22. Juli 2011

Kronenfest in Herzogenaurach

Das Kronenfest in Herzogenaurach am 3. Juli stand in diesem Jahr im Zeichen des 60-jährigen Jubiläums des Kreisverbandes Nürnberg. Zu diesem Anlass wurde erstmals, zusätzlich zur großen Krone, auch eine Kinderkrone gebunden. Damit wurden nicht nur die Kinder der Tanzgruppe Herzogenaurach, sondern auch die Kindergruppen des Kreisverbandes an das Binden der Krone herangeführt. Mit der Kinderkrone wurde zugleich ein weiterer Höhepunkt aus der Geschichte des Kronenfestes in Siebenbürgen präsentiert.
Den Gottesdienst zum Kronenfest hielt Pfarrer Robert Ziegler, der in seiner Ansprache und mit dem ausgewählten Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“ von Paul Gerhard einen Vergleich mit diesem Fest herstellte. Das Lied bringe den Sommer schwungvoll herüber, das Fest führe in den Erinnerungen zurück zu den Kronenfesten in Siebenbürgen. Beide passten wunderbar zusammen, sie brächten die Freude über Gottes gute Schöpfung und die Bitte um Bewahrung derselben zum Ausdruck – das lasse die Ansprache des Altknechts aus der Krone vermuten.

Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von Bläsern der Kinder-, Jugend- und Erwachsenentanzgruppe. Zu den Klängen der Siebenbürgischen Blaskapelle Nürnberg unter der Leitung von Michael Bielz eröffneten die Trachtenträger mit einem fröhlichen Aufmarsch den zweiten Teil des Festes. Wegen des schlechten Wetters wurde dieser Teil auf die überdachte Bühne des Festgeländes verlegt, in deren Mitte die Kinderkrone stand und somit der Aufmarsch und die späteren Tanzdarbietungen doch noch um einen Kronenbaum stattfinden konnten.
Kronenfest Herzogenaurach: Kinder und Jugendliche ...
Kronenfest Herzogenaurach: Kinder und Jugendliche tanzen gemeinsam um den Kronenbaum. Foto: Gerhard Berner
Danach folgte die offizielle Begrüßung der Ehrengäste durch Gerhard Berner, Vorsitzender der Tanzgruppe Herzogenaurach. Zahlreiche Vertreter aus Politik, den lokalen Vereinen, Ehrengäste des Kreisverbandes Nürnberg und anderer siebenbürgischer Ortsgruppen waren der Einladung gefolgt. Viel Lob für ihr Engagement erhielten die Veranstalter in den Grußworten der Ehrengäste.

Die CSU-Landtagsabgeordnete Christa Matschl zeigte sich sehr beeindruckt von den verschiedenen schönen Trachten der teilnehmenden Gruppen. Nachdem sie heuer bereits eine Rundreise durch Siebenbürgen gemacht und dabei die Schönheit der Landschaft und der deutschen Städte gesehen hatte, dann am Heimattag in Dinkelsbühl teilgenommen hat, freute sie sich sehr, in Herzogenaurach auf dem Kronenfest zu sein. Matschl dankte für die Einladung und wünschte der Tanzgruppe alles Gute für die Zukunft! Landrat Eberhard Irlinger, der sich als Fan der Siebenbürger bezeichnete, lobte den sehr guten Kontakt zur Tanzgruppe Herzogenaurach und freute sich sehr, auf dem „Winterkronenfest“ zu sein, das trotz des schlechten Wetters stattfand. Das Kronenfest sei für ihn ein Symbol für die sehr gute Brauchtumsarbeit der Gruppe, in die nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder und Jugendlichen involviert seien. Seiner Meinung nach könne sich lediglich derjenige richtig integrieren, der seine Wurzeln kenne und damit über sich selbst Bescheid wisse.

Die Brücke, die die Tanzgruppe zwischen Tradition und Moderne schlägt, wurde von Dr. German Hacker (SPD), erster Bürgermeister der Stadt Herzogenaurach, gelobt und er motivierte zum Weitermachen. Viel Lob spendete er für die starke Integration der Siebenbürger in das Stadtleben von Herzogenaurach, die u. a. auf dem Altstadtfest Baumstriezel verkauft hatten, was bei den Herzogenaurachern sehr gut ankam. Weiter bedankte er sich besonders für Georg Hutters Engagement, der beim Besuch der Chöre aus den Partnerstädten Herzogenaurachs (Wolfsberg/Österreich, Nova Gradiska/Kroatien, Sainte-Luce-sur-Loire/Frankreich) zum 150-jährigen Jubiläum des Liederkranzes die Stadt vertreten hat und sich um die Organisation kümmerte.

