26. März 2026

Ein abenteuerliches und erfülltes Leben/Nachruf auf Dr. Günter Antonius

Einer alten siebenbürgischen Familie entstammend, wurde Dr. Günter Antonius (7.10.1936 – 23.12.2025) in Wien geboren. Die Verbindung zur alten Heimat Siebenbürgen war nie ganz abgerissen. Sein Großvater Dr. Julius Antonius, aus Schäßburg stammend, war zum Theologiestudium nach Wien gegangen. Er hatte dann die evangelische Gemeinde des 3. Wiener Gemeindebezirks gegründet.
Dr. Günter Antonius (1936-2025) ...
Dr. Günter Antonius (1936-2025)
Günters erste Schuljahre gestalteten sich kriegsbedingt recht abenteuerlich. Seine Schullaufbahn beendete er 1956 in Wien mit der Matura. Besonders einschneidend war der Verlust seines Vaters ein Jahr zuvor. Er begann das Studium der Geologie an der Universität Wien, das er mit dem Doktorat abschloss. In dieser Zeit lernte er seine Frau Dagmar kennen. Mit der Geburt seiner Kinder Kerstin und Ulf war die Familie komplett.

Neben verschiedenen Freundesgruppen, die ihn sein ganzes Leben begleiten sollten, lernte er in dieser Zeit auch Helmut Volkmer kennen. Es entstand eine lebenslange Freundschaft sowie ein eingeschworener Freundeskreis. Günter, ein stimmgewaltiger Sänger, war früh Teil von Helmuts „Siebenbürgischen Jugendskilagers am Hochkönig“, das jetzt bereits zum 76. Mal stattfindet. Inzwischen besuchen Günters Enkel begeistert das Skilager. 1994 ergab sich für diesen engen Freundeskreis die Gelegenheit, eine Busreise durch Siebenbürgen zu unternehmen. In den weiteren Jahren folgten unzählige private Siebenbürgen-Reisen mit dem Wohnmobil. Auf dieser ersten Reise entstand, bedingt durch die emotionalen Eindrücke der alten Heimat, folgende ergänzende Liedstrophe zum Siebenbürgen-Lied.

Siebenbürgen-Lied
„allerletzte Strophe“

Siebenbürgen warst uns Heimat
Beinah tausend Jahre lang.
Heut verstreut sind deine Söhne
Nur Erinnrung an das Schöne
Knüpft das alte heilge Band,
zum verlornen Vaterland
Günter Antonius, 1994

Nach dem Studium lebte Günter mit seiner Familie berufsbedingt für einige Jahre in Liberia, Nigeria und Honduras. Schließlich ließ sich die Familie in der Nähe von Wien nieder, von wo aus er sein abenteuerliches Berufsleben mit Projekten rund um die ganze Welt fortsetzte. Er wurde Korrespondent der Geologischen Bundesanstalt und arbeitete schließlich in 37 unterschiedlichen Ländern, die sich von den USA über Südamerika, Afrika, Jakutien bis Bhutan verteilten. Er erlebte viele aufregende und gefährliche Situationen in diesen Projekten. So war er in einem afrikanischem Dschungeldorf der erst dritte Weiße nach zwei Goldsuchern – beinahe 100 Jahre vor ihm selbst. In Honduras sollte er zum Dorfvorstand gewählt werden, in Südamerika wurde er beschossen, einmal erwischte er aufgrund seiner guten Instinkte den letzten Flug aus dem Land, bevor ein Putsch losbrach.

Sein Leben war ein großes Abenteuer – und wir, die wir ihn kannten, dürfen die Geschichten und Lieder weitertragen. Günter selbst fasste sein Leben so zusammen: „abenteuerlich, oft auch gefährlich, manchmal lebensbedrohend, aber niemals langweilig“.

Schlagwörter: Porträt, Nachruf, Wien

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