grüße
  • bankban

    18bankban schrieb am 08.11.2009, 14:51 Uhr:
    Ich glaube, wem Ungerechtigkeit widerfährt, kann dies entweder verdrängen oder thematisieren. Viele der Diskutanten hier machen Herta Müller den Vorwurf, sie würde a) die ihr widerfahrenen Ungerechtigkeiten immer noch/zu häufig thematisieren und b) womöglich seien ihr gar nicht so viele / so starke Ungerechtigkeiten passiert. Ich glaube, dass wenn jemand in einer so öffentlichen Position wie HMüller ist, wird sie sich hüten, unbeweisbare Behauptungen aufzustellen. Ob und dass und wie jemand die mit ihm vorgefallenen Ereignisse thematisiert, kann nur die Person selbst entscheiden. Ich glaube nicht, dass Außenstehende das verstehen können, denn selbst wenn jemand Ähnliches erlebt hat, war er doch ein anderer und ist ihm doch "nur" etwas Ähnliches zugestoßen. Dabei kann dieses "Ähnliche" jemanden für sein ganzes restliches Leben kennzeichnen. So ist etwa Carl Gibson ein Gekennzeichneter und Herta Müller eben auch. Beide haben u.a. die Aufarbeitung des Unrechtes und der daraus resultierenden Beschädigungen zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Beide begreifen sich als Intellektuelle, die öffentlich ein Anliegen in der Gesellschaft vertreten (und sind sich somit ähnlicher als es Carl Gibson lieb ist). Und als solche haben beide eine gewisse Hartnäckigkeit und ein Ausharrungsvermögen, immer wieder dieselben Fragen zu stellen. Dies sollte einem auch dann Respekt abnötigen, wenn man ansonsten mit der jeweiligen Person nichts anfangen kann. Immerhin ist dies eine intellektuelle Redlichkeit, die wir auch dann bewundern sollten, wenn sie sich sozusagen gegen uns, gegen "unsere" Kirche, gegen unseren ehemaligen Bischof richtet. Wer aufklärt, der klärt auf und zwar nicht nur, indem er/sie die sowieso anderssprachigen Kommunisten/Securisten anprangert, sondern den Mut besitzt, kritisch das Eigene zu hinterfragen. Denn, vergessen wir nicht, Leute, wenn wir mit dem Zeigefinger auf unseren Nächsten zeigen, dann richten sich mindestens drei unserer eigenen Finger auf uns!
    Daher hat HMüller höchste Anerkennung verdient, weil sie diese intellektuelle Ehrlichkeit besitzt, auch weiterhin auch an die (im umfassenderen Sinne verstandene) eigene Ethnie ("Deutsche aus Rumänien") unbequeme Fragen zu stellen. Trotz und nach alledem, was ihr manche Angehörigen dieser Ethnie in den letzten dreißig Jahren angetan haben und immer noch antun.
  • Schreiber

    19Schreiber schrieb am 08.11.2009, 18:22 Uhr:
    @ Bankban:

    stimme in allen Punkten zu, mit der Einschränkung dass ich erst dann von "Aufklärung" spreche, wenn diese auf belastbare Fakten beruht und nicht auf "zugespielten Informationen", die von mehreren angeblich beteiligten Personen dementiert werden. Wenn ich nur über letzteres verfüge, dann müsste ich einen konkreten legitimen Grund haben, diese - auf die Gefahr des hier erfolgten Dementis hin - trotz dem zu verbreiten.

