14. Juli 2012

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Inschriften in Ringmauer der Streitforter Kirchenburg

An der Streitforter Kirchenburg wurden an der Ringmauer Spuren der Vergangenheit entdeckt. Diese sind für die Streitforter Ortsgeschichte von großer Bedeutung.
In einem kirchlichen Steuerregister wird im Jahre 1400 unter den Gemeinden des Repser Stuhls erstmalig die Ortschaft „Stristfordia” erwähnt. Die Kirche wurde wohl bereits während des 13. Jahrhunderts als dreischiffige romanische Basilika mit Westturm erbaut. Vermutlich wurden in Streitfort im Repser Ländchen am Alt Ende des 15. oder Anfang des 16. Jahrhunderts an der Kirche Befestigungsarbeiten durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt wurde wohl auch das südliche Seitenschiff gänzlich und das nördliche zum Teil abgetragen. Die Bögen wurden bis auf zwei Joche im östlichen Teil des nördlichen Seitenschiffs zugemauert. Wahrscheinlich wurde auch das Westportal im Erdgeschoss des Turmes zugemauert und zwei neue Eingänge auf der Nord- und Südseite der Kirche angelegt. Zum gleichen Zeitpunkt wurde der viereckige Bering mit Ecktürmen mit Pultdach errichtet. Der Bering mit Wehrgang mit Dach hatte eine Höhe von 6-7 Metern. An der Außenseite gab es in regelmäßigen Abständen Schießscharten, auch im zweiten Geschoss des Südostturmes gab es drei Schießscharten. Nach diesem einzigen erhaltenen Turm wurden an der Ringmauer der Streitforter Kirchenburg Inschriften in altdeutscher (gotischer) Schrift mit den Jahreszahlen 1517 und 1541 bzw. 1641, 1617, 1716 und den Initialen K S entdeckt sowie eine weitere Inschrift, die wie folgt lautet: „Wie fein steht es, wenn die grauen Häupter weise und die Herren fürsichtig sind“. Der Turm im Nordwesten des Berings war als „Speckbastei“ früher bekannt und ist auch heute noch als einziger Turm einigermaßen gut erhalten. Inschriften in gotischer Schrift auf der ...Inschriften in gotischer Schrift auf der Ringmauer der Streitforter Kirchenburg mit geschichtlicher Bedeutung. Foto: Dietmar Melzer Im Jahre 1800 musste ein Mauerabschnitt im Westen des Berings dem alten bzw. neuen Streitforter Rathaus, nachher Burghüterwohnung, weichen. In der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts stürzte der Nordostturm, der wohl einst als Bergfried gedient hatte und sehr baufällig geworden war, ein. Der Glockenturm, der auch heute noch steht, wurde zwischen 1848 und 1858 erbaut. Um die neue Schule zu bauen, wurde 1899 der letzte, nach dem Bau des Rathaus noch stehende Teil der westlichen Burgmauer abgetragen.

Heute hat die Streitforter Kirche die Form einer Hallenkirche, bei der Schiff, Chor und Apsis die gleiche Höhe haben. Der barocke Glockenturm auf der Westseite des Berings hat über dem Dach in Form eines Pyramidenstumpfes einen achteckigen Aufsatz, eine so genannte Laterne. Der Streitforter Altar, der schön restauriert wurde, befindet sich im Teutsch-Haus in Hermannstadt.

Die vom Orgelmacher Johannes Prause gebaute und 1788 in Streitfort aufgestellte Orgel wurde 2002 nach Wolkendorf gebracht und anschließend neu restauriert, so dass die Streitforter Orgel beim Gottesdienst mit neuen, lieblichen Tönen zu hören ist. Die gesamte Kirchenburg aus Streitfort in der Repser Gegend ist restaurierungsbedürftig und dem Verfall komplett preisgegeben.

Dietmar Melzer

Schlagwörter: Streitfort

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