Kommentare zum Artikel

13. Januar 2022

Verbandspolitik

Sie sind nun da, die Rosen für Hanjonkowa - Entschädigung für Russlanddeportierte als späte Anerkennung erfahren

In diesen Tagen jährt sich die Deportation der Siebenbürger Sachsen zum 77. Mal. Einer der vielen Versuche, dieses traumatische Ereignis aufzuarbeiten, wurde mit dem Artikel Rosen für Hanjonkowa, Entschädigung für Russlanddeportierte: Ende einer Odyssee? unternommen. Anfangs im kommunistischen Regime Rumäniens ein tabuisiertes Thema, für das man die Schuldigen immer anderswo suchte, wurde nach der Wende im Dezember 1989 dieses diskriminierende Unrecht an der deutschen Volksgruppe anerkannt. Für die Betroffenen, die dieses Wunder noch erleben durften, wurde für die Zeit der Deportation eine monatliche Entschädigungszahlung per Antrag genehmigt. Überraschenderweise wurde diese Entschädigung mit dem Ergänzungsgesetz Nr. 130 von August 2020 auf die Kinder der bereits verstorbenen Eltern ausgeweitet. Darüber und über die Schwierigkeiten der Antragstellung wurde in dieser Zeitung ausführlich berichtet. mehr...

Kommentare

Artikel wurde 9 mal kommentiert.

  • Peter Otto Wolff

    1Peter Otto Wolff schrieb am 13.01.2022, 16:11 Uhr:
    Sehr geehrter Herr Stürner, herzlichen Dank für Ihren erschütternden Bericht über ein Schicksal, das sich so, oder so ähnlich, zehntausendfach abgespielt haben muss. Allein aus dem Hause meines mütterlichen Großvaters aus Bukarest wurden 3 Schwestern verschleppt, meine Mutter 20-jährig, 2 Schwestern von 23 und 25 Jahren. Ich war so frei, Ihren Bericht im entsprechenden Forum den Deportationsbetroffenen zu empfehlen. Ihnen wünsche ich noch viele und gesunde Jahre, mit Kindern und Enkelkindern die nicht vergessen, was die Großmutter in ihrer Jugend erleiden musste.
  • Ursula Hummes

    2Ursula Hummes schrieb am 13.01.2022, 17:57 Uhr:
    Die Entschädigungszahlungen an Russlanddeportierte, an ihre Söhne und Töchter, die ohne Vater, Mutter oder beide aufwachsen mussten, an die während der Deportation geborenen Kinder, sind durchaus gerechtfertigt, obwohl sie nach siebzig Jahren etwas spät erfolgen, aber wohl doch nicht verjährt sind. Für mich unverständlich, und da stehe ich nicht allein, sind die Zahlungen (lebenslänglich), wenn auch in geringerem Umfang, an die Kinder, die nach der Rückkehr aus der Deportation in Siebenbürgen geboren wurden. Ihre Eltern waren präsent und konnten sich um ihre Kinder kümmern. Deshalb sind die Zahlungen an diese schwer zu verstehen. Die letzten deutschen Soldaten, ich meine keine Siebenbürger Sachsen, kehrten erst 1954 aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Deutschland zurück, viele Gefangenen verstarben auch in Russland. Fast zehn Jahre Zwangsarbeit in russischen Gulags, vordem nahezu fünf Jahre Kriegsdienst. Sie waren keine Deportierten, haben aber sicher ähnliche Schicksale wie diese erlitten. Auch ihre Kinder wuchsen ohne Väter auf, aber ohne Entschädigungszahlungen. 1957 geboren, Entschädigungszahlung! Wenn alles gerecht zuginge, müsste auch die Rente einer Kriegerwitwe, wenn auch nicht in vollem Umfang, an ihre Kinder weiter bezahlt werden.
    Ich möchte keine Neiddebatte beginnen aber einmal eine andere Sichtweise der Dinge aufzeigen.

  • Holger Stefan

    3Holger Stefan schrieb am 13.01.2022, 18:07 Uhr:
    Sehr geehrter Herr J.Stürner ,
    Herzlichen Dank für diesen eindrucksvollen Bericht (es ist Ihr zweiter) zu dem völkerrechtlichen Kriegsverbrechen, dem unheimlichen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, dem schrecklichsten Trauma der neuzeitlichen Geschichte für uns Siebenbürger-Sachsen. Mit Sicherheit berühren Sie viele, sehr viele Siebenbürgische Seelen und sprechen aus dem Herzen vieler Betroffenen. Ich weiß von was ich rede; unsere Mutter (1924-2014), durfte ihren 21.Geburtstag (16.Januar) im Viehwaggon auf der Fahrt ins Ungewisse erleben. Sie kam nach knapp 5.Jahren Zwangsarbeit, heil, Gott sei Dank, wieder zurück zu ihren Zieheltern nach Hause. (Im Alter von nur 5.Jahren verstarb Ihre Mutter und wurde zusammen mit 2.älteren Schwestern von einem kinderlosen Ehepaar aufgenommen. Vater heiratete wieder und es gab nochmals 3.StiefSchwestern. Auch das Verabschieden zur Zwangsarbeit war für sie unheimlich schwer, da ja keine Mutter mehr da war)
    Herr Stürner, hervorragend Ihr Beitrag. Alle Achtung und Respekt.
    Vielen Dank. Stefan Klöß , Kastenholz .
  • Noasbich