    Welches war dieser moralisch zu legitimierende Grund im Falle der Bischöfe Klein (seit langem verstorben) und Heubach? Die vielen Finger, die Müller zeigend - meist in die Vergangenheit - ausstreckt, fordern wirklich dazu auf, zurück zu zeigen. Auch hier stimme ich zu.
  • Lavinia

    20Lavinia schrieb am 08.11.2009, 21:41 Uhr:
    @bankban.
    Die „Ähnlichkeit“, die du zwischen Herta Müller und Gibson (Wie nett, dass Gibson in Zusammenhang mit Herta Müller immer wieder eine Erwähnung wert ist…seine Taktik scheint aufzugehen...)annimmst, ist ungefähr die, welche zwei Menschen verbindet, welche zufälligerweise die gleiche Augenfarbe haben. Gekennzeichnet, beide? Ja, wie jeder Mensch gekennzeichnet wird durch sein Leben. Herta Müller ist nicht krank geworden, auch wenn ihr Leben ihr Beschädigungen zufügte…Herta Müller hat die „Aufarbeitung des Unrechts und der daraus resultierenden Beschädigungen“ NICHT zu ihrer Lebensaufgabe gemacht. Im Gegenteil: sie lehnt es ab, sich missionarisch zu betätigen. Sie sagt:
    „Ich suche mir mein Thema nicht aus, ich werde von ihm abgeholt,…“
    Das ist etwas grundsätzlich Verschiedenes. Sie vertritt kein Anliegen in der Gesellschaft. Sie sagt:
    „Wenn ich selber schreibe, rede ich mir nur in den eigenen Mund, da ähnelt das Schreiben dem Schweigen“. Sie stellt nicht immer wieder dieselben Fragen , mit einer gewissen „Hartnäckigkeit“ und „Ausharrungsvermögen“. Sie beschreibt Menschen, die miteinander und in ihrem Umfeld reagieren. Dieses Umfeld ist meistens gewaltgeprägt. Und das Thema zieht seine Kreis, ja. ‚Intellektuelle Redlichkeit‘, ja - bei Herta Müller. Mut hat sie, denn sie stellt überkommene Verhaltensmuster, sinnlose Regeln und verstaubte Moralvorstellungen in Frage. Sie sagt:
    „Das Wort ‚normal‘ ist nur haltbar im Kollektiv. Es treibt Menschen in die Abhängigkeit von der Gemeinschaft. Es drückt den Zwang, zur Gemeinschaft zu gehören tief in den Verstand.“
    Herta Müller ist unbequem; sie stört mit ihrer Selbstbeschränkung auf das, was sie am besten kennt und mit ihrer durchdringenden Wahrnehmung das vermeintliche Recht auf die Gnade des Vergessens.



    [Beitrag am 08.11.2009, 21:48 von Lavinia geändert]
  • bankban

    21bankban schrieb am 09.11.2009, 09:52 Uhr:
    @ Lavinia
    1. Selbstverständlich ist jeder Mensch mit jedem anderen vergleichbar. Wer das nicht anerkennt, denkt in bestimmten Hierarchien, die ich hier lieber nicht weiter ausführe.
    2. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit egal wem, bedeutet eben auch, seine/ihre Rezeption durch andere einzubeziehen.
    3. Ernsthaft und human ist der, der seinen Gespräch- (oder meinetwegen: Streit-) Partner verstehen will. Und Interesse an ihm zeigt, im Sinne von inter - esse, "dazwischen sein", "mit ihm sein" um seine Gedankenwelt nach-vollziehen zu können. Tabuisierungen von Personen und das Aussprechen eines Bannes über unliebsame Personen dagegen sind atavistische Denkweisen aus dem Mittelalter bzw. aus Einparteienregimen, die etwa Trotzkiphotos von Stalinaufnahmen wegretuschiert haben.
    4. "Wie jeder Mensch gekennzeichnet wird durch sein Leben" ??? Soso, dann willst du das sorgenlose und blauäugig-linke Wohlstandsleben eines post68er Mädchens, das Geheimdienstterror aus Spielfilmen über die Weiße Rose kennt, mit den Erfahrungen am eigenen Leib, die eine Dissidentin wie die Müller (und ob es dir gefällt oder nicht: Gibson) es erfahren hatte, gleichsetzen?
    5. Dass Müller krank geworden sei, hab ich nirgends geschrieben.
    6. HMüller kann die Aufarbeitung des Unrechts und der Beschädigungen sehr wohl auch dann zur Lebensaufgabe gemacht haben, nämlich unbewusst, wenn sie dies anscheinend verneint. Nicht immer tun wir Sachen rational bewusst.
    7. Selbstverständlich vertritt sie ein Anliegen in der Gesellschaft, indem sie andauernd auf die gleichen und ähnlichen diktatorischen Erfahrungen hinweist. Damit will sie sehr wohl etwas erreichen. Im Übrigen kommt es gar nicht darauf an, ob jemand ein Anliegen bewusst vertreten will oder nicht, sondern es kommt darauf wie WIE man, wie das eigene Werk wahrgenommen wird - von anderen, durch andere. (Stichwort: Rezeptionsgeschichte).
    8. Anscheinend ist dir entgangen, dass mir nicht an einem Vergleich von Inhalten sondern der Vorgehensweisen, der Formen gelegen war. Vergleiche per se nicht zulassen zu wollen (d.h. ohne das Ergebnis zu kennen), ist im Übrigen Zeichen autoritärer Denkstrukturen. (Ähnlich wie die Verbote, Faschismus mit Kommunismus zu vergleichen, als ob der Vergleich einer Gleichsetzung gleich käme).
    9. "sie stört mit ihrer Selbstbeschränkung auf das, was sie am besten kennt und mit ihrer durchdringenden Wahrnehmung das vermeintliche Recht auf die Gnade des Vergessens". Das hast du geschrieben. - jetzt ersetze doch das "sie" und "ihre" mit "er" und "seiner" und rate mal wer rauskommt?
    10. Du kritisierst hier oft konservativ-völkische Positionen mancher Teilnehmer. Völlig zurecht und dabei findest du stets meine Unterstützung. Doch scheinst du für meine Begriffe Scheu(klappen) zu haben, wenn es um linke Positionen geht. Hier wünsche ich mir deinerseits mehr Gradlinigkeit, Konsequenz und Eifer.

