12. Februar 2026

Kandidaten bei der Kommunalwahl in München und Geretsried

Die allgemeinen Gemeinde- und Landkreiswahlen (Kommunalwahlen) im Freistaat Bayern finden am 8. März statt, eventuell nötige Stichwahlen für Bürgermeister- und Landratswahlen zwei Wochen später, am 22. März. Wir stellen im Folgenden siebenbürgisch-sächsische Kandidaten, einen Bürgermeisterkandidaten, der Mitglied unseres Verbandes ist, und eine den Siebenbürger Sachsen nahestehende Banater Schwäbin vor, die sich allesamt in das politische und gesellschaftliche Leben ihrer jeweiligen Gemeinde einbringen. Über die erfolgreichen Bewerber werden wir in der Folge 5 der Druckausgabe vom 24. März oder Folge 6 vom 21. April berichten.

Aus Liebe zur neuen Heimat Ursula Meyndt kandidiert erstmals als Stadträtin in Geretsried

Ursula Meyndt, die langjährige Vorsitzende der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolf­ratshausen des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, kandidiert am 8. März für die CSU (Liste 1, Platz 5) erstmals für den Stadtrat in Geretsried.

Ursula Meyndt ...
Ursula Meyndt
Uschy Meyndt, geboren 1956 in Kronstadt, ist Mutter, Großmutter, aktive Rentnerin und Mitarbeiterin der Rechtsanwaltskanzlei von Dr. Bernd Fabritius. Vor allem aber ist sie Bürgerin der Stadt Geretsried, wo sie sich zu Hause fühlt und Verantwortung übernehmen möchte, erklärt sie gegenüber der Siebenbürgischen Zeitung. 1975 wanderte sie aus Kronstadt nach Geretsried ein, eine Stadt, die im Laufe der Jahre ihre zweite Heimat geworden. „Eine Heimat, die ich lieben gelernt habe und die ich nicht mehr verlassen möchte“, fügt sie hinzu. Genau aus diesem Gefühl heraus sei auch ihr Wunsch entstanden, sich als Stadträtin einzubringen. „Wer sich zu Hause fühlt, will mitgestalten, zuhören und mithelfen, dass es für alle gut bleibt.“

Von Anfang an hat sich Uschy Meyndt in die Gepflogenheiten ihrer neuen Heimat eingefunden, ohne dabei die Erinnerungen, Werte und Traditionen aus Siebenbürgen aus dem Blick zu verlieren. „Beides gehört für mich zusammen. Ich bin gleich nach meiner Ankunft in die Jugendtanzgruppe eingetreten, weil Tanz für mich immer Ausdruck von Gemeinschaft, Lebensfreude und Zusammenhalt war.“ Als Jugendvertreterin kümmerte sie sich um die Belange der jungen Siebenbürger Sachsen. Zusammen mit Egon Machat gründete sie 1979 die Theatergruppe Geretsried, in der sie bis heute als Schauspielerin mitwirkt. Von 1980 bis 1996 war sie als Schriftführerin der Kreisgruppe und ab 2002 als Kulturreferentin der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen aktiv. Ihr Engagement wuchs mit den Aufgaben. Seit 2008 war sie auch stellvertretende Vorsitzende und im Juni 2016 wurde sie Vorsitzende dieser sehr aktiven Kreisgruppe. Auf Bundesebene ist sie Ersatzkassenprüferin und im Vorstand des Landesverbands Bayern Beisitzerin. Seit 2019 verwaltet sie die Finanzen der „Städtefreundschaften Geretsried e.V.“ Seit 1995 ist sie Mitglied im Ortsverband der CSU Geretsried und der Frauenunion.

In all diesen Jahren hat Uschy Meyndt gelernt, zuzuhören, Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Meinungen zu akzeptieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Genau das hält sie auch in der Kommunalpolitik für unverzichtbar. Durch ihre ehrenamtliche Arbeit sei sie vielen Menschen und ihren Anliegen begegnet. „Diese Gespräche haben mich in meiner Überzeugung bestärkt, dass lebendige Kommunalpolitik nicht am Schreibtisch entsteht, sondern durch persönlichen Einsatz, Offenheit und gegenseitigen Respekt.“

Deshalb habe sie sich entschieden, für den Stadtrat der Stadt Geretsried zu kandidieren. „Ich möchte meine Lebenserfahrung, meine Verbundenheit zur Stadt und meine Kenntnisse einbringen, um das Gemeinwohl zu fördern. Mir ist wichtig, dass Geretsried auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der sich alle Generationen zu Hause fühlen. Besonders am Herzen liegt mir dabei, die Interessen der siebenbürgischen Mitbürgerinnen und Mitbürger gut zu vertreten und das kulturelle Miteinander in unserer Stadt weiter zu stärken.“

S. B.

Jennifer Kübler kandidiert für den Stadtrat in Geretsried

Jennifer Kübler ...
Jennifer Kübler
Jennifer Kübler (geb. Brüss) kandidiert für den Stadtrat in Geretsried auf Listenplatz 4 für die Freien Wähler. Kübler, geboren am 14. März 1974 in Frankfurt am Main, verheiratet, drei Kinder, ist wohnhaft in Geretsried und Mitglied des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland seit 2024. Ihre 1920 in der Nähe von Hermannstadt geborene Großmutter flüchtete 1940 vor der russischen Armee zunächst nach Graudenz in Westpreußen, wo 1943 ihre Mutter geboren wurde. Vor der in Westpreußen heranrückenden russischen Armee floh ihre Oma nebst Tochter nach Westen bis nach Stumsdorf bei Halle.