    4Noasbich schrieb am 14.01.2022, 10:24 Uhr (um 10:39 Uhr geändert):
    Anscheinend hat Frau Hummes den berührenden Bericht des Herrn Stürner schlechthin überflogen. Anders ist ihr Kommentar an dieser Stelle nicht zu erklären. Wenn sie es bewusst provokativ gemeint hat, ist es einfach zum Fremdschämen.
  • Ursula Hummes

    5Ursula Hummes schrieb am 14.01.2022, 13:47 Uhr (um 13:48 Uhr geändert):
    Frau Hummes hat den Bericht des Herrn Stürner sehr wohl gelesen, und sie kennt viele ähnliche Schicksale aus ihrer siebenbürgisch-sächsischen Verwandtschaft. Sie kennt aber auch viele andere Schicksale durch die jahrzehntelange, ehrenamtliche Tätigkeit im VdK Sozialverband ihres 2012 verstorbenen Vaters, von deutschen Kriegsversehrten, Spätheimkehrern (Russland), Kriegerwitwen (mit auch während des Krieges geborenen Kindern) und ihren Familien. Ein Blick über den siebenbürgisch-sächsischen Tellerrand hinaus sollte doch erlaubt sein, oder agiert man dann direkt provokativ? Lesen Sie doch bitte noch einmal den letzten Satz meines Kommentars. Fremdschämen (Plattitüde) muss sich niemand!
  • Noasbich

    6Noasbich schrieb am 14.01.2022, 14:30 Uhr:
    Liebe Frau Hummes,
    ich habe bewusst ihren "Kommentar an dieser Stelle" kritisiert. Sie hätten ihren Frust auch früher los werden können. Zum Thema Russlandentschädigung gab es unzählige Artikel und Forenbeiträge auf dieser Internetplattform. Ihre jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit, auch als HOG-Vorsitzende, ist bewundernswert und steht hier nicht zur Diskussion. Ehrenamtlich sind viele von uns unterwegs. Es ist auch nicht ihr erster Kommentar mit "Blick über den siebenbürgisch-sächsischen Tellerrand" (Baltikum-Reise lässt grüßen), der fehl am Platz ist.
  • Ursula Hummes

    7Ursula Hummes schrieb am 14.01.2022, 17:55 Uhr:
    Ihnen, Herr Teutsch, ist das Textverständnis abhanden gekommen. In meinem letzten Kommentar war nie die Rede von meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten, auch nicht vom HOG-Vorsitz. Da halte ich mich bedeckter als mancher Siebenbürger Sachse. Ich schrieb von meinem verstorbenen Vater und seinem Engagement im VdK Sozialverband. Satz 4 Ihres letzten Kommentars wäre also zu streichen. Frust? Was ist das? Kenne ich nicht. Bekannt bin ich aber für meinen ziemlich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Und dagegen sollte man ja nichts haben. Wurde in meinen Beurteilungen immer positiv bewertet. Es sollte jeder Frau, jedem Mann, jedem Kind, das Recht zugestanden werden, Meinungen zu äußern - in vernünftiger Art und Weise. Nur das habe ich getan. Hat das "auserwählte Volk der Siebenbürger Sachsen" ein Problem damit? Es wäre hilfreich, wenn man nicht alles angreifend versteht, sondern auch einmal über die Aussagen der Gegenseite nachdenkt und vielleicht auch dieser einmal Verständnis signalisiert. Meinerseits keine weiteren Kommentare mehr.
  • Noasbich

    8Noasbich schrieb am 14.01.2022, 21:29 Uhr:
    Betrachten Sie den Satz als Lob für Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten. Auch meinerseits kein weiterer Kommentar.
  • Scheibi

    9Scheibi schrieb am 16.01.2022, 09:59 Uhr:
    Sehr geehrter Herr Johann Stürner,
    auf der Titelseite der SbZ vom 01.02.2021 wurden die Leser mit ihrem Beitrag “Rosen für Hanjonkowa“ auf eine der traurigsten Ereignisse in der Geschichte der Siebenbürger Sachsen zum 76. Jahrestag aufmerksam gemacht und mit der symbolischen Würdigung der „weißen und zu späten Rosen“ für geschehenes Unrecht emotional sehr berührt.
    Brigitte Kräch würdigte ebenso mit ihrem Beitrag im Leserecho vom 15.02.2021 „Resonanz der stummen Rosen“ das Schicksal ihrer Mutter.
    Nun ist ein Jahr ins Land gegangen und viele Kinder der Russlanddeportierten haben durch die Möglichkeit, einen Antrag auf Entschädigung für Russlanddeportierte zu stellen, sich vielleicht zum ersten mal intensiv mit der Thematik auseinander gesetzt. Diese späte Anerkennung sehe ich als letzte Würdigung vor der Vita unserer Mütter, Väter und Großeltern. Meine Mutter und beide Großväter ereilte das Schicksal der Deportation.
    Die daheim gebliebenen Familien durchlebten, bedingt durch die veränderten Situationen, auch besondere Jahre. Denen gebührt ebenfalls Hochachtung und Respekt.
    „Sie sind nun da, die Rosen für Hanjonkowa“.
    Erinnerung ist die Dankbarkeit des Herzens.
    Johann Stürner erinnert wiederholt mit gewählten Gedanken und Worten.
    Vergelts Gott

Zum Kommentieren loggen Sie sich bitte in dem LogIn-Feld oben ein oder registrieren Sie sich. Die Kommentarfunktion ist nur für registrierte Premiumbenutzer (Verbandsmitglieder) freigeschaltet.