    [Beitrag am 09.11.2009, 09:54 von bankban geändert]
  • Lavinia

    22Lavinia schrieb am 09.11.2009, 11:25 Uhr:
    @bankban
    Du hattest in deinem Kommentar wohl die REzeption Herta Müllers gemeint, aber über die PErson/AUtorin Herta Müller geschrieben.
    Auf diese Ungenauigkeit mußte ich aufmerksam machen. Denn nur diese ließ überhaupt einen Vergleich zu. Nur unter der Prämisse, dass HM eine "Mission" hätte, ist sie mit dem missionarischen Vorgehen CG vergleichber (eigentlich auch dann nicht...) Nur wenn kaum eine Unterscheidung gemacht wird nach der Art der seelischen Belastung, des Auslösers und dem GRad der Störung, kann man beide, als 'irgendwie' "Beschädigte" in einen Topf werfen. Und diesen Umstand deutete ich an in der Bemerkung: "wie jeder Mensch gekennzeichnet wird durch sein Leben..."
    Zur 'Mission' und dem 'Anliegen': H. Müller hat immer wieder gesagt, dass sie nicht Schriftstellerin werden wollte. Auch, dass nicht SIe den Nobelpreis bekam, sondern ihre Bücher... Sie schreibt das, was sie bewegt. Sie hat auch ein soziales Gewissen, sie hat Mut, sie denkt über Dinge nach, sie ist emphatisch...das alles schreibt sie. Ohne den Zeigefinger zu heben, ohne zu drohen, ohne Allüren, ohne Neid. Die Rezeption ihrer Bücher, das ist wahr, ist etwas anderes, so wie in deinem Punkt 9 illustriert. Auch hier sehe ich keinen Grund, sie mit CG in Verbindung zu bringen. Und ihre intellektuelle Redlichkeit, ihren Mut gegen überkommene Moralvorstellungen und Verhaltensmuster zu verstoßen...in diesen Punkten, die HM tatsächlich am besten charakterisieren, da scheust auch du einen Vergleich mit CG, oder?
    Deswegen, bankban, finde ich die Paralellen zwischen den beiden (zu)sehr bemüht und dem Sachverhalt nicht dienlich.