Die Kaufmännische Angestellte ist ehrenamtlich engagiert unter anderem als stellvertretende Ortsvorsitzende im Sozialverband VdK, Ortsverband Geretsried, sowie als Mitglied des Elternbeirats der Fachoberschule Bad Tölz. Ihre bevorzugten Freizeitbeschäftigungen sind Wandern, Rennradfahren, Yoga, kochen und essen. Hinsichtlich ihrer Kandidatur bei den Kommunalwahlen am 8. März legt Kübler ihr Hauptaugenmerk auf Mobilität und Lebensfreude für Seniorinnen und Senioren, Barrierefreiheit für Menschen mit Einschränkungen, Gleichberechtigung und Schutz vor Gewalt für Frauen. Ihr sei sehr gelegen am „konstruktiven Austausch und respektvollen Umgang zwischen demokratischen Parteien“. Deshalb strebe sie „eine Zusammenarbeit nur mit Parteien an, die diese Werte teilen“. Es sei ihr wichtig, so Kübler, „dass sich Mädchen und Frauen in Geretsried sicher fühlen und gerne am öffentlichen Leben teilnehmen“.

Erster Bürgermeister von Geretsried

Michael Müller ...
Michael Müller
Michael Müller (geboren 1969 in Aalen) ist seit 2014 Erster Bürgermeister von Geretsried – einer Stadt, die wie wenige andere von der Geschichte der Vertriebenen geprägt ist. Viele Siebenbürger Sachsen leben in Geretsried, haben hier eine neue Heimat gefunden und gestalten maßgeblich das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt mit. Dieses Erbe ist Müller Verpflichtung und Kompass zugleich: für Zusammenhalt, soziale Verantwortung und eine klare demokratische Haltung. Den Siebenbürger Sachsen fühlt er sich eng verbunden und ist daher Mitglied des Verbandes geworden. An den Veranstaltungen der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen, ob Krautessen der Urzeln, Fasching oder Kronenfeste, nimmt er regelmäßig teil. Beim Festumzug des Großen Sachsentreffens 2024 in Hermannstadt marschierte der Bürgermeister in siebenbürgisch-sächsischer Tracht ganz vorne in der Kreisgruppe Bad Tölz – Wolfratshausen mit.

Der Bankkaufmann und Volkswirt ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und tief in der Stadtgesellschaft verwurzelt. Der Ausbau von Kindergärten, Schulen, Sport- und Kulturstätten sowie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum prägen seine Amtszeit. Am 8. März 2026 tritt der CSU-Politiker erneut zur Wahl als Bürgermeister an und bittet um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Dr. Manuela Olhausen kandidiert zum dritten Mal als Stadträtin in München

Dr. Manuela Olhausen ...
Dr. Manuela Olhausen
Für die promovierte Kulturwissenschaftlerin und Referentin im Gesundheitswesen Dr. Manuela Olhausen gehört Politik vor Ort seit über einem Vierteljahrhundert zu ihrem Leben. Bereits zweimal hat sie sich erfolgreich für ein Mandat als Stadträtin in München beworben, zweimal wurde sie auch in den Bezirksausschuss (Stadtviertelparlament) München-Sendling gewählt. Da ihre Tochter ihr nun wieder mehr Zeit für Politik erlaubt, kandidiert sie zum dritten Mal für das Münchner Rathaus, und zwar für die Freien Wähler auf Platz 11. Für ihren politischen Einsatz hat sie bereits das Ehrenabzeichen des Kreisverbands München samt Urkunde bekommen.

Ihre Familie stammt väterlicherseits aus dem Banater Ort Kleinschemlak. Nach dem frühen Tod des Vaters begab sie sich ganz bewusst auf die Suche nach ihrer Familiengeschichte und befasste sich auch mit der Geschichte der Banater Schwaben. Ihre Doktorarbeit hat sie über die deutschsprachige Presse des ehemaligen Ostblocks zwischen 1980 und 2000 geschrieben – ein großer Teil davon betrifft die deutschen Zeitungen in Rumänien. Sie möchte die Banater Kultur und Geschichte auch an die nächste Generation weitergeben. Ihre Tochter tanzt seit über zehn Jahren mit Begeisterung in der Münchner Tanzgruppe, trägt die Banater Tracht mit Stolz und war auch schon mit in Kleinschemlak. Die Familie fährt regelmäßig ins Banat, vor allem zu den Heimattagen. Seit einiger Zeit leitet sie die Kinder- und Jugendtanzgruppe im Münchner MTV mit und ist Mitglied im Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern. Außerdem ist sie im Vorstand des BdV München und als stellvertretende Vorsitzende des BdV Oberbayern aktiv, wobei sie den Siebenbürger Sachsen sehr nahesteht.

Ihre politischen Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gesundheit, Familie und Kinderbetreuung sowie Stadtplanung und Wohnen. Dabei möchte sie sich für mehr Förderung für Kultur- und Sozialarbeit und für die Bereitstellung städtischer Veranstaltungsräume stark machen. Zudem setzt sie sich dafür ein, dass im Geschichtsunterricht das Schicksal der Heimatvertriebenen und Aussiedler im Stadtleben besser zur Geltung kommt.

Banater Post



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Schlagwörter: Kommunalwahl, München, Geretsried, Meyndt

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