22. Juli 2019

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19. Heimattreffen der HOG Groß-Alisch mit Pruden

Seit Jahren überlegen die Vertreter der Nachbargemeinden Groß-Alisch und Pruden, ihre Heimattreffen in Deutschland zusammenzulegen. Der kontinuierliche Mitgliederschwund und das geringe Interesse der jungen Generation an diesem Brauch zwingen uns zu handeln. Das ist nur ein Anfang; später könnten wir auch die Nachbargemeinde Dunesdorf ins Boot nehmen.
Der Gottesdienst mit goldener Konfirmation, Abendmahl und Gedenken an die Verstorbenen wurde von Pfarrer i.R. Prof. Dr. Berthold Köber in der Nürnberger Emmaus-Kirche zelebriert. Pfarrer Köber, der 22 Jahre lang der Gemeinde in Groß-Alisch diente, stellte in seiner Predigt die Frage: „Was gibt unserem Leben Halt und Hoffnung, was trägt uns?“ Es ist die Gemeinschaft der Siebenbürger Sachsen und der Glaube an Gott. Beim Klang der Posaunen las Pfarrer Köber die 52 Namen der Verstorbenen der HOG Groß-Alisch der letzten zwei Jahre vor, betete für sie und für alle Trauernden und Kranken. Das Abendmahl wurde wie in Groß-Alisch gefeiert.

Nach dem sehr inhaltsreichen Gottesdienst versammelten wir uns im Gesellschaftshaus der Gartenstadt zum Mittagessen. Erfreulich war, dass deutlich mehr Teilnehmer gekommen waren. Das lag natürlich an der relativ kleinen Gruppe der Prudner, erschienen in heimischer Tracht, wie auch, im Rahmen des Heimattreffens, an einem mitlaufenden Klassentreffen.

Die Eröffnung begann mit einer Begrüßung von Alfred Drotleff, 2. Vorsitzender der HOG, der auch das Traditionsgebet vortrug, das früher jede Veranstaltung in Groß-Alisch einleitete, in Groß-Alischer Mundart und in Hochdeutsch. Die Wirkung unter den Gästen war spürbar. Wilhelm Paul, unser 1. Vorsitzender, machte es kurz und bündig in seinem Tätigkeitsbericht. Sein Gruß richtete sich gleichermaßen an die Landsleute aus Groß-Alisch und Pruden. Er stellte richtig fest: Es gibt und gab immer schon Prudner, die zu Alisch gehörten durch Schulbesuch, Heirat oder Feiern. Er lieferte, verständlich für alle, den Grund für diesen Versuch, die beiden Gemeinden zusammenzulegen, der dem lang ersehnten Wunsch von Lukas Geddert (HOG Pruden) eine Chance gibt. Das ist zukunftsorientiertes Handeln. Dem dürfen und wollen wir uns nicht verschließen, wenn wir an unseren Heimattreffen festhalten. Neu gewählter HOG-Vorstand Groß-Alisch. Foto: ...Neu gewählter HOG-Vorstand Groß-Alisch. Foto: Ingeborg Paul Wilhelm Pauls Dank richtete sich im Besonderen an Pfarrer Köber für die Gestaltung des Gottesdienstes. In Zukunft sollen verstorbene Prudner mit eingebunden werden. Mit einem Blumenstrauß bedankte er sich bei der Organistin Agnetha Köber für die spontan bekundete Bereitschaft, uns im Gottesdienst mit ihrem Orgelspiel zu begleiten. Ehrlicher Dank ging an den Posaunenchor unter der Leitung von Georg Zakel, an Irmtraud Teutsch für den Blumenschmuck in Kirche und Saal, an die Empfangsdamen, an alle fleißigen Helfer und Helferinnen und nicht zuletzt an Wirt Karanikos.

