9. Februar 2026

Kandidaten bei den Kommunalwahlen in Bayern

Die allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen (Kommunalwahlen) im Freistaat Bayern finden am 8. März statt, eventuell nötige Stichwahlen für Bürgermeister- und Landratswahlen zwei Wochen später, am 22. März. Wir stellen im Folgenden siebenbürgisch-sächsische Kandidaten vor, die sich in das politische und gesellschaftliche Leben ihrer jeweiligen Gemeinde einbringen.

Für ein nachhaltiges und lebenswertes Schweinfurt
Dr. Ulrike Schneider kandidiert als Oberbürgermeisterin

Ulrike Schneider ...
Ulrike Schneider
Dr. Ulrike Schneider kandidiert bei der Kommunalwahl am 8. März als Oberbürgermeisterin in Schweinfurt. Unter den sieben Bewerbern ist sie die einzige Frau. „Dass die Wahlen just am Weltfrauentag stattfinden, ist schon fast ein Fingerzeig“, erklärt sie gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung. Sie stellt aber klar, dass sie nicht für eine Frauenquote ist, sondern für ihre Leistung gewählt werden möchte. Tatsächlich kann die OB-Kandidatin, die von der Initiative ZUKUNFT.ödp ins Rennen geschickt wird, eine enorme Erfahrung, Bürgernähe und Intelligenz vorweisen. Seit 30 Jahren ist sie Stadträtin in Schweinfurt. „Es ist an der Zeit, nachhaltig und achtsam Politik zu gestalten – mit gesundem Menschenverstand und Rückgrat“, schreibt sie auf ihrer Homepage www.ulrike-schneider.com. Sie sei eine christlich-konservative-grüne Politikerin im besten Sinne des Wortes und zutiefst davon überzeugt, „dass wir Menschen unsere Schöpfung bewahren müssen. Sie ist unsere Lebensgrundlage und die der kommenden Generationen und auch die der Tiere.“ Deshalb sei es kurzsichtig und egoistisch, „Entscheidungen zu treffen, die auf lange Sicht keine Lösungen darstellen, sondern vielmehr zu großen Problemen führen“. Ihre Motivation als OB-Kandidatin ist es, ­Verantwortung in Schweinfurt zu übernehmen, lenkend und nicht korrigierend einzugreifen. Mehrere Bürgerbegehren seien in den letzten Jahren nötig gewesen, um Fehlentscheidungen zu korrigieren: „Natur statt Beton“ – für den Erhalt wertvoller Ackerfläche statt Versiegelung durch ein überflüssige Einkaufszentrum in Oberndorf. „Stadtwald statt Landesgartenschau“ – gegen die überteuerten Pläne für die Landesgartenschau, die von Anfang an ein finanzielles Risiko dargestellt haben. „Zurück zum alten Stadtbussystem“ – auch das Debakel der ÖPNV-Reform hat Tausende Bürger bewegt. Ulrike Schneider erfährt dabei viel Zuspruch von den Bürgern der Stadt, die ihr den Rücken stärken: „Wir bauen auf Sie – Sie setzen sich wirklich für uns ein.“ Im Tun der Stadt und ihrer Verantwortlichen sei es wichtig, auf Nachhaltigkeit zu achten. Seit 2019 sei klar, dass die Gewerbesteuer einbricht – und das auf Dauer. Und dennoch wurden „weiter kostspielige Luftschlösser gebaut – Multifunktions-Arena, Kulturforum, Bürgerpark“. Deshalb hat Schneider als einzige Stadträtin „seit dem Einbruch der Gewerbesteuer den städtischen Haushalt durchgehend abgelehnt, weil er nicht nachhaltig ist, weder aus finanzieller noch aus ökologischer Sicht“. Es war absehbar, dass die Rücklagen spätestens 2025 aufgebraucht sind und die Stadt anschließend auf Pump leben wird.

Ihr beruflicher Weg hat sie in führende Positionen im öffentlichen Dienst, in der freien Wirtschaft und im Stiftungswesen geführt. Diese Erfahrung hilft ihr sehr, politische Sachverhalte präzise einzuordnen, und sichert ihr auch eine enorme Unabhängigkeit – sowohl beruflich wie auch politisch. Sie arbeitete als Marketingleiterin und Public Affairs Director bei Bosch, Kommunikationsleiterin bei der Else Kröner Fresenius Stiftung I und ist jetzt Geschäftsführerin des EKFZ für Ernährungsmedizin an der TU München. Sie habe über den Tellerrand geschaut, im Ausland und in anderen Großstädten studiert und gearbeitet. „Und ich bin doch immer wieder nach Schweinfurt zurückgekehrt – vielleicht ist das der größte Liebesbeweis.“

Ulrike Schneider, Jahrgang 1966, hat Anglistik und Hispanistik in Würzburg, London und Salamanca studiert, hinzu kamen eine journalistische Ausbildung im Bereich Hörfunk und ein Gesangsstudium. Sie stammt väterlicherseits aus Bistritz und Marpod im Harbachtal. Auf ihre siebenbürgischen Wurzeln ist sie stolz und in der heimischen Kreisgruppe Schweinfurt – Gochsheim des Verbandes der Siebenbürger Sachsen gut verankert.

sb

Plontsch will in Traunreut für Familien und „Blaulicht­familie“ wirken

Ingo Plontsch ...
Ingo Plontsch
Seit 2020 ist Ingo Plontsch (CSU) Mitglied im Stadtrat Traunreut im oberbayerischen Landkreis Traunstein. Bei der Kommunalwahl am 8. März kandidiert er neuerlich im Stimmkreis Traunstein für den Stadtrat.

