29. November 2025

Der Archivarin Monica Vlaicu zum 80. Geburtstag

Sie ist eine Institution in Hermannstadt. Wer präzise Auskünfte zu Geschichtsquellen sucht, fragt Monica Vlaicu. Sie wurde am 2. August 1945 geboren und ist im Banat in einer deutsch-rumänischen Familie aufgewachsen.
Monica Vlaicu freut sich über die Festschrift, ...
Monica Vlaicu freut sich über die Festschrift, die der AKSL-Vorsitzende in Hermannstadt Prof. Dr. Ulrich A. Wien zusammen mit Dr. András Bándi (nicht auf dem Foto) ihr zum 80. Geburtstag überreichte. Foto: Hannelore Baier
Mit „Hellmut-Onkel“ (Klima in Neppendorf, dem Historiker und Pfarrer) verwandt, hat Monica Vlaicu nach dem Geschichtsstudium und der Archivarsausbildung über drei Jahrzehnte im Staatsarchiv Hermannstadt gewirkt, zuletzt als Leiterin des ehemaligen Archivs der Nationsuniversität in der Nachfolge von berühmten Vorgängern wie Franz Zimmermann, Georg Müller oder Gustav Gündisch. Dessen aus Wien gebürtige Frau Herta war in den 1970er Jahren ihre Kollegin.

Unter Monica Vlaicus Leitung entwickelte sich das Staatsarchiv zu einer wieder vielgefragten Schatzkammer für die Geschichtsschreibung. Als Leiterin hat sie die Anfragenden und Forschenden kompetent begleitet, sie beraten und deren Forschungen unterstützt in dem Bewusstsein, dass ein Archiv eine Service-Einrichtung ist. Nicht zuletzt hat sie 1996 das glanzvolle Fest zum 120-jährigen Bestehen des Archivs als öffentliche Einrichtung vorbereitet und stilvoll durchgeführt. In der aus diesem Anlass von Monica Vlaicu herausgegebenen Festschrift hat sie die jahrhundertealte Geschichte des Archivs der Stadt Hermannstadt und der Sächsischen Nation, der heutigen Kreisdirektion der Rumänischen Nationalarchive sachkundig, informativ und objektiv dargestellt.

Mit der Gründung des Landeskirchlichen Archivs im Teutsch-Haus ist sie dann als Hauptarchivarin dorthin gewechselt und leistet bis heute unschätzbare Dienste für alle, die ihren Rat suchen. Immer freundlich empfangen und charmant begrüßt, fühlen sich die Gesprächspartner willkommen geheißen. Sie werden kompetent beraten und mit dem Gesuchten – sofern vorhanden – bestens versorgt. So kann die rüstige und immer noch aktive Archivarin bereits auf 57 Jahre Archivtätigkeit zurückblicken.

Monis Welt: Archivschachteln noch und nöcher, ...
Monis Welt: Archivschachteln noch und nöcher, allein zu Weißkirch bei Schäßburg sind hier ein gutes Dutzend gestapelt. Geboren vor 80 Jahren im banatschwäbischen Kleinbetschkerek, ist Monica Vlaicu, heute Hauptarchivarin des Landeskirchlichen Archivs im Teutsch-Haus, aktiv wie eh und je und die Hilfsbereitschaft und Kompetenz in Person. Ad multos annos, liebe Moni! Foto u. Text: Konrad Klein (aufgenommen im Mai 2025)
Monica Vlaicu hat außerdem zahlreiche wissenschaftliche Beiträge zur Erforschung der Kultur und Geschichte der Siebenbürger Sachsen veröffentlicht. Unter ihren Buchpublikationen ragen die wertvollen und umfangreichen Quelleneditionen heraus, welche sie allein oder in Zusammenarbeit mit andern Wissenschaftlern erstellt hat: „Briefe an Georg Daniel Teutsch“ (1997), „Handel und Gewerbe in Hermannstadt und in den Sieben Stühlen 1224–1579“ (2003), „Waldemar von Baußern: Briefe, Berichte, Bilder“ (2003), „Der Nachlass Samuels von Brukenthal“ (2007), „Jacob Rannicher: Briefe und Reden“ (2008). Auch diese Arbeitsleistung hat sie in den Dienst der Wissenschaft gestellt.

Der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde in Hermannstadt hat Monica Vlaicus Verdienste auch mit einer Festschrift gewürdigt, die von András Bándi und Ulrich A. Wien herausgegeben wurde. Sie trägt, ganz in ihrem Sinne, den Titel „Entdeckerfreude. Spurensuche zu Persönlichkeiten Siebenbürgens“.

Die Hermannstädter haben sie, wie sie selbst sagt, längst „adoptiert“. Auch die Siebenbürgische Zeitung wünscht ihr noch viele aktive und fruchtbringende Jahre und Gottes Segen.

U. A. W.

Schlagwörter: Kultur, Archivar, Hermannstadt

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