Der Bericht über die Aktivitäten des Vorstandes der HOG Groß-Alisch beinhaltete in groben Zügen alle Bereiche, die seit unserem letzten Heimattreffen begonnen und erfolgreich abgeschlossen wurden. Andere Aufgaben stehen bevor. Wir Groß-Alischer rühmen uns zu Recht mit einer kompletten Renovierung der Kirchenburg, hervorragend restaurierten Orgel, soliden Friedhofsmauer, neuer Kirchturmtreppe als echter Touristenattraktion, elektrisch gesteuerten Kirchenglocken, einer 270 Jahre alten restaurierten Sonnenuhr, der 250 Jahre alten Turmuhr, instandgesetzt und elektrisch betrieben. Das alles war durch die Hilfe unserer Mitglieder möglich, wobei Renate Heiliger als großzügiger Spenderin ein besonderer Dank gebührt. Wichtig war und ist das perfekte Zusammenspiel aller Verantwortlichen hier und vor Ort und die geschickte Koordinierung der Arbeiten. Es ist wahrlich kein Spaziergang, alle Beteiligten und Mitwirkenden, HOG-Vorstand, Vertreter der Kirchengemeinde vor Ort, Handwerker, Bezirkskonsistorium Schäßburg und Lokalbehörden, unter einen Hut zu bringen. Wir dürfen stolz sein, dass in Groß-Alisch so viel getan wird. Zum Schluss warb W. Paul für neue Kirchenmitglieder in Alisch im Sonderstatus und Interessenten für die kirchliche Organisation „Entdecke die Seele Siebenbürgens“.

Der Blumenstrauß für die älteste Teilnehmerin des Heimattreffens ging an Sara Homm. Die Prudner werden noch ermutigt, sich nicht als unsere Gäste, sondern als dazugehörig zu betrachten und zu fühlen. Lukas Geddert sprach ein Grußwort im Namen der Prudner, dankte für die Aufnahme im Kreis der Alischer und bestätigte grundsätzlich, was W. Paul dazu schon gesagt hatte.

Der Kassenbericht von Hannelore Binder zeugte von einer positiven Entwicklung in Sachen Finanzen unserer HOG. Die Neuwahlen des Vorstandes der HOG Groß-Alisch wurden von Willi Alischer geleitet. Da der entlastete Vorstand sich zur Freude aller Anwesenden geschlossen bereit erklärte weiterzumachen, erfolgte die Wahl im Block. Einstimmig und mit tosendem Applaus wurde der Vorstand wiedergewählt.

Im Rahmen der kulturellen Darbietungen überraschten uns die 16 Mitglieder der Siebenbürger Blaskapelle Heidenheim. Sie waren auf Anregung der Brüder Alfred und Bernhard Drotleff gekommen, um unser Treffen mitzugestalten. Der Aufmarsch der Trachtenpaare war die nächste Überraschung. Sie führten in Begleitung der Blaskapelle Volkstänze auf und später kamen die Singfreudigen hinzu, um bekannte Volkslieder zu singen. Viele Paare schwangen das Tanzbein zu der wunderbaren Blasmusik. Die Blaskapelle wurde als Bereicherung unseres Treffens betrachtet und am Ende mit tosendem und lang anhaltendem Applaus verabschiedet.

Das renommierte „Party-Trio/-Duo“ lud nach dem Abendessen zum Tanz ein, zu dem viele Jugendliche kamen. Auch Freunde von Groß-Alischern und Prudnern gesellten sich dazu. Lukas Geddert bot eine erfolgreiche Tombola an, unterstützt von den Schwestern Elisabeth und Isabella Alischer. Der Erlös geht an die Kirchengemeinde in Groß-Alisch. Hans Jakobi stimmte die Gäste mit seinem Akkordeon auf das gemeinsame Liedersingen ein, inzwischen zur Tradition gewordener Höhepunkt jedes Heimattreffen. Unser nächstes Treffen findet am 24. April 2021 statt.

Helmut Homm

Schlagwörter: Groß-Alisch, HOG-Treffen

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