Die Eltern des in Trostberg geborenen 53-jährigen Kriminalbeamten stammen aus Siebenbürgen: Vater Werner Plontsch (†1998) und Mutter Waltraut Plontsch, geborene Thellmann, wurden beide in Schäßburg geboren, ebenso eine ältere Schwester und zwei ältere Brüder. 1972 wanderte die Familie nach Deutschland aus; seine Mutter war zu dem Zeitpunkt mit ihm schwanger.

Ingo Plontsch, der mit seiner Gattin und den drei Kindern in St. Georgen, einem Ortsteil von Traunreut, lebt, ist seit mehreren Jahren im Vorstand des CSU-Ortsverbandes Traunreut aktiv. Da ihm das Thema Familien besonders am Herzen liegt, möchte er sich auch im Stadtrat dieser Aufgabe widmen und Traunreut attraktiv für junge Familien machen. Neben der Familien- und Jugendförderung möchte sich der Kommunalpolitiker, seit 2020 zudem ehrenamtlicher Feuerwehrreferent, auf die „Blaulichtfamilie“ Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst sowie auf Vereine fokussieren.

CS

Arbeit schaffen, Gesundheit sichern
Edwin Krug Bürgermeisterkandidat in Oberdachstetten

Edwin Krug ...
Edwin Krug
Die SPD Oberdachstetten hat den 51-jährigen Qualitätsmanager Edwin Krug einstimmig als Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 8. März nominiert. Der in Weißkirch bei Schäßburg geborene Siebenbürger Sachse tritt gegen den seit 2014 amtierenden Bürgermeister Martin Assum (CSU) in der über 1 600 Einwohner zählenden Gemeinde Oberdach­stetten im mittelfränkischen Landkreis Ansbach an.

Bei der anstehenden Wahl gehe es um eine „Richtungsentscheidung“, so Krug. Insbesondere in den Bereichen Wirtschaft und Gesundheit will er im Falle eines Wahlerfolges Schwerpunkte setzen. Ein zentraler Baustein sei für ihn das Gewerbegebiet Rezatquelle. Besonderes Augenmerk will Krug auf die nächste Generation legen, auf die Bindung der Kinder und Enkelkinder an die Gemeinde: „Wenn Arbeitsplätze vor Ort fehlen und die Grundversorgung wegbricht, ziehen die Jungen weg – oft für immer. Eine Gemeinde, die ihre Jugend verliert, verliert ihre Substanz. ‚Aus eigener Kraft‘ (das Leitmotto seines Programms; die Redaktion) heißt deshalb für mich: Wir schaffen heute Perspektiven, damit unsere Enkel morgen hier nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten und leben können.“

Seine siebenbürgische Herkunft begreift Krug als Ansporn zum gesellschaftspolitischen Engagement. Bis zur Aussiedlung 1989 lebte seine Familie in Weißkirch bei Schäßburg. So besuchte Edwin Krug zunächst das Joseph-Haltrich-Lyzeum in Schäßburg und dann das Albrecht-Dürer-Gymnasium in Nürnberg, um hinterher eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren. Zuletzt war er als Qualitätsmanager und Vertriebsingenieur bei einem multinationalen taiwanischen Technologiekonzern tätig. Heute arbeitet er als selbstständiger Bilanzbuchhalter und Auditor.

Gemeinsam mit seiner Schwester Brigitte Krug, die seit 2014 für die SPD dem Gemeinderat von Kirchzell angehört, hat er die Pflege der Eltern (86 und 91 Jahre) übernommen. Und so ist es ihm auch ein besonderes Anliegen, „dass unsere Senioren ihren Lebensabend würdevoll in ihrer vertrauten Heimat verbringen können“.

Heinz Meister kandidiert für den Stadtrat in Dorfen

Heinz Meister ...
Heinz Meister
Der gebürtige Heltauer Heinz Meister ist bei den anstehenden Kommunalwahlen in Bayern doppelt beteiligt: Er steht auf der Liste der SPD (Platz 17) für die Stadtratswahl in Dorfen und Platz 50 für die Kreistagswahl im Landkreis Erding.

Heinz Meister, geboren 1961 in Heltau, ist 1976 nach Deutschland übersiedelt, wo der Vater schon seit eineinhalb Jahren auf den Rest der Familie gewartet hatte. Erste Station war Garching, dann wohnte man in Unterschleißheim, im Norden von München. Nach der Realschule in München machte Meister das Abitur. Nach Bundeswehr und Studium arbeitete er als Maschinenbauingenieur in der Luftfahrtbranche. Demnächst wird er im Anschluss an ein Altersteilzeitmodell in Rente gehen.

Seit 1995 wohnt Heinz Meister – verheiratet, zwei erwachsene Söhne und zwei kleine Enkelkinder – in Dorfen im Landkreis Erding. Es ist aus seiner Sicht „sehr wichtig, sich in der Gesellschaft zu engagieren, um ein gutes Miteinander zu erreichen“. Das könne man in Vereinen machen oder auch in politischen Parteien. Hier gelte es, populistischen Tendenzen möglichst entgegenzuwirken. Zu seinen beiden Kandidaturen sagt der Siebenbürger Sachse: „Ich stehe auf Plätzen, bei denen es unwahrscheinlich ist, tatsächlich in den Stadtrat, bzw. Kreistag gewählt zu werden, aber es kommt darauf an, Flagge zu zeigen.“ Was seine siebenbürgischen Wurzeln anbelangt, ist es ihm wichtig, den Kontakt im erweiterten Familienkreis zu halten. Für ein größeres Umfeld reiche ihm leider die Zeit nicht.


Schlagwörter: Kommunalwahl, Schneider, Krug, Meister, Plontsch

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