    [Beitrag am 09.11.2009, 11:30 von Lavinia geändert]
  • sächsin

    23 • sächsin schrieb am 09.11.2009, 11:37 Uhr:
    @ bankban

    gratulation, bankban.
    stimme ihnen in allen punkten zu
    und ergänze zu punkt 11, Zitat:

    " du kritisierst...konservativ-völkische positionen mancher teilnehmer...."

    ich ergänze: und nicht nur die - ich z.b. vertrete weder eine konservative position, erst recht keine völkische (welch furchtbares wort aus der steinzeit der menschlichkeit!!), noch habe ich gar eine konservativ-völkische meinung. und trotzdem wurde nicht kritisiert nur, sondern mehr als "simpel" "herumgegackert" - und dies mit "scheuklappen", wie ich bereits kurz vor ihnen,bankban, schon feststellte.
  • Johann

    24Johann schrieb am 09.11.2009, 11:42 Uhr:
    @bankban
    Stimme Ihren beiden Kommentaren oben völlig zu.
    Schade, dass Sie sich auch (nicht so primitiv wie andere) lange Zeit auch an atavistischen Entgleisungen gegenüber Gibson beteiligt haben.
  • sächsin

    25 • sächsin schrieb am 09.11.2009, 11:47 Uhr:
    und wieder nur eine bestätigung eben wiederholt festgestelltens zu lavinia:
    ihr oder ihm -(anonym zu bleiben ist ja ebenso "praktisch" wie feig)-, ihr oder ihm zu widersprechen, hat zur folge eine lawine in potenz dessen, was man auch sonst nur in ihren/seinen inhaltlich und sprachlich größtenteils versierten vorträgen erspürt auf unangenehme, durchdringende weise: ihr könnt reden, reden - doch nur ich besitze den stein der weisheit.
  • bankban

    26bankban schrieb am 09.11.2009, 12:23 Uhr:
    @ Johann:
    schade nur, dass Sie die Entgleisungen des Herrn Gibson, welche Entgleisungen ich hier bewusst adjektivlos lasse, (so lange)nicht (stark genug) gerügt haben und es immer noch nicht tun.
  • seberg

    27seberg schrieb am 09.11.2009, 12:32 Uhr:
    Ich finde das von bankban Angestoßene eine wirklich interessante und spannende Kontroverse!

    Natürlich kann man darüber nachdenken, wie Gibson heute dastehen würde, wenn ihm nur eine andere FORM möglich und zugänglich gewesen wäre für seine INHALTLICHEN Einlassungen, unabhängig zunächst von der Art dieser inhaltlichen politisch-ideologisch-philosophischen...Ausrichtung. Leider hat er selbst so eklatant gegen das „inter – esse“ verstoßen, dass es ein Einfaches war/ist, ihn der Einfühlungs- und Lernunfähigkeit zu überführen. Zu einfach? - Jedenfalls hat auch die Mordsgeduld, die du bankban ihm gegenüber (nicht nur auf siebenuerger.de) aufgebracht hast, mehr als alle anderen (mich eingeschlossen), nichts gefruchtet. Schade, denn es bleibt wohl ein ungenügend abgeschlossenes Kapitel…

    Durch Selbstbeschränkung etwas zur Lebensaufgabe zu machen – das kann vielleich tatsächlich für beide gelten, Gibson und HM. Es ist übrigens sehr fraglich, ob es bewusst berechnende und gemeine Taktik von Gibson war/ist, im Fahrwasser von HM von sich reden machen zu wollen, also als Trittbrettfahrer, wie ja auch Richard Wagners Vorwurf lautet. Das entschuldigt aber nichts: denn hier gibt es und gilt und muss gelten eine Art Shibboleth: Extreme Selbstbeschränkung ist ein (psychisch) nicht ungefährliches Unterfangen und wo die genaue Grenze zu ziehen ist zwischen schon krankhaft/unnormal und noch gesund/normal und wo die Ursache dafür zu finden ist – das ist schwierig. Nur die Konventionen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zwingen dann manchmal und letzlich dazu, diese Grenze willkürlich zu setzen, so wie es bei Gibson hier mit seinem Rausschmiss geschehen ist. HM hat es dagegen zum Nobelpreis verholfen (na ja, etwas salopp formuliert :-) .

