25. März 2018

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Harald Janesch zum 80. Geburtstag

Harald Janesch, eine Institution des siebenbürgisch-sächsischen Gemeinschaftslebens in Deutschland, feiert am 25. März 2018 seinen 80. Geburtstag. Zu seinem Ehrentag wünschen die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland und die Marienburger Nachbarschaft Harry, wie er von seinen Freunden genannt wird, alles Gute und Gottes weiteren Segen, dieses auch im Namen der anderen Vereine, in denen Harry Janesch teils jahrzehntelang mitgewirkt hat.
Der Jubilar wurde 1938 in Marienburg im Burzenland als zweites Kind des Holzhändlers Georg Janesch („Troll“) und seiner Ehefrau Anna (geborene Schoppel), von Beruf Kindergärtnerin, geboren. Durch die Kriegsereignisse wurde die Familie getrennt: Der Vater blieb in Deutschland, die Mutter musste sich alleine um die Erziehung der drei Kinder kümmern. Nach der Volksschule in Marienburg besuchte Harald Janesch die Sportschule Kronstadt. Von den kommunistischen Behörden als „sozialpolitisch ungeeignet“ eingestuft, musste er diese Schule im zweiten Jahr verlassen. Er entschied sich daraufhin für eine Lehre und besuchte von 1953 bis 1956 die Berufsschule für Möbeltischler in Zeiden. Mit dieser Ausbildung fand er eine Anstellung in einem Möbelbetrieb in Kronstadt, wo er, mit zweijähriger Unterbrechung wegen Einberufung zum Militärdienst, bis 1965 arbeitete.

1961 bot sich für Harald Janesch die Möglichkeit, das Abendgymnasium in Kronstadt zu besuchen. 1965, kurz vor dem Abschluss, erhielt die Familie, nach 13-jähriger Wartezeit, die Ausreisegenehmigung zum Vater. Im selben Jahr übersiedelte Harald Janesch mit Mutter und Geschwistern zum Vater ins bayerische Neuburg an der Donau. Bereits nach sechs Monaten fand die Familie in der neugegründeten Siebenbürger-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe eine neue Heimat.

In Drabenderhöhe lernte Harry seine spätere Ehefrau Anna, geborene Kellner, heute Vorsitzende der Kreisgruppe Drabenderhöhe, kennen. Nach dem hier nachgeholten Abiturabschluss studierte Harald Janesch mit Enni, unter diesem Rufnamen ist sie besser bekannt, an der Pädagogischen Hochschule in Bonn. Nach deren Abschluss wurden sie beide Lehrer. Von 1974 bis zu seinem Ruhestand wirkte Harry als Lehrer an der Gemeinschaftsschule in Wiehl. Im August 1968 heirateten Harry und Enni Janesch, 1977 bauten sie ihr eigenes Heim in der Mediascher Gasse in Drabenderhöhe. Dort wurden ihnen die Söhne Jürgen und Stefan geschenkt. Später kamen mehrere Enkelkinder hinzu. Harald Janesch bei der Patenschaftsfeier am 10. ...Harald Janesch bei der Patenschaftsfeier am 10. November 2017 im Landtag in Düsseldorf. Foto: Siegbert Bruss Die Siebenbürger-Sachsen-Siedlung Drabenderhöhe wurde für Harald Janeschs ehrenamtliche Tätigkeiten zu einer Art Lebensschicksal. Hier erfuhr er, was es bedeutet, in der Landsmannschaft, wie unser Verband damals hieß, eingebunden zu sein. In der 1970er Jahren waren Enni und Harald Janesch Jugendreferenten der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen. 1971 und 1973 leiteten sie gemeinsam die ersten beiden internationalen siebenbürgisch-sächsischen Jugendlager, die Vorläufer der heute noch bestehenden Föderationsjugendlager. Für die Nachhaltigkeit dieser Jugendlager wurde dem Ehepaar Janesch im Jahr 2010 der Siebenbürgisch-Sächsische Jugendpreis verliehen.

Harald Janesch lernte alle Bereiche landsmannschaftlicher Arbeit kennen und wurde 1998 zum Landesvorsitzenden der Landesgruppe Nordrhein-Westfalen gewählt. In dieser Funktion war er ein wichtiges Bindeglied zu den Patenministern der nordrhein-westfälischen Landesregierung, die bekanntlich 1957 die Patenschaft für alle Siebenbürger Sachsen übernommen hatte. Die vielen Jubiläen, Feste und Feiern, aber auch die Mitwirkung bei den Heimattagen in Dinkelsbühl zählen zu seinem jahrelangen nimmermüden ehrenamtlichen Wirken. Einen schönen Abschluss seiner Tätigkeit in der Landesgruppe bildete 2009 der Kulturtag der Siebenbürger Sachsen 2009 in Bonn, für den er mit seinem Team verantwortlich zeichnete. Bei den Wahlen 2010 gab Harald Janesch das Amt des Landesvorsitzenden in jüngere Hände und wurde zum Ehrenvorsitzenden der Landesgruppe ernannt.

Aber auch seinen Heimatort Marienburg hat Harald Janesch nie vergessen. 1990 wurde er Nachbarvater der 1981 von seinem Vater gegründeten Marienburger Nachbarschaft in Deutschland. In seiner bis 2008 gehenden Amtszeit setzte er sich auch für Hilfeleistungen für die noch in Marienburg lebenden Landsleute ein. So schickte er im Namen der Nachbarschaft Hilfspakete nach Marienburg und sorgte dafür, dass sie an Bedürftige verteilt wurden. Er organisierte regelmäßig die Treffen der Marienburger in Deutschland und gab 1996 bis 2008 zweimal im Jahr die Marienburger Nachrichten heraus. Die Treffen und das Nachrichtenblatt sind wichtige Bindeglieder für die Marienburger in Deutschland und tragen zur Stärkung der Gemeinschaft bei.

Aktiv war Harald Janesch auch im Hilfskomitee der Siebenbürger Sachsen und evangelischen Banater Schwaben e.V., heute Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen, in dessen Vorstand er als Beisitzer die Pflege der Mitglieder übernahm, und von 2007 bis 2015 als stellvertretender Vorsitzender wirkte. Harald Janesch gehört als Mitglied auch dem Sozialwerk der Siebenbürger Sachsen in München, dessen Kassenprüfer er bis heute ist.

Mittlerweile ist Harald Janesch seit über einem halben Jahrhundert in Drabenderhöhe daheim. Auch hier war und ist er stark eingebunden. Seit 47 Jahren singen Harry und seine Frau Enni im Honterus-Chor mit. Er gehört zu den Vätern des „Turms der Erinnerung“ und wirkte am Ausbau des „Hauses Siebenbürgen Drabenderhöhe – Alten und Pflegeheim“ mit und war bis 2014 mehrere Jahre stellvertretender Vorsitzender des Vereins Adele Zay e.V., des Trägers des Altenheims in Drabenderhöhe. Nicht zuletzt sei Harrys Engagement als Trainer und Schiedsrichter im oberbergischen Volleyball und als Förderer des Turnvereins in Drabenderhöhe erwähnt.

Harald Janesch ist ein engagierter Siebenbürger Sachse, der fast seine ganze Freizeit in den Dienst der Gemeinschaft gestellt hat. Bei der Überreichung des Jugendpreises 2010 dankte er dafür, „dass man uns hat die Arbeit machen lassen“. Lieber Harry, alles Gute zu deinem 80. Geburtstag!

Rainer Lehni, Brunhild Schoppel-Groza

Schlagwörter: Harald Janesch, Jubilar, Geburtstag, NRW, Drabenderhöhe

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