28. Oktober 2024

Ereignisreicher Sommer in Großpold

Bereits lange vor Beginn der Sommerferien waren die Großpolderinnen und Großpolder eifrig. Es ging um die Teilnahme am bevorstehenden Trachtenumzug anlässlich des zweiten Großen Sachsentreffens in Hermannstadt. Die Trachten, die teilweise schon einige Jahre nicht mehr ausgeführt wurden, mussten anprobiert, hergerichtet und vervollständigt werden. Erfreuliche 30 Personen hatten sich auf die Anfrage bezüglich der Teilnahme bei der HOG Großpold e.V. gemeldet. So versammelten wir uns am 3. August pünktlich an unserem zugeteilten Startplatz, der Nummer 59, nur knapp unterhalb der Lügenbrücke.
Wie schon im Jahr 2017 präsentierte die Großpolder Gruppe überwiegend die landlerische Festtagstracht. Sehr erfreulich war die Teilnahme der vielen Jugendlichen. Die landlerische Tracht der unverheirateten Frauen ist deutlich schlichter gehalten als die der sächsischen Mädchen, besticht aber durch das schöne bunte Seidentuch, das unterhalb des taillierten Leibl getragen wird, und durch das lange handbestickte Band, das die Rückseite des schwarzen Faltenkittels ziert. Ein besonderer Blickfang war das Brautpaar, das die Großpolder Gruppe in landlerischer Tracht anführte. Karin und Eduard Herkel heirateten nur wenige Tage später in Hermannstadt. Auch die in Tracht eingekleideten Puppen durften, sehr zur Freude vieler Zuschauer, im Leiterwagen am Umzug teilnehmen. Sie wurden mindestens genauso oft fotografiert wie die Trachtenträger selbst. Nach 1,8 km ging auch für die Großpolder Gruppe ein toller Trachtenumzug zu Ende. An dieser Stelle bedanken wir uns nochmal recht herzlich bei Stefanie Ludwig für die tollen Fotos von diesem Tag. Ein weiteres Highlight folgte nur wenige Tage später. Die Veranstaltung „Brauchtum erleben“ (s. untenstehender Bericht).
Großpolder Trachtengruppe vor dem Festumzug des ...
Großpolder Trachtengruppe vor dem Festumzug des Großen Sachsentreffens in Hermannstadt. Foto: Stefanie Ludwig
Fast schon traditionell ist die Einladung zum Eisessen von Familie Colonna. Auf der „Hinteren Reihe“ versammelten sich Groß und Klein im Hof des Großpolder Museums, das von Maria Mann geführt wird. Sechs Großpolder Mädchen, in Alltagstracht gekleidet, teilten fleißig Eis an die gekommenen Gäste aus. Die Sorten reichten von Birne über Mango bis hin zu Schokolade. Herzlichen Dank an „Il Geleato di Gianfranco“ für die köstliche Erfrischung.

Musikalisch war in den letzten Jahren in Großpold einiges geboten. Die Liederabende und Singgottesdienste, die Elke Lutsch in der Vergangenheit organisierte, konnten krankheitsbedingt leider nicht stattfinden. Um den Sommer aber auch musikalisch ausklingen zu lassen, wurde kurzerhand ein Sommerchor ins Leben gerufen. Spontan versammelten sich an zwei Abenden Ende August 13 Teilnehmer in der Laube des ehemaligen Kindergartens, dem seit einigen Jahren wieder neues Leben eingehaucht wurde und der nun als Begegnungsstätte für Jung und Alt fungiert. Unter der Leitung von Maria Rohrsdorfer, begleitet von Gitarre und Akkordeon, sang man Lieder wie früher. Eines davon war „Nach meiner Heimat, da zieht’s mich wieder“ und genau das wünschen wir uns für die Zukunft. Vielen Dank an alle, die sich für Großpold einsetzten und sich mit tollen Ideen einbringen. Terminvorschau: Adventsgottesdienst mit anschließender Weihnachtsfeier am Samstag, den 7. Dezember, in Königsbrunn bei Augsburg.