    Es scheint aber auch so zu sein, dass manche Äußerungen HM’s in Interviews ebenfalls so „literarisch“ sind, dass sie selbst wieder sehr interpretationsbedürftig werden und damit einer Mystifizierung ihrer Person und ihres Werkes Vorschub leisten: „Ich suche mir mein Thema nicht aus, ich werde von ihm abgeholt,…“ (in religiösen Zusammenhängen vielleich: als „Werkzeug Gottes“), oder (sinngemäß): „nicht ich wurde ausgezeichnet, sondern meine Bücher“. Picasso hat ja auch gemeint, beim Malen werde seine Hand von Gott geführt, oder so ähnlich; Auch er hätte ja vielleicht einen Nobelpreis für Malerei verdient).

    Mit "Wie jeder Mensch gekennzeichnet wird durch sein Leben" meint Lavinia wohl all diejenigen, die eine Zeitlang unter diktatorischen Verhältnissen leben mussten. Und in einem sehr viel weiter gefassten Sinne ist dann natürlich jeder Mensch und unter jeder Bedingung „vom Leben gezeichnet“. Außerdem und sehr wichtig: es gibt ja nicht nur äußere, gesellschaftliche „Terrorismen“… Vielleicht kommt irgendwann in ferner Zukunft eine Zeit, wo man sich nur noch mit den milderen, inneren „Terrorismen“ beschäftigen muss? ;-)

    [Beitrag am 09.11.2009, 12:37 von seberg geändert]
  • Michael_Sibiu

    28Michael_Sibiu schrieb am 09.11.2009, 17:16 Uhr:
    Hallo Lavinia,

    zu Ihren Kommentar #7 möchte ich noch mal kurz eingehen.

    Vorweg: Mein Nick-Name hier ist Michael-Sibiu. Sonst gar nichts.

    1. Bei diesen beiden Männern herschte eine derartige Vertrautheit, so meine Informationen, das ich mir ganz einfach nicht vorstellen kann, das es dieses Telefongespräch so gegeben hat. Zumal mit "gez. Klein" am Schluss. So unterzeichnet man Briefe, aber so endet nie und nimmer ein Telefongespräch. Schon allein das zeigt mir, das dort was nicht stimmt.
    2. Die Umstände sind doch sehr nebulös, wie HM an diesen Mitschnitt gekommen ist. "...In ihrem Briefkasten habe sie ein Tonband gefunden, ohne Absender, erzählte Müller ...".
    Ist das vertrauensfördernt? Ich finde nicht. Vielleicht bin ich auch nur zu Mistrauisch, aber solche Informationen sollte man besser ganz genau kontrollieren, bevor man sie verwendet.
    Und hierbei geht es mir wirklich darum, das sich HM nicht vor einen Karren sparren lässt, vor dem sie sich meiner Ansicht nach, nicht wiederfinden will.
    Kann man zweifelsfrei sagen, das dies nicht ein getürktes Band interessierter Kreise ist?
    3. Die ganzen Umstände lassen mich das vermuten.
    4. Mag alles sein. Das der rumänische Botschafter sich versucht hat dort einzumischen: anzunehmen.
    Aber wenn das einzige Dokument für die Einmischung von Kirchenrepresentanten das og. Protokoll ist, dann erlauben Sie mir, das mir mein wacher Menschenverstand und meine Erfahrung sagen, das ich das nicht glauben werde. Mir ist dieses ganze Protokoll nicht koscher genug. Mit Verlaub: Das stinkt mir zu sehr nach Intrige.

    Und es ist schade, das sich eine Nobelpreisträgerin dafür hergibt.

    Und noch was: Ich habe nichts gegen HM. Ich habe noch nicht einmal ein Buch von Ihr, von daher werde ich mich hüten, über sie etwas negatives zu sagen. Aber Ihre Art sich in Ihrem Unheil zu suhlen, geht mit ehrlich gesagt auch auf dem Keks.
    Deshalb Lavinia: Sie haben Ihren Hero den Sie auf einen Schild der Unfehlbarkeit hieven und ich den meinen. Fühlen Sie sich bitte nicht immer persönlich angegriffen. Aber diese Episode der HM ist mir einfach nicht schlüssig genug.

