30. September 2019

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Heimattreffen – nach 30 Jahren in Waldhütten

Der Vorstand der HOG Waldhütten hatte beschlossen, 30 Jahre nach der Wende am 10. und 11. August 2019 ein Heimattreffen in Waldhütten zu feiern. Die Planung lief seit Monaten. Die Organisation von Pfarrer, Saal, Essen, Getränken wurde vor Ort von einer kleinen Gruppe des Vorstands vorgenommen.
Eine große Sorge war, dass am Saal Bauarbeiten hätten durchgeführt werden sollen und wir nach anderen Lösungen suchen mussten. Alle fieberten dem großen Fest entgegen. Angemeldet waren zum Schluss über 170 Personen, die die Reise in die alte Heimat per Flugzeug oder Auto antraten.

Ein paar Tage vorher trafen nach und nach die Organisatoren und Helfer ein. Zur großen Überraschung wurde uns der Saal zur Verfügung gestellt, was alle sehr erfreute. Die Kirche sollte herausgeputzt werden: Bänke und Fußboden wurden geschrubbt, der Altar wurde geschmückt und Maibäume vor dem Eingang aufgestellt, so dass die Kirche in neuem Glanz erstrahlte. Zum Schluss wurden vier große Bildtafeln, die das Leben und die Trachten der Gemeinde zeigten, in der Kirche angebracht. Der Saal wurde festlich geschmückt, Tische mit Blumensträußen dekoriert, Maibäume vorm Eingang aufgestellt. Es war eine Augenweide, den Saal zu betrachten. Die fleißigen Helferinnen ließen es sich nicht nehmen am Freitag noch Hanklich und Striezel zu backen. Heimattreffen in Waldhütten mit Dechant Bruno ...Heimattreffen in Waldhütten mit Dechant Bruno Fröhlich (links) und Pfarrer i.R. Rolf Binder. Foto: Anne Binder Am Samstag, dem 10. August, war das Treffen im Kirchhof um 10.30 Uhr angesagt. Die Gäste wurden mit Hanklich und Schnaps empfangen. Die Begrüßung war herzlich, man fiel sich in die Arme und freute sich, den einen oder anderen nach so langer Zeit wieder zu sehen. Dann läuteten die Kirchenglocken zum Gottesdienst und alle nahmen in der Kirche Platz. Der Schäßburger Bezirksdechant Bruno Fröhlich hatte Pfarrer i.R. Rolf Binder zur Unterstützung mitgebracht. Er begrüßte die Gemeinde und war erfreut über die große Teilnahme an diesem Fest. Er übergab das Wort an Katharina (Trinni) Schuller, die ein selbst geschriebenes Gedicht – Heimweh, das wohl jeder kennt – vorlas, für sie ein sehr emotionaler Moment, in der Heimattracht vor der voll besetzten Kirche dieses Gedicht vorzutragen. Die Predigt und der Gesang der Kirchenlieder unter Begleitung einer mobilen Orgel erfüllten die Kirche mit Leben. Ein besonders Erlebnis war, dass drei Generationen (Eltern mit Kindern und Enkelkindern) vor dem Altar in der Heimattracht das Abendmahl empfingen.

Nach dem Gottesdienst ging es in den geschmückten, eingedeckten Saal zum Mittagessen. Dieses wurde von einem Catering aus Schäßburg vorbereitet und geliefert. Der Vorstandvorsitzende Hans Schobel begrüßte ganz herzlich alle Waldhüttner und ihre Freunde, die zu diesem tollen Fest gekommen waren. Bürgermeister Nicu Lazăr hieß die Festgäste in der alten Heimat willkommen und dankte allen, die zur Organisation dieses Festes beigetragen hatten. Er wünschte sich, dass dies nicht das letzte Treffen in Waldhütten gewesen sei. Pfarrer Fröhlich sprach das Tischgebet und alle erfreuten sich an dem köstlichen Essen.

Das kulturelle Programm startete gegen 14.00 Uhr. Alle Trachtenträger wurden gebeten, sich im Kirchhof zum Aufmarsch aufzustellen. Mit musikalischer Begleitung setzte sich die Trachtengruppe nach altem Brauch zum Lindenplatz (Schuilhäfel) in Bewegung, wo der Einzug von den rumänischen Gästen mit tosendem Beifall bedacht wurde. Im großen Kreis wurde das Waldhüttner Lied, das von der Pfarrerfamilie Ungar gedichtet worden war, gesungen. Es folgten das Siebenbürgenlied, „Willst Du Gottes Werke schauen“ und „Mer walen bleiwen, wot mer sen“. Rosette Günther trug das Gedicht „Heimweh der Siebenbürger Sachsen“ vor, verfasst von ihrer Mutter Rosina, geborene Herberth, als die meisten Waldhüttner auswanderten. Hans Schobel begrüßte alle auch in rumänischer Sprache und wünschte ein schönes Fest. Da das Wetter und die Stimmung sehr gut waren, wurde weiter auf dem Schuilhäfel getanzt.

Im Saal unterhielt man sich bei Kaffee und Kuchen sowie einem einladenden Obstbüfett. Das reichhaltige Abendbüfett war ein Gaumenschmaus für jeden. Im Schulhof wurde bis spät in die Nacht weiter getanzt. Die Unterhaltung war dank der Band „Duo Rhythmik“ in vollem Gange. Ganz Waldhütten feierte die halbe Nacht zu den Klängen der Musik.

Am Sonntag, dem 11. August, traf man sich zum Mittagessen. Danach gingen wir zum Friedhof, wo jeder sein Familiengrab besuchte. Gemeinsam wurde das Kirchenlied „So nimm denn meine Hände“ gesungen und an alle verstorbenen Waldhüttner gedacht, die die ewige Ruhe in der Heimaterde oder in der neuen Heimat gefunden haben.

Wir danken allen für ihren Einsatz und die Organisation dieses gelungenen Festes. Wir danken allen Helfern, die keine Mühe gescheut haben, die Kirche und den Saal in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Wir danken allen, die dabei waren und dazu beigetragen haben, dass dieses Fest zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden ist. Wir werden wiederkommen.

Der Vorstand

Schlagwörter: Waldhütten, Heimattreffen

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