Doris Hutter, Stellvertretende Bundesvorsitzende und Kulturreferentin der Landesgruppe Bayern, schlug den Bogen von der mitgebrachten Tradition des Kronenfestes zu Werten, die in der neuen Heimat aktuell sind, wie z. B. das Respektieren von Andersartigkeit, und ermutigte, sich dabei vermehrt an den eigenen Kindern zu orientieren, die „frei von Vorurteilen“ die Wunden der Vergangenheit heilen könnten, wie Peter Maffay in seiner Rede am Heimattag in Dinkelsbühl betont hatte.

Inge Alzner, Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberg, begrüßte besonders die vielen Kinder und Jugendlichen, die am Kronenfest mitwirkten. Sie brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass im Jubiläumsjahr neben den vielen anderen Festen (60 Jahre Kreisverband, 60 Jahre Heimattag in Dinkelsbühl, 25 Jahre Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland), die die Siebenbürger Sachsen heuer gefeiert haben, in Herzogenaurach die Kinderkrone Premiere hatte. Damit sei die Zukunft der Siebenbürger Sachsen und ihrer Brauchtümer gesichert. Sie dankte der Tanzgruppe für ihren Einsatz sowie den führenden Politikern für die stetige Unterstützung der Siebenbürger Sachsen bei der Umsetzung ihrer Projekte. Stolz präsentierte Gerhard Berner die neu angefertigte Vereinsfahne. Mit der Fahne hat sich die Tanzgruppe einen Wunsch erfüllt. Sie soll die festlichen Aktivitäten der Tanzgruppe schmücken und bei Umzügen mitgeführt werden.

Das Erklimmen des Kronenbaumes, der Höhe­punkt des Festes, musste aus Sicherheitsgründen entfallen. Die Ansprachen fanden neben der Krone statt. Timo Schneider, der „Jungknecht“, drückte in seiner Rede seinen Stolz und seine Freude über die Kinderkrone aus und dankte für den Erhalt dieses Brauches. Der „Altknecht“ Martin Klein sprach seinen Dank den Bauern aus, die das Feld so tüchtig bestellt hatten, und bat um gutes Wetter und eine reiche Ernte. Zusammen mit „Jungmagd“ Tanja Hermannstädter und „Altmagd“ Stephanie Thudt eröffneten sie den Tanzreigen mit einem Walzer. Anschließend präsentierten die zahlreichen Gruppen ihre Tanzdarbietungen und erfreuten die Besucher mit einem bunten Programm, moderiert von Anna Gherghel und Tobias Krempels. Die darstellenden Gruppen waren: die Kindertanzgruppe der Siebenbürger Sachsen Nürnberg unter der Leitung von Annette Folkendt, die Kindertanzgruppe Herzogenaurach unter der Leitung von Reinhold Burkart, die Jugendtanzgruppe Herzogenaurach unter der Leitung von Brigitte Krempels, die Oberköster Volkstanzfreunde, die Tanzgruppe der Banater Schwaben Crailsheim und die ungarische Tanzgruppe Tüzvirag aus Nürnberg. Im Anschluss an den Festakt spielte die Blasmusik zum Tanz auf. Zur Stärkung gab es für die Tänzer und Gäste Steaks und Mici vom Grill, Baumstriezel und Hanklich, Mais und Getränke sowie Eis und Fruchtbowle von der Jugendgruppe.

Die Tanzgruppe bedankt sich auf diesem Wege ganz herzlich bei den treuen Gästen, die trotz schlechten Wetters gekommen waren, den vielen Helferinnen und Helfern der Nachbarschaft Herzogenaurach für die tatkräftige Unterstützung beim Binden der Krone und bei den Vorbereitungen des Festes. Ein herzliches Dankeschön geht auch an die Kinder der Tanzgruppe Herzogenaurach und des Kreisverbandes für die gepflückten Blumen und die Mithilfe beim Binden der Kinderkrone.

Heidemarie Krempels und Brigitte Berner

Schlagwörter: Kronenfest, Nürnberg

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