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:19 von Michael_Sibiu geändert]
  • sächsin

    29 • sächsin schrieb am 09.11.2009, 17:43 Uhr:
    und noch ein mündiger teilnehmer (bravo, michael_sibiu), der erkannt hat, dass es hier nicht nur ehrlich interessierte an einem fairen und sachlichen meinungsaustausch gibt, sondern auch ehrlich interessierte, zumindest einen, auch noch anonymen teilnehmer (hoffentlich bleibt es bei dem einen, sonst wird die penetranz der selbstdarstellung und eitelkeit zu groß), welcher nicht nur andauernd zu tönen, sondern immer wieder zu über-tönen hat, weil er es augenscheinlich nicht ertragen kann, dass jeder das recht hat, recht zu haben, davon abgesehen, dass alle rechte subjektiv sind, ergo - alle rechthaben oder alle nicht rechthaben. es gibt nicht DIE wahrheit, es gibt nur viele subjektive wahrheiten, sichtweisen, interpretationen.
    lavinia anonymus, denken sie einmal darüber nach und treten sie doch bitte aus ihrem schatten oder dunstkreis heraus, es wäre den vielen teilnehmern an den foren hier gegenüber nur anstandig und fair, denn - ich wiederhole zum x-ten male -, gackern, und wenn man kein "korn" findet oder nicht bekommt, die beleidigte leberwurst spielen oder gar sein, - "dies gehört sich nicht", ebenso wenig das herumgackern und herumknabbern an einem orthografischen flüchtigkeitsfehler von @ sächsin, zumal sie nicht einmal den singular vom plural zu unterscheiden wissen, denn - ich zitiere sie -:
    "...wurde hm und rw ....eingeladen...".

    "wurdeN", gnädigste(r), muss es heißen, -"wurdeN".

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:45 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:47 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:49 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:56 von sächsin geändert]

    [Beitrag am 09.11.2009, 17:58 von sächsin geändert]
  • Lavinia

    30Lavinia schrieb am 09.11.2009, 18:29 Uhr:
    @Michael-Sibiu. Ich kann wunderbar damit leben(und fühle mich keineswegs angegriffen), dass Ihre Vermutungen zugunsten Ihres Hero, den Kirchen, gehen und mein wacher Menschenverstand und meine Erfahrungen mir etwas anderes sagen.:-).
    Warten wir es einfach ab.
    Gruss
    Lavinia



    [Beitrag am 09.11.2009, 18:31 von Lavinia geändert]
  • sächsin

    31 • sächsin schrieb am 09.11.2009, 19:35 Uhr:
    @lavinia: "Ihres Hero...."

    "heroS" bitte, da genitiv, es sei denn, bei ihnen ist "der dativ dem genitiv sein fall", - so der titel eines wundersamen kleinen sachbüchleins, für kenner und verbesserer der deutschen rechtschreibung und grammatik wie sie.

    lavinia, sie sehen, es bringt nichts, sich klüger zu dünken als alle anderen, vorträge zu halten, bemerkungen zu treffen, die treffen sollen, doch nicht können.
    oder auf den punkt gebracht:
    ich schlage sie mit ihren eigenen waffen.
    und da mir die innewohnende gewalt dieses satzes überhaupt nicht behagt, lasse ich es
    hiermit auch gut sein und hoffe auf einen interessanten und sachlichen meinungsAUSTAUSCH, - nicht meinungsAUFDRÄNGUNGSVERSUCHE.
    frieden.
    cornelia

  • bankban

    32bankban schrieb am 10.11.2009, 19:41 Uhr:
    Übernahme aus dem Banatblog, Eintrag von Georg um 19:32 Uhr

    "in der FAZ vom 10.11.2009 (Seite 34) bestätigt der Siebenbürger Stadtpfarrer in Hermannstadt, Kilian Dörr, Herta Müller, die mit ihrer Kritik auf der richtigen Seite stehe. Sie würde zur notwendigen Vergangenheitsbewältigung auch in der Ev. Kirche in Siebenbürgen Anstoß geben.
    In dem Artikel wird Frau Müllers Glaubwürdigkeitm kein bisschen angezweifelt."
  • Lavinia

    33Lavinia schrieb am 10.11.2009, 21:20 Uhr:
    Übernahme aus dem banatblog:

    "In dem FAZ-Beitrag steht noch mehr. Nämlich, dass der mitformulierende Prof. Dr. Paul Philippi das damalige Vorgehen seiner Kirche “unumgänglich” fand. Also er stellt den Brief oder Anruf nicht in Frage, sondern verteidigt ihn. Ob das sinnvoll war, darüber lässt sich streiten. Es geht um Anpassung in einer Diktatur, um den Umgang mit dieser, um vorauseilenden Gehorsam hier. Aber in Abrede stellen, kann man das nicht. Auch die Sibis dürfen ihn ruhig wieder ins Netz stellen, wenn selbst die Betroffenen ihn nicht leugnen …

    Von Jakob in Nov 10, 2009 - 20:59 "
  • Johann

    34Johann schrieb am 10.11.2009, 22:36 Uhr:
    Anscheinend wollen sich hier nun zwei Gibson-Kritiker mit denselben Methoden (Waschmittelwerbung) Gehör verschaffen.
    Wieso werden nur zweimal dieselben Beiträge kopiert? Zehnmal wäre ja effektiver und Leser freundlicher!

    [Beitrag am 10.11.2009, 22:37 von Johann geändert]
  • Lavinia

    35Lavinia schrieb am 10.11.2009, 22:42 Uhr:
    @ Johann, weil der erste Beitrag sich auf die Stellungsnahme von Kilian Dörr bezog, während der zweite Beitrag, der von Jakob, sich auf die Stellungsnahme von Dr. Paul Philippi bezog? In der Aufregung überlesen? Na ja, kann ja vorkommen...

    [Beitrag am 10.11.2009, 22:46 von Lavinia geändert]

    [Beitrag am 10.11.2009, 22:48 von Lavinia geändert]
  • Johann

    36Johann schrieb am 10.11.2009, 22:48 Uhr:
    Stehen die beiden Beiträge nicht auch in den Foren unter
    http://www.siebenbuerger.de/forum/allgemein/845-herta-mueller-ehrung/seite61.html#forumid12301 ?

    [Beitrag am 10.11.2009, 22:49 von Johann geändert]
  • Lavinia

    37Lavinia schrieb am 10.11.2009, 23:29 Uhr:
    @Johann: Da das Protokoll im Thread Herta Müller.Ehrung entfernt wurde, wäre dies der geeignete Ort für die Fortführung der Diskussion gewesen, auch wenn schon sehr "überladen". Da aber vielleicht jetzt eine Chance besteht, das Protokoll doch noch auf der Diskussionsplattform zu veröffentlichen, könnte das Gespräch dort fortgeführt werden. Deshalb (nur!) doppelt gemoppelt und nur ganz kurzfristig, bis sich entscheidet, wo die Diskussion weitergehen wird...;-)

    [Beitrag am 10.11.2009, 23:32 von Lavinia geändert]

    [Beitrag am 10.11.2009, 23:36 von Lavinia geändert]
  • Administrator

    38Administrator schrieb am 11.11.2009, 15:51 Uhr:
    Die Authentizität des von Herta Müller in der Frankfurter Paulskirche vorgelesenen Schreibens ist gesichert: Es handelt sich um eine schriftlich dokumentierte telefonische Durchsage des Landeskonsistoriums der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien vom 16. März 1989 an den Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Schaumburg-Lippe, Joachim Heubach. Die in dem obigen Bericht "Herta Müller mit Franz-Werfel-Menschenrechtspreis ausgezeichnet"
    aus dieser Briefbotschaft zitierte Textpassage ist, nach ihrer gestern erfolgten Löschung, jetzt wieder online veröffentlicht.
    Auf SbZ-Online vom 12. November 2009 lesen Sie zu Herta Müllers Kritik an der Ev. Landeskirche A.B. in Rumänien eine Stellungnahme des Landeskonsistoriums sowie eine ausführliche Erwiderung auf Müllers Kritik von Prof. Dr. Paul Philippi.
  • Joachim

    39Joachim schrieb am 11.11.2009, 18:10 Uhr:
    Michael_Sibiu schrieb:
    "Sorry Freunde, bis auf Kurator Hermannstaedter und Altbischof Albert Klein kenne ich alle Personen dieses Stückes, mehr oder weniger.
    1. Das Verhältniss zwischen den Bischöfen Klein und Heubach wird als ausgesprochen gut geschildert. Das og. Telefongespräch klingt jedoch, als hätten dort jemand einen Brief an einen anderen geschrieben, den er absolut nicht leiden kann. Beispiel:"Gez. Albert Klein".
    Michael das wirst Du noch einmal überdenken müssen.
    Gruß
    Joachim
  • Schreiber

    40Schreiber schrieb am 14.11.2009, 22:31 Uhr:
    soviel zu Dichtung und Wahrheit:

    http://www.siebenbuerger.de/pdf/pressemitteilung-mueller-kirchentag.pdf

    Herta Müller wurde gar nicht ausgeladen.
  • bankban

    41bankban schrieb am 19.11.2009, 07:24 Uhr:
    "http://www.die-tagespost.de/2008/index.php?option=com_content&task=view&id=100053216&Itemid=1"

    Darin: "Auch jetzt in den wortreichen Erklärungen der jüngsten Tage von Bischof Christoph Klein und Paul Philippi von der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses (A.B.) in Siebenbürgen, die dort immer noch amtieren, fehlt weiter der plausible Ausgangspunkt für ihre Intervention aus Hermannstadt beim Kirchentag der EKD 1989 in Berlin. Es fehlt sozusagen der vorsprechende Major der Securitate oder, wenn man so will, der neue Freund der IM „Sanda“, die bei meinem Vater waren. In den Erklärungen Kleins und Phillipis von Anfang November, die durch Herta Müllers Anprangerung des Kirchenverhaltens bei der Verleihung des Franz-Werfel-Preises am 1. November erzwungen wurde, wird man in Hermannstadt nicht präziser: „Anfang März 1989“, so heißt es jetzt 2009, „erreichten uns Nachrichten über ein geplantes Podium ,Forum Rumänien‘ am West-Berliner Kirchentag“. Nochmals auch hier meine Frage an Bischof Klein: Woher kamen die Nachrichten? Benennt doch eure Zwangslage von damals, möchte man den Stellungnehmenden zurufen. Sie aber behaupten weiterhin, sie hätten ohne jeden Druck gehandelt. Ohne jeden Druck?

    Gewiss, auch Kirchenleitungen geht es gelegentlich ums eigene Überleben. Das ist sogar notwendig. Dass es aber auch um mehr gehen konnte, gerade damals, beweisen, neben dem großen Beispiel der katholischen Kirche Polens, die Optionen der Regimekritiker in Rumänien, der orthodoxe Priester Calciu oder der reformierte Pastor Tökes, dessen aufrechter Sinn den Aufstand in Temeswar während der Wendezeit ausgelöst hat.

    Weder ich noch Herta Müller haben jemals gefordert, Klein und Philippi hätten Tökes zu sein. Sie aber haben von uns erwartet Klein zu sein. Und dass wir das nicht waren und nicht sind, störte und stört sie mächtig. Nicht wegen uns, sondern wegen ihnen." (R. Wagner)
  • seberg

    42seberg schrieb am 19.11.2009, 08:13 Uhr:
    „Müller 1989 nicht ausgeladen“ - wie beruhigend für das Gewissen aller Kirchengetreuen, diese Überschrift in den Kirchenblättern lesen zu können! Das "Kleingeschriebene" dazu wurde gleich ganz weggelassen.

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich.