7. Juli 2010

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Zipser Heimattreffen

Zum diesjährigen Heimattreffen und Brauchtumsfest der Heimatortsgemeinschaft der Oberwischauer e.V. in Singen fanden sich 400 Gäste von nah und fern ein. Die Kreisgruppe Singen mit ihrer Vorsitzenden Irene Sedlak veranstaltete das Treffen in Zusammenarbeit mit dem Vereinsvorsitzenden Georg Faltin, Gisela Faltin und anderen Kreisverbänden.
Die Vorfahren der Deutschen aus Oberwischau im Wassertal (rum. Vişeu de Sus, ung. Felsövisó, ukr. Višo nad Vaser, jidd. Ojberwischo) wanderten aus der ehemaligen Zips in Oberungarn (heute Slowakei) und zum Teil aus dem Raum Gmunden, Bad Ischl, Bad Goisern und Ebensee (Oberösterreich) in die Maramuresch ein. Seither sind über 250 Jahre vergangen. Die deutschen Einwohner haben inmitten anderer Bevölkerungsgruppen ihre ethnische und sprachliche Eigenheit über Grenzen und Zeiten hinweg bewahrt. Die Nachkommen der Zipser Sachsen entwickelten sich auch dank des deutschsprachigen Schulwesens zu einer traditionsgeprägten, selbstbewussten Ethnie. Dem Beitrag siebenbürgischer Pädagogen und Kulturschaffenden ist es zu verdanken, dass diese kleine deutsche Bevölkerungsgruppe in der Abgeschiedenheit der Karpaten bis heute ihre Identität bewahren konnte. Daran wurde auch bei diesem Heimattreffen wieder erinnert, denn die Zipser Sachsen aus dem fernen Wassertal bezeichnen die Sachsen im weiter südlich gelegenen Siebenbürgen gern als ihre „älteren Brüder“, die bereits vor über 850 Jahren ins Land an den Karpaten gekommen sind.Zipser Treffen in Singen. ...Zipser Treffen in Singen. Die HOG der Oberwischauer Zipser wurde 2004 gegründet. Es war in vieler Hinsicht ein Neubeginn, auf den die Zipser heute stolz sind. Viele Mitglieder legten sich nun wieder eine eigene Tracht zu. Seit damals gibt es ein Mitteilungsblatt der Oberwischauer, den Wassertaler Heimatboten. Er erscheint zweimal im Jahr und informiert seine Leser über alle verbandsbezogenen Neuigkeiten aus Deutschland, Österreich und dem Wassertal, wo nur noch wenige Zipser Sachsen leben. Es sind die letzten (von einst über 5000) deutschen Einwohner des Städtchens Ober­wischau, die sich nach 1990 in einem Demokratischen Forum zusammengeschlossen haben, um Brauchtum und Sprache besser pflegen zu können.

In seiner Ansprache bezog sich der Oberbürgermeister von Singen, Oliver Ehret, unter dessen Schirmherrschaft das Treffen stand, auch auf das diesjährige Motto „Gemeinsame Heimat, gemeinsames Brauchtum, gemeinsame Werte“, als er sagte, dass in Singen heute über 100 verschiedene Nationalitäten friedlich beisammen lebten. Es freue ihn, dass die Zipser sich in Singen zu ihrem Jahresfest versammelten. Die Kreisvorsitzende Irene Sedlak betonte, dass die Maramurescher Zipser auch hier in Deutschland „das gemeinsame deutsche Brauchtum aus der alten Heimat bewahren und immer wieder aufs Neue aufleben lassen“.

Brigitte Wagner-Skurka

Schlagwörter: Zipser, Treffen, Brauchtum

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