Elisabeth Schmid, HOG Großpold e.V.



„Brauchtum erleben in Großpold“

So lautete unser Motto für diesen ereignisreichen Sommer. Ganz Siebenbürgen war eine große Bühne und Großpold ein Teil davon. Der 7. August in Großpold war ein fester Termin in vielen Kalendern. Schon Tage zuvor begannen bei uns die Vorbereitungen. Aus 30 kg Mehl, 180 Eiern und 12 kg Walnüssen haben unsere Bäckerinnen nach traditionellem Rezept Kugelhupf gebacken – ein für Großpold typisches Hefe-Nuss-Gebäck, das früher zu Hochzeiten gereicht wurde. Die dafür benötigten großen alten Backformen aus gebranntem Ton sind gut gehegte Erbstücke, die pfleglich behandelt werden müssen, damit sie auch der nächsten Generation erhalten bleiben.

Am 7. August hatten wir gleich mehrere Veranstaltungsangebote für unsere Gäste. Unsere Kirche hatte die Tore geöffnet und durfte besichtigt werden. Anhand von Schautafeln konnte man sich über die Kirchengeschichte informieren und wurde von Philipp Lutsch, unserem jugendlichen Orgelspieler, musikalisch begleitet. Das Museum „Bei unseren Nachbarn in Großpold“ ist schon viele Jahre ein Schmuckstück unserer Gemeinde und durfte an so einem Tag nicht verschlossen bleiben. In Alltagstracht gekleidete Großpolder führten durch die Räume und konnten den Gästen einiges über das frühere Dorfleben zeigen und erzählen.
„Brauchtum erleben in Großpold“: fünf Jugendliche ...
„Brauchtum erleben in Großpold“: fünf Jugendliche der HOG Großpold in landlerischer Festtagstracht und vier Mitglieder der Siebenbürgischen Tanzgruppe Augsburg in siebenbürgischer Festtagstracht. Foto: Kerstin Glatz
Der Weinbau hat in Großpold eine jahrhundertelange Tradition und auf den umliegenden Hängen werden heute wieder hochwertige Weine gekeltert. Deswegen hatten wir zu einer Weinreise eingeladen und über 150 Gäste sind dieser Einladung gefolgt. Um mehr über diese Handwerkskunst zu erfahren, ging es raus aus dem Dorf und direkt auf eine Führung durch den Weinberg. Die anschließende Weinverkostung fand in der idyllisch gelegenen „Cabana Dintre Vii“ statt. Die Bewirtung der Gäste übernahmen unsere Jugendlichen, die entweder in der landlerischen oder in der sächsischen Festtagstracht gekleidet waren. Bei Kugelhupf und Häppchen konnten die Weine der Weinkellerei „Domeniul Apoldium“ probiert und die wundervolle Aussicht genossen werden. Für beste Stimmung sorgten natürlich Musikanten aus Großpold, die Brüder Nuss zusammen mit Ralf Piringer an der Steirischen. Der Tag war damit aber noch lange nicht zu Ende, denn da stand der vielleicht größte Publikumsmagnet auf dem Programm – die „Combo Band“! Ab 19.00 Uhr begann im Gemeindesaal der Sommernachtsball mit bester Partystimmung und einem Gastauftritt der siebenbürgisch-sächsischen Tanzgruppe Augsburg.

Wir können auf einen ereignisreichen und gelungenen Tag zurückblicken und bedanken uns bei all unseren Gästen und Helfern, ohne die wir die Traditionen und Bräuche nicht ­leben und weitergeben könnten. „Brauchtum erleben in Großpold“ wurde vom Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen aus den Mitteln des bayrischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Im Auftrag der HOG Großpold

E. Piringer

Schlagwörter: Großpold, HOG, Hermannstadt, Sachsentreffen 2024, Brauchtum

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