26. März 2026

Hauptanwalt Friedrich Gunesch geehrt: „Ein Brückenbauer und Netzwerker“

Den Walburgapreis der Kirchengemeinde Heltau, mit dem Menschen gewürdigt werden, die Verantwortung übernehmen, Kirche und Gemeinschaft dienen und das evangelische Leben in Heltau und Siebenbürgen stärken, nahm im Rahmen des Festgottesdienstes zum Kirchweihfest der Evangelischen Kirchengemeinde A.B. in Heltau am 8. März Friedrich Gunesch, Hauptanwalt der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien, entgegen.
Das Ehrendiplom überreichte Stadtpfarrer László ...
Das Ehrendiplom überreichte Stadtpfarrer László-Zorán Kézdi (1. von rechts) an Hauptanwalt Friedrich Gunesch (2. von rechts), das Walburga-Abzeichen Kurator Robert Fink, das Preisgeld Kirchenmutter Irene Gaspar. Foto: Beatrice Ungar
Die Entscheidung des Presbyteriums vom 12. Januar 2026 habe zwei Blickrichtungen, sagte Stadtpfarrer László-Zorán Kézdi in seiner Laudatio: „Wir danken für seine Verbundenheit mit Heltau und zugleich danken wir für seinen Dienst an der Landeskirche und an der siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaft insgesamt.“ In der Laudatio heißt es weiter: „Friedrich Gunesch hat als erster Anwalt und dann als Hauptanwalt der Kirche die Umbrüche der letzten Jahrzehnte miterlebt und die Neuordnung mitgestaltet. Heute trägt er die oberste juristische und administrative Verantwortung im Landeskonsistorium, dort, wo Rechtsfragen, Finanzen, Personal und Liegenschaften zusammenlaufen. (...) Friedrich Gunesch wirkt in unserer Kirche in vielfacher Weise, als Brückenbauer und Netzwerker zwischen Gemeinden, Institutionen und Verantwortungsträgern. (…) Er baut diese Brücken auch zwischen Kirchengemeinden und HOGs sowie den Organisationen der ausgewanderten Siebenbürger Sachsen, besonders dem Hilfskomitee und dem Verband der Siebenbürger Sachsen und den Regionalgruppen der HOGs.“

In seiner Danksagung gab Gunesch zu, dass sein Dank einhergehe „mit dem Staunen und der Überraschung über so viel Zuwendung und Vertrauen, Freundlichkeit und Freundschaft“.

Eingeleitet worden war der Festgottesdienst von dem Trompetenvirtuosen Medve Sándor und der Stadtkantorin Cosmina Barna (Orgel) mit Marschmusik, die auch zum Abschluss erklang. Zwischendurch sangen der von Cosmina Barna geleitete Kirchenchor und die von ihr und Lehrerin Mihaela Fülöp betreuten Kinder- und Jugendchöre.

In seiner Predigt zu Lukas 9,57-62 sagte Bischof Reinhart Guib u.a. zu dem Anlass: „Das Walburgafest der Gemeinde gibt uns heute guten Grund, nochmals von Herzen zu danken für alles, was gewesen ist. Für Herrn Hauptanwalt Gunesch und für alle, die sich für die Renovierung der Kirchenburg eingesetzt haben. Für alle, die sie lebendig erhalten und Glauben hier gestalten mit Gottes Wort, Musik, Gebet und Segen. Für alle, die treu zur Kirche und Gemeinde stehen.“

Das erste Grußwort sprach die deutsche Konsulin Wiebke Oeser, die sich an einem „sehr dunklen Wintertag, am ersten Sonntag des Jahres“ dazu entschlossen habe, „endlich die Heltauer Kirchenburg zu erkunden. Nachdem ich den Weg durch die Ringmauern gefunden hatte, war meine Freude groß – vor allem über diesen wunderbaren Innenraum: Welches Strahlen, welche Helligkeit, welche wieder freigelegte Geschichte!“ Konsulin Oeser stellte fest: „Nicht nur für die Kirche und die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen ist der Erhalt und die behutsame Sanierung dieser Kirchenburg von großer, ja unschätzbarer Bedeutung – sondern für uns alle.“

Der Vorsitzende der Heimatortsgemeinschaft Heltau, Heinz Walter Hermann, erinnerte in seinem Grußwort daran, wie es dazu gekommen ist, dass nun drei Betreuerinnen diakonische Aufgaben in den Gemeinden der EKR wahrnehmen: „Viele Hindernisse – wir beide können ein Lied davon singen – haben wir dank Herrn Hauptanwalt Gunesch, seiner Diplomatie, seinem Netzwerk, dem verschmitzten Lächeln, manchmal sarkastisch ironisch, aber mit einem gewissen Hintergedanken, überwunden. (…) Zusammenfassend kann ich meinerseits sagen, lieber Friedrich, voll verdient und herzlichen Glückwunsch.“

Bürgermeister Mircea Orlățean sprach der Heltauer Kirchengemeinde seine volle Unterstützung zu und beglückwünschte den Geehrten. Seitens der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Osijek/Kroatien begrüßte Gemeindekuratorin Jarmila Janoska die Anwesenden und wies darauf hin, dass Pfarrer Samir Vrabec erstmals im Rahmen der GEKE-Tagung in Heltau zu Gast gewesen sei und nun eine Gemeindepartnerschaft angestrebt werde.

Daniela Boltres überreichte im Namen der Partnergemeinde der beiden von Pfarrer László-Zorán Kézdi betreuten evangelischen Kirchengemeinden Heltau und Michelsberg, der Kirchengemeinde Samariter-Auferstehung aus Berlin, eine Osterkerze. Eine zweite würden dann die Michelsberger erhalten.

Beatrice Ungar
(gekürzt aus Hermannstädter Zeitung)

Artikel in der Hermannstädter Zeitung

Schlagwörter: Gunesch, Auszeichnung